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Donnerstag, 24.5.2012

Väter sollen auch Urlaub erhalten

Wenn eine Frau Mutter wird, bekommt sie mindestens 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. Der Vater dagegen erhält von den meisten Arbeitgebern nur zwei Tage. Das sei zu wenig, sagt der Gewerkschaftsverband Travail Suisse, und stösst auf Widerstand.

Väter sollen im ersten Lebensjahr ihres Kindes 20 Tage Vaterschaftsurlaub erhalten. (Keystone Archiv)

Von Inlandredaktor Rafael von Matt

Die Einführung des Mutterschaftsurlaubes vor acht Jahren war eine wichtige Errungenschaft des Schweizer Sozialstaates. Damit sind es für einmal die Männer, die schlechter gestellt sind: Einen gesetzlich verankerten Vaterschaftsurlaub gibt es in der Schweiz nicht. Das soll sich ändern, sagt Martin Flügel, Präsident der Gewerkschaftsorganisation Travail Suisse: «Wir wollen Gleichbehandlung für alle. Wir fordern 20 Tage Vaterschaftsurlaub im ersten Lebensjahr des Kindes.»

Es ist zwar nicht so, dass Schweizer Männer bei der Geburt ihrer Kinder nicht dabei sein dürfen; die meisten Arbeitgeber gewähren ihnen zwei Freitage. Und einige Arbeitgeber, darunter viele der öffentlichen Hand, kennen auch einen Vaterschaftsurlaub von ein bis zwei Wochen.

Besonders gut gestellt sind männliche Angestellte der Städte Bern und Lausanne: Sie erhalten 4 Wochen Vaterschaftsurlaub. Doch dieses Flickwerk stört Travail Suisse. Es brauche eine gesetzliche Regelung, so Martin Flügel: «Alle Väter sollen von einem Vaterschaftsurlaub profitieren können.»

20 Tage kosten 180 Millionen
Kosten würden die 20 Tage Vaterschaftsurlaub für alle Väter rund 180 Millionen Franken. Finanziert werden soll der Urlaub für Väter gleich wie der Mutterschaftsurlaub, nämlich durch die Erwerbsersatzordnung EO. Das würde also neue Ausgaben für die Sozialversicherungen bedeuten.

Das passt dem Schweizerischen Arbeitgeberverband gar nicht. Direktor Thomas Daum sagt gegenüber Schweizer Radio DRS: «Ein Gesetz wäre eine zusätzliche Last für die Arbeitgeber.» Er plädiert für eine Lösung ohne zusätzliche Belastung durch ein Gesetz.

Daum verweist darauf, dass gewisse Branchen bereits grosszügigere Regelungen kennen. Die Schweizer Wirtschaft leide immer noch unter dem starken Franken. Darum würde ein fixer Vaterschaftsurlaub ihre Konkurrenzfähigkeit schwächen: «Wir sollten nicht aus einer kritischen Situation eine sehr kritische werden lassen.»

Alle sollen Lösung mittragen
Das sei Schwarzmalerei, entgegnet Travail Suisse-Präsident Martin Flügel. Nur auf ein freiwilliges Entgegenkommen der Arbeitgeber zu hoffen, das sei der falsche Weg: «Beruf und Familie sollen vereinbar sein. Ein Problem, das alle angeht, müssen auch alle gemeinsam lösen.»

Trotz der Forderung von Travail Suisse stehen die Chancen für einen bezahlten Vaterschaftsurlaub schlecht: Bundesrat und Parlament haben solche Vorstösse bisher immer abgelehnt. (basn:pet)

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Mütter erhalten mindestens 14 Wochen Urlaub. Auch Väter sollen Urlaub bekommen. (Rafael von Matt, 24.05.2012)
Hören (3:16)

Mittwoch, 22.2.2012

Solothurner Regierung gegen mehr Vaterschaftsurlaub

Die Solothurner Regierung lehnt mehr Vaterschaftsurlaub für Kantonsangestellte ab. Das schreibt sie in ihrer Antwort auf eine Interpellation des SP Kantonsrates Simon Bürki. Dieser hatte argumentiert, zwei Tage Vaterschaftsurlaub seien im Vergleich mit anderen Kantonen oder dem Bund zu wenig.   Mehr


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