Milben töten jedes zweite Bienenvolk
Honigbiene, die von einer Varroa-Milbe befallen ist. (Archiv Keystone)
Die Varroa-Milbe
Varroa-Milben sind 1,6 Millimeter grosse Parasiten, die sich bei Bienen festbeissen. Die Milben saugen das Blut der Bienen aus und übertragen dabei Viren. Die Milben verkürzen die Lebensdauer der Bienen auf zwei bis drei Monate.
Fast jedes Bienenvolk in der Schweiz hat den letzten Winter nicht überlebt, das entspricht 100'000 Völkern. Dies geht aus einer Befragung von Imkern und Imkerinnen hervor. Erfasst wurden 1000 Bienenstandorte in der ganzen Schweiz.
Der Schaden für die Imker belaufe sich auf rund 25 Millionen Schweizer Franken, wie die Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) mitteilte. Der Einfluss auf die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen könne noch nicht abgeschätzt werden. Von den Verlusten waren sämtliche Kantone mehr oder weniger stark betroffen.
Milder Frühling begünstigt Parasiten
Nicht der bitterkalte Winter ist schuld am grossen Bienensterben, sondern der milde Frühling 2011. Viele Bienenvölker zogen aufgrund der warmen Temperaturen früher als sonst im Jahr ihre Brut heran. Dadurch vermehrten sich auch die Varroa-Milben schneller. Somit wurde die kritische Schwelle des Milbenbefalls bereits erreicht, bevor eine wirksame Behandlung hätte erfolgen können, nämlich nach der Honigernte.
«Situation ist dramatisch»
Viele Mittel gegen die Milben sind unwirksam geworden, weil die Parasiten Resistenzen dagegen entwickelt haben. ALP spricht von einer «dramatischen Situation». Die Forschungsanstalt plant nun gemeinsam mit einem Imkerverein im Berner Seeland einen gross angelegten Feldversuch. Dabei soll die Behandlung von Bienenvölkern grossflächig koordiniert werden. Die Forscher hoffen damit auf eine erste Notmassnahme gegen das Bienensterben. (webs;mz, sda)
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