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Dienstag, 24.7.2012

Solidarität zieht die Schweizer auf die Strasse

Nicht Angst oder Wut ist in der Schweiz das Motiv für die Teilnahme an einer Demonstration, sondern Solidarität. Dies geht aus einer neuen Nationalfonds-Studie hervor. Rund die Hälfte der Teilnehmenden ist über 40 alt.

In der Schweiz wird aus Solidarität demonstriert oder um Druck auszuüben. (Archiv Keystone)

Bei Demonstrationen steht in der Schweiz die Solidarität im Zentrum, wie eine Studie des Nationalfonds ergeben hat. Rund die Hälfte der Demonstrierenden ist zwischen 40 und 64 Jahren alt.

Marco Giugni und Nina Eggert von der Universität Genf befragten zwischen 2010 und 2012 Teilnehmende von fünf Grossdemonstrationen. Dies waren der Weltmarsch der Frauen in Bern, die 1.-Mai-Demo in Zürich, eine Anti-Atom-Demo beim Atomkraftwerk Beznau sowie eine Pride-Veranstaltung für die Rechte Homosexueller und eine Frauendemo in Genf.

Fast 70 Prozent aller Teilnehmenden gaben an, aus Solidarität an einer Demonstration teilzunehmen. 40 Prozent nahmen für die Verteidigung der Eigeninteressen teil. Bei Anti-Atom-Demos sind die Motive laut Studie eher instrumenteller Art: Hier sei das erste Ziel, Druck auf die Politiker auszuüben.

Soziale Netzwerke als Grundlage
Der wichtigste Grund, welcher Bürgerinnen und Bürger zu Demonstrierenden macht, sei ihre Mitgliedschaft bei sozialen Netzwerken, heisst es in der Studie weiter. Je besser sie in solche eingebunden seien, desto öfter seien sie an Demonstrationen anzutreffen.

Die Schweizer Demonstrierenden weisen ein ähnliches Altersspektrum auf wie die Demonstrierenden im Ausland: Rund die Hälfte ist 40 bis 64 Jahre alt, gut ein Drittel 20- bis 39-jährig.

Ungebildetere demonstrieren seltener
Beim Bildungsstand zeigen sich allerdings kleine Unterschiede: In der Schweiz ist der Anteil Demonstrierender mit tiefer Bildung kleiner als in anderen Ländern. Dieser beträgt 3,8 Prozent, verglichen mit fast 10 Prozent in Belgien, Spanien und Holland. Der Anteil Demonstrierender mit Hochschulbildung beträgt 61,4 Prozent und ist vergleichbar mit den meisten anderen Ländern.

Vertrauen in den Staat
Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der politischen Haltung der Demonstrierenden, insbesondere beim Vertrauen in die politischen Institutionen. Hier schwingt die Schweiz im Ländervergleich - zusammen mit Schweden - oben aus: Die Schweizer Demonstrierenden haben deutlich mehr Vertrauen in die Regierung, aber auch in das Parlament und das Justizsystem als die Demonstrierenden im Ausland. (lin;bru, sda)

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Montag, 4.6.2012

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