Ensi: AKW sind gegen extreme Erdbeben gewappnet
Alle AKW in der Schweiz halten laut Experten einem Erdbeben stand. (Keystone Archiv)
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) stellte im aargauischen Brugg seine Stellungnahmen zu den Eingaben vor. Diese hatten die AKW-Betreiber im Vorfeld verfassen müssen.
Das Ensi hatte den Nachweis verlangt, dass die AKW-Betreiber unter anderem ein 10'000-jährliches Erdbeben beherrschen können.
Gemäss der Ausserbetriebnahme-Verordnung muss ein AKW abgeschaltet werden, wenn die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann.
Gösgen kriegt Rüffel
Das Ensi akzeptiert die Erdbebennachweise von allen vier AKW- Betreibern. Das AKW Gösgen habe dem Ensi jedoch Ende März einen «qualitativ teilweise mangelhaften Erdbebennachweis» eingereicht. Der AKW-Betreiber musste Daten nachliefern.
Die Überprüfung dieser Unterlagen habe gezeigt, dass jetzt die wichtigsten Forderungen erfüllt seien. Das Ensi könne den Nachweis akzeptieren. Allerdings will die Aufsichtsbehörde die zuletzt nachgereichten Unterlagen noch vertieft prüfen. Sie rüffelte den Betreiber.
Das Ensi will die Erdbebennachweise in naher Zukunft aktualisieren. Die Behörde will die Erdbebengefährdung für jeden Standort neu festlegen. Bei diesem Projekt geht es um die Erdbeben-Sicherheit.
Wohlensee-Staudamm hält
Gemäss Ensi konnte auch die AKW-Betreiberin BKW nachweisen, dass der Wohlensee-Staudamm, der oberhalb des AKW Mühleberg liegt, einem Erdbeben standhält.
Die von der BKW zusätzlich gelieferten Daten hatte das Ensi zusammen mit den Talsperren-Spezialisten des Bundesamtes für Energie (BFE) beurteilt. Wenn der vor rund 90 Jahren gebaute Staudamm brechen würde, so gäbe es gemäss Ensi eine Flutwelle.
Anfang Juli hatte die BKW bei den Berner Kantonsbehörden ein Baugesuch für Instandhaltungsarbeiten an der Stauanlage eingereicht. Geplant sind eine Verstärkung des Untergrunds unterhalb der Stauanlage durch 18 Meter hohe Bohrpfähle.
Die Arbeiten werden gemäss BKW rund sieben Monate dauern und 12 Millionen Franken kosten. Gemäss BKW entspricht die Standfestigkeit der Stauanlage den gültigen Richtlinien.
Konsequenzen der Fukushima-Atomkatastrophe
Die Aufsichtsbehörde Ensi hatte die Nachweise zur Sicherheit bei extremen Erdbeben als Konsequenz der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima verlangt. Weitere eingereichte Nachweise der AKW-Betreiber zu anderen Sicherheitsthemen werden derzeit vom Ensi geprüft.
Die Anforderungen an die Erdbeben-Sicherheit sind in den letzten Jahren gestiegen. Zudem wurden die Berechnungen genauer als zu der Zeit, als die Atomkraftwerke gebaut worden waren. (basn, sda)
Mehr zu den Stichwörtern:
