Anarchisten treffen sich im Berner Jura
140 Jahre nach Gründung der Antiautoritären Internationale wollen Anarchisten zahlreicher Länder bis zum Sonntag an einem Welttreffen im bernischen Saint-Imier über «diverse Wege des Widerstands» debattieren. Das hat Mitorganisator Michel Némitz von der Anarchisten Internationalen Föderation (AIF) erklärt. Hintergrund seien die globale Schuldenkrise und andere «gesellschaftliche Übel».
Occupy-Aktivisten dabei
Vertreten sind auch Aktivisten der Occupy-Bewegung sowie verschiedener Gruppen aus Deutschland - unter ihnen Anarchisten, die in Berlin und anderen Grossstädten Proteste organisieren. Gewalt werde von der AIF jedoch abgelehnt, betonte Aristid Pedraza, einer ihrer Vordenker. Die Organisation hat gemäss ihrer antiautoritären Grundsätze keine Vorsitzenden oder Führungshierarchien.
Zu den Veranstaltungen in Saint-Imier - darunter auch Konzerte und Partys - erwartet die AIF bis zu 3000 Teilnehmer und Besucher. Bei Diskussionsrunden soll es vom Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung über Umweltverschmutzung bis zu Themen wie Militarismus, Rassismus, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit gehen.
Aufruf zum «massiven Widerstand»
Das Interesse an anarchistischem Gedankengut habe auch infolge der europäischen Schuldenkrise wieder deutlich zugenommen, erklärte Pedraza. Zur Antwort der Anarchisten auf die Eurokrise gehöre der Aufruf, die Rückzahlung sämtlicher Schulden einzustellen. Zugleich müssten überall Streiks und andere Formen «massiven Widerstands» organisiert werden. (nab, dpa)
