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(Keystone)

Glossar: Klimawandel von A bis Z

Emissionshandel, Treibhausgase und Co. - Ist Klimapolitik und ihr Vokabular ein Buch mit Sieben Siegeln? Das Glossar zum Klimawandel räumt Stolpersteine aus dem Weg.

A Atmosphäre C Clean Development Mechanism COP E Emissionen Emissionshandel

F Flexible Mechanismen Fossile Brennstoffe I/J IPCC Joint Implementation K Klimarahmenkonvention Kyoto-Protokoll

T Treibhauseffekt Treibhausgase U UNFCCC Uno-Klimarat V Vertragsstaatenkonferenz

Atmosphäre
Die Atmosphäre ist die Gashülle der Erde. In der Atmosphäre spielt sich das Wettergeschehen ab. Die Energiebilanz des ganzen Klimasystems wird über die Treibhausgase in der Atmosphäre reguliert. Sie besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff und zu 21 Prozent aus Sauerstoff.


Clean Development Mechanism
Um die Reduktionsziele zu erreichen, die im Rahmen des Kyoto-Protokolls beschlossen wurden, sieht das Protokoll umweltpolitische Instrumente, so genannte flexible Mechanismen vor. Der Clean Development Mechanism (CDM) oder Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung ist eines davon.

Das Instrument des CDM ermöglicht es einem Industriestaat A oder Unternehmen, Massnahmen zur CO2-Reduktion in einem Entwicklungsland B durchzuführen. Weil das Land A die Massnahmen finanziert, kann es sich die im Land B vermiedenen Emissionen auf das eigene Emissionsbudget anrechnen lassen.

Die Idee dahinter: Auf diese Weise können Industriestaaten Klimaschutz-Projekte wie beispielsweise die Errichtung einer Windkraftanlage vergleichsweise kostengünstig realisieren. Gleichzeitig sollen CDM-Projekte einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Entwicklungsländern leisten und den dafür notwendigen Technologietransfer fördern.

Allerdings CDM-Projekte sind nicht unproblematisch: Da Entwicklungsländer laut Kyoto-Protokoll keiner Reduktionsverpflichtung unterliegen, muss bei jedem Projekt sichergestellt werden, dass die Emissionsvermeidung zusätzlich erfolgt. Werden nämlich nicht zusätzlich Emissionen eingespart, führt das Instrument letztlich zu einer Steigerung der Emissionen, weil sich die Industriestaaten diese Massnahmen kompensieren und entsprechend mehr Treibhausgase emittieren. CDM-Projekte müssen beim CDM-Exekutivrat registriert werden.


COP
Siehe unter Vertragsstaatenkonferenz.

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Emissionen
Das Wort Emission stammt aus dem lateinischen emittere und bedeutet herausschicken, aussenden. Allgemein ist die Freisetzung von Stoffen in die Umwelt gemeint. In der Umweltpolitik bedeuten Emissionen die Freisetzung von Treibhausgasen in die Atmosphäre über einem bestimmten Gebiet und in einen bestimmten Zeitraum. Emissionen sind nicht nur menschgemacht, es gibt auch natürliche Quellen. Beispielsweise stossen Rinder und Sümpfe Methan aus oder Vulkane Schwefeldioxid.


Emissionshandel
Um die Reduktionsziele zu erreichen, die im Rahmen des Kyoto-Protokolls beschlossen wurden, sieht das Protokoll umweltpolitische Instrumente, so genannte flexible Mechanismen vor. Der Emissionshandel oder ET (Emission Trading) ist eines davon.

Der Emissionshandel ist ein marktwirtschaftliches Instrument, das ähnlich wie eine Aktienbörse funktionieren soll. Kurz gesagt, geht es dabei um den Handel mit Verschmutzungsrechten. Das heisst, saubere Luft und weniger Treibhausgase sollen sich bezahlt machen.

Im Kyoto-Protokoll wurde festgelegt, um wie viel jeder Staat seine Emissionen an CO2 reduzieren muss. Und um den wirtschaftlichen Anreiz einer Reduktion zu erhöhen, dürfen Emissionsrechte dann gehandelt werden, wenn mehr Treibhausgase reduziert werden, als vorgeschrieben wurde.

Beispielsweise muss die Schweiz ihren Ausstoss an CO2 zehn Prozent unter den Stand von 1990 drücken. Sobald er tiefer liegt, kann die Differenz an Länder verkauft werden, die ihr Ziel nicht erreichen können oder aber als Guthaben für die nächste Verpflichtungsperiode nach 2012 aufbewahrt werden.

Die Schweiz ihrerseits legt fest, wie viel CO2 die Unternehmen gesamthaft ausstossen dürfen. Jede einzelne Firma erhält ihr Kontingent an dieser CO2-Menge. Liegen die tatsächlichen Emissionen eines Unternehmens unterhalb dieser zugewiesenen Menge, so kann das Unternehmen die Emissionszertifikate am Markt verkaufen, bei Fehlmengen müssen Zertifikate erworben werden. Dafür gibt es Börsen, die Marktplätze für Emissionsrechte bieten.

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Flexible Mechanismen
Im Kyoto-Protokoll werden zum einen Reduktionsziele für die einzelnen Länder festgelegt. Zum andern werden auch die so genannten flexiblen Mechanismen angeführt. Das sind freiwillige umweltpolitische Instrumente, mit denen die Unterzeichnerstaaten ihre Ziele erreichen können.

