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Montag, 25.6.2012

Lohnschere öffnet sich weiter in Traditionsfirmen

Wenn ein Top-Manager pro Jahr das verdient, wofür ein Angestellter ganz unten auf der Lohnskala hundert Jahre arbeiten müsste - dann ist das ein extremes Beispiel einer Lohnschere. Vergleicht man die letzten zehn Jahre, stieg vor allem in traditionellen Schweizer Industrie- und Dienstleistungsfirmen die Lohn-Ungleichheit stark an.

Die Lohnschere öffnet sich laut Gewerkschaft Travail Suisse bei mittleren Unternehmen immer mehr. (Keystone Archiv)

In der Schweiz öffnet sich die Lohnschere

Beitrag aus Echo der Zeit vom Montag, 25.6.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Von Wirtschaftsredaktorin Priscilla Imboden

46 Männer und zwei Frauen lächeln auf dem Lohnkartell-Plakat der Gewerkschaft Travail Suisse. Es listet Kader von Schweizer Firmen auf, die mehr als 100 Mal so viel Lohn erhalten wie die Wenigverdienenden ihrer Firma.

Am prominentesten Vertreten sind die UBS, Credit Suisse oder die Novartis. Zu ihnen gesellen sich aber auch die Chefs der Schokoladefirma Lindt und Sprüngli, des Liftherstellers Schindler sowie des Uhrenkonzerns Swatch.

Grössere Lohnschere
Das sei bedenklich, sagt Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik der Gewerkschaftsbundes Travail Suisse: «Im Zehnjahresvergleich hat sich die Lohnschere in mittleren Unternehmen massiv vergrössert. Es gibt Firmen, wie zum Beispiel Implenia, Kuoni oder Baloise, bei denen sich die Lohnschere verdoppelt oder sogar verdreifacht hat.»

Vielleicht haben diese Firmen besonders stark rentiert? Susanne Blank winkt ab: «Das hat nichts mit besserer Leistung zu tun. Das ist eher ein Nachahmeeffekt.»

Das auch weniger grosse Schweizer Firmen ihr Kader fürstlich belohnen, das hat auch die Anlagestiftung Ethos in ihrer jährlichen Managerlohnstudie festgestellt. Sie erklärte es mit der Transparenz: Seitdem Cheflöhne bei börsenkotierten Unternehmungen publiziert werden müssen, hat das den Appetit auf mehr geweckt.

Das bestätigt Ruth Derrer, Mitglied der Geschäftsleitung des Arbeitgeber-Verbandes:«Weil Transparenz manchmal auch zu einem Rennen nach oben führt, und eine Firma sich nicht leisten kann ihren Chef viel tiefer zu bezahlen als die Konkurrenz.»

«Kein Handlungsbedarf»
Die Gewerkschaft Travail Suisse will die Lohnungleichheit mit drei Forderungen bekämpfen. Die Aktionäre sollen über die Kaderlöhne befinden, ein Vertreter der Belegschaft soll im Verwaltungsrat sitzen und die flankierenden Massnahmen sollen verschärft werden. Dazu sagt Arbeitgeber-Vertreterin Ruth Derrer Balador: «Wir sehen keinen Handlungsbedarf.»

Die Forderungen von Travail Suisse sind im Vergleich zur Lohngleichheits-Initiative der Jungsozialisten zahm. Sie will ein fixes Verhältnis von maximal 1:12 für Cheflöhne zum Durschnittlohn in einer Firma. Nur eine der Firmen in der Travail Suisse Studie würde diese Bedingung erfüllen. Der Rüstungskonzern Ruag. Dort ist der Chefposten seit bald einem Jahr vakant. (basn)

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Mittwoch, 18.1.2012

Bundesrat lehnt «1:12»-Initiative ab

Der Chef eines Unternehmens dürfe nicht mehr als zwölf Mal soviel verdienen wie sein am tiefsten bezahlter Arbeitnehmer - das verlangen die Juso in ihrer umstrittenen Volksinitiative «1:12». Zu ihr hat sich nun der Bundesrat geäussert: Er lehnt sie ohne Gegenvorschlag ab.   Mehr


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