Religion wird zur Abgrenzung missbraucht
In der Schweiz gehen immer weniger zum Gebet in die Kirche. (Archiv Keystone)
In der Schweiz sind immer weniger Menschen gläubig. Jedoch wächst die Bedeutung in der Politik und in den Medien. Das steht im Schlussbericht des Nationalen Forschungsprogramms «Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft» (NFP 58).
Religion werde in den Medien, aber auch auf dem Schulhof und in der Politik oft zur Abgrenzung der «einheimischen» von «fremden» Gruppen benutzt. Dies geschehe häufig im Zusammenhang mit gewalttätigem Handeln oder stereotypen Wahrnehmungen von Migranten.
Religionslandschaft Schweiz
Im Gegensatz dazu griffen einzelne Menschen immer seltener auf die traditionelle Religion zurück, schlossen die Forschenden, die für das NFP 58 die Religionslandschaft der Schweiz in 28 Projekten durchleuchtet hatten. Die grossen christlichen Kirchen verlören Mitglieder und besonders unter Jüngeren gelte Religion als «Privatsache».
Trotz der Säkularisierung erführen manche Religionsgemeinschaften Zulauf. Sie hätten zwar wenige, aber hoch engagierte Mitglieder, die eine konservative Lebensführung propagieren. «Diese Heterogenität verschärft das Verhältnis zwischen stark Religiösen und Religionsdistanzierten», zitiert die Mitteilung Christoph Bochinger, Präsident der Leitungsgruppe des NFP 58.
Daher gelte es, den respektvollen Umgang zwischen den verschiedenen Gruppen zu fördern. Die Leitungsgruppe empfiehlt deshalb den Behörden auf allen Ebenen, mehr für die Gleichstellung der religiösen Gruppierungen zu tun. Auch die neuen Gemeinschaften sollten bei politischen Aushandlungen berücksichtigt werden - aber ebenso säkulare Gruppen wie die Freidenker. (fors, sda)
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