Dazu gehören insgesamt drei marktwirtschaftliche Instrumente: Clean Development Mechanism, Emissionshandel und Joint Implementation. Sie sollen die Möglichkeit bieten, emissionsreduzierende Massnahmen dort durchzuführen, wo sie am kostengünstigsten sind.


Fossile Brennstoffe
Fossile Brennstoffe sind tote Biomasse, die vor mehr als 60 Jahrmillionen aus abgestorbenen Pflanzen und tierischem Plankton entstandenen sind. Durch geologische Prozesse wurden sie in Kohle, Erdöl und Erdgas sowie Torf umgewandelt. Die Reserven der fossilen Brennstoffe reichen je nach Brennstoff noch etwa zwischen 100 und 200 Jahre.

Aus diesen Rohstoffen wird fossile Energie gewonnen. Sie decken heute zusammen über 80 Prozent des weltweiten Energiebedarfs. In den fossilen Brennstoffen ist Kohlenstoff gespeichert, das die Pflanzen aus der Luft genommen haben. Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe verbindet er sich mit Sauerstoff und so wird Kohlendioxid (CO2) freigesetzt.

Das CO2 ist der Hauptverursacher des Treibhauseffektes und damit ist die Verbrennung von fossilen Energieträgern eine der Hauptursachen des Klimawandels. Neben dem Kohlendioxid werden auch andere Schadstoffe wie Schwefeldioxid und Stickstoffoxide freigesetzt.

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IPCC
Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) oder Uno-Klimarat wurde 1988 gegründet, nachdem sich erste Anzeichen einer globalen Erwärmung gezeigt hatten. Alle fünf bis sechs Jahre veröffentlicht der IPCC einen Bericht, in dem Forschungsergebnisse zusammengetragen und die Risiken der globalen Erwärmung beurteilt werden.

Bereits in seinem viel beachteten ersten Bericht hatte der IPCC 1990 über den Treibhausgas-Effekt berichtet und vor einer steigenden Erderwärmung gewarnt. Die IPCC-Studien führten 1992 zu einer Rahmenkonvention beim Erdgipfel von Rio und 1997 zum Kyoto-Protokoll.


Joint Implementation
Um die Reduktionsziele zu erreichen, die im Rahmen des Kyoto-Protokolls beschlossen wurden, sieht das Protokoll umweltpolitische Instrumente, so genannte flexible Mechanismen vor. Die Joint Implementation (JI) oder gemeinsam umgesetzte Aktivitäten ist eines davon.

Der JI-Mechanismus ermöglicht es einem Industriestaat A oder Unternehmen, in einem anderen Industriestaat B Klimaschutz-Projekte durchzuführen, beispielsweise eine Windkraftanlage zu errichten. Weil das Projekt von Land A finanziert wird, darf es sich die in Land B vermiedenen Emissionen zusätzlich emittieren oder gutschreiben lassen. Land B wird eine entsprechende Menge an Emissionsrechten abgezogen.

Die Idee dahinter: Mit Hilfe der Joint Implementation können Industrieländer ihre Verpflichtungen zur CO2-Reduktion erfüllen, indem sie in Ländern investieren, wo die gleiche CO2-Menge mit geringeren Investitionen verringert werden kann. So wird weniger Treibhausgase ausgestossen und gleichzeitig sollten ehemals kommunistische Ökonomien modernisiert werden.

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Klimarahmenkonvention
Die Uno-Klimarahmenkonvention oder United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) ist ein internationales Umweltabkommen. Es wurde 1992 in Rio de Janeiro unterzeichnet und trat 1994 in Kraft.

Das Übereinkommen dient als Grundlage aller weiteren internationalen Anstrengungen zum Klimaschutz. Das Ziel ist, die globale Erwärmung zu verlangsamen und die Folgen des Klimawandels zu mildern.

Die derzeit 192 Vertragsstaaten der Konvention treffen sich jährlich zur Vertragsstaatenkonferenz, den so genannten Weltklimagipfeln, auf denen um konkrete Massnahmen zum Klimaschutz gerungen wird. Der Sitz des UNFCCC-Sekretariates ist Bonn.


Kyoto-Protokoll
In der japanischen Stadt Kyoto haben sich die Industrieländer 1997 darauf geeinigt, die sechs wichtigsten Treibhausgase bis 2012 um weltweit 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Denn diese Gase sind die hauptsächliche Ursache der globalen Erwärmung.

Das Protokoll trat 2005 in Kraft und läuft 2012 aus. Es ist das einzige völkerrechtlich verbindliche Instrument, das den Klimawandel betrifft. Anfang November 2009 haben 189 Staaten das Kyoto-Protokoll ratifiziert. Die USA sind heute das einzige Industrieland, das nicht völkerrechtlich verbindliches Mitglied des Kyoto-Protokolls ist. Afghanistan, Irak und Somalia gehören zu den wenigen anderen Staaten, die dem Abkommen nicht beigetreten sind.

Wer dieses globale Klimaschutz-Abkommen unterschreibt, verpflichtet sich, den Ausstoss von Treibhausgasen zu reduzieren. Dabei sind die Vorgaben von Land zu Land verschieden und abhängig von dessen wirtschaftlichen Entwicklung. Im Gegensatz zu den Industrienationen bekannten sich die Schwellenländer wie China und Indien und die Entwicklungsländer zwar zu stärkeren Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel, legten sich aber nicht auf bindende Ziele fest.

Das Kyoto-Protokoll enthält neben den Reduktionszