Mit Bundesrätin Sommaruga an der Aare
Simonetta Sommaruga mit den Medienschaffenden an der Aare. (Keystone)
Bundesrätin Simonetta Sommaruga ist mit Medienschaffenden in Bern der Aare entlang spaziert. Sie knüpfte damit an eine Tradition an, die Pascal Couchepin als Bundesrat eingeführt hatte. Ihre Themen waren Zwangsheiraten und das Urheberrecht.
Bei den Bundesratsmitgliedern sind Spaziergänge mit Medienschaffenden zunehmend beliebt: Pascal Couchepin lud die Medienschaffenden jeweils zu einem Spaziergang auf die St. Petersinsel im Bielersee. Sport- und Verteidigungsminister Ueli Maurer lädt jeweils in der nachrichtenarmen Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zum Winterspaziergang. Sommaruga hat nun das Ende der Sommerpause gewählt.
Vernachlässigte Themen
Der Spaziergang führte die Gruppe der Aare entlang durch den Tierpark Dählhölzli in die Orangerie Elfenau. Ziel sei eine Begegnung abseits der üblichen Agenda, hatte ihr Departement wissen lassen. Dies betraf auch die Themen: Sommaruga wählte für den Anlass zwei Themen, die aus ihrer Sicht zu wenig Aufmerksamkeit erhalten: Zwangsheiraten und das Urheberrecht.
Zu den Zwangsheiraten präsentierte sie eine Studie, die zeigt, dass diese in der Schweiz nicht selten sind. In den vergangenen zwei Jahren wurden rund 1400 Frauen von ihrer Umgebung unter Druck gesetzt, zu heiraten, eine Liebesbeziehung zu beenden oder auf eine Scheidung zu verzichten.
Tango als Argument
Was das Urheberrecht betrifft, kündigte Sommaruga an, dass sie eine Arbeitsgruppe einsetzt. Diese soll prüfen, wie Kulturschaffende im Internetzeitalter für die Nutzung ihrer Werke entschädigt werden könnten.
Die Bundesrätin und ehemalige Konzertpianistin signalisierte Verständnis für den Ärger der Kulturschaffenden über sinkende Einkünfte - und liess die Kunst für sich selbst sprechen, mit einer Darbietung des Bandoneonisten Michael Zisman. Ob der «Sommeranlass mit Bundesrätin Sommaruga» zur Tradition werden soll, liess die Justizministerin offen. (lin, sda)
