Deutlich mehr Zulassungsgesuche von Spezialärzten
(Keystone)
Von Inlandredaktorin Andrea Jaggi
Seit Anfang Jahr ist der Zulassungstop für Ärzte aufgehoben. Das hat Auswirkungen: Zwischen Januar und März sind 600 Gesuche von Spezialärzten eingegangen. Das sind 185 mehr als in derselben Zeitspanne des Vorjahres. Damit hat man bei Santésuisse, dem Dachverband der Krankenkassen, nicht gerechnet. Laut Mediensprecherin Silvia Schütz übertrifft das Ausmass die Erwartungen «bei weitem.»
Der Zulassungsstopp hatte das Ziel,. die Kostenexplosion im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen. Zudem wollte man erreichen, dass nicht zu viele Spezialärzte aus der EU in die Schweiz kommen.
Jetzt zeigt sich: Gut 40 Prozent derjenigen, die zwischen Januar und März ein Gesuch gestellt haben, kamen aus EU-Ländern. Vor allem aus Deutschland. Laut Silvia Schütz von Santésuisse sind es so viele wie nie zuvor.
Druck auf Prämien
Dass der Zulassungs-Stopp nicht mehr gilt, dürfte sich wiederum auf unser Portemonnaie auswirken. Ein Grossteil dieser Ärzte würden Praxen eröffnen, diese würden mehr Kosten verursachen und das bedeute automatisch auf höhere Prämien, so Schütz.
Davor fürchten sich auch die Gesundheitsdirektoren aus den Kantonen. Sie wollten eigentlich den Zulassungs-Stopp beibehalten. Doch die Bundespolitiker entschieden anders.
Eine Tatsache, mit der sich Carlo Conti, der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren wohl oder übel abfinden muss. Das Bundesparlament habe hier klar und deutlich entschieden. Da könne man nicht mehr darauf zurückkommen.
Die steigende Nachfrage bei Spezialistinnen und Spezialisten werde aber den Druck auf die Prämien aufrechterhalten, erklärt Conti. Er hofft nun, dass der grosse Ansturm vorüber ist und dass in den nächsten Monaten nicht mehr so viele Gesuche von Spezialärzten eintreffen. (luek9
