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Freitag, 4.5.2012

Internet-Betrüger werden immer raffinierter

Angriffe aus dem Cyberspace werden technisch immer ausgeklügelter. Dies stellt die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes fest. Sie mahnt zur Vorsicht im Internet. Grösster Risikofaktor bleibe der Mensch.

Im Netz lauern viele Gefahren. (Archiv Keystone)

Im zweiten Halbjahr 2011 sind vermehrt Phishingangriffe, Betrugsversuche und erpresserische Schadsoftware beobachtet worden. Dies schreibt die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) des Bundes in einem Bericht.

Aufsehen erregten Fälle, in welchen sich Betrüger als Supportpersonen von IT-Firmen ausgaben, um Fern-Zugriff auf Computer zu erhalten. Über die Weihnachtstage gab es Betrugsfälle mit elektronischen Postkarten.

Den Empfängern wurde vorgegaukelt, sie hätten von einem ihnen bekannten Absender eine Weihnachtskarte bekommen. So wurden sie dazu verleitet, auf einen Link zu klicken und Login und Passwort des E-Mail-Kontos anzugeben. In der Folge konnten die Betrüger an alle Kontakte Phishing-E-Mails senden.

Politiker als Opfer von Hackern
Ins Visier von Hackern geraten manchmal auch Politikerinnen und Politiker. Weil SP-Nationalrätin Chantal Galladé ihre Domäne chantal-gallade.ch nicht rechtzeitig erneuert hatte, konnte eine Drittperson diese erwerben - und darauf Werbung für Bikinis platzieren.

FDP-Nationalrat Andrea Caroni wurde verdächtigt, die Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf vor der offiziellen Bekanntgabe via Twitter verbreitet zu haben. Er musste glaubhaft darlegen, dass er nicht hinter der in seinem Namen veröffentlichten Meldung steckte.

Ein anderer Politiker zeigte anlässlich eines Fernsehinterviews seine Identitätskarte in die Kamera. Jemand machte anhand eines Screenshots eine Kopie der ID und versuchte, diese als Identitätsnachweis für die Erstellung eines Profils bei einem Datingportal für Homosexuelle zu verwenden.

Gesunde Vorsicht
Dem Internetsurfer hilft gegen solche Tricks schliesslich vor allem Vorsicht. Grundsätzlich rät die Meldestelle, bei allen Mitteilungen - seien es E-Mails oder Kommunikation in soziale Netzwerken - ein gesundes Misstrauen walten lassen. Im Internet gebe es keine «echten» Freunde, sondern nur leicht zu fälschende «digitale Lebenszeichen».

Gegen einige Gaunereien hilft auch Technik. Kostenlose Antivirenprogramme und Browsererweiterungen erkennen Schädlinge und kriminelle Internetseiten. (fors, sda)

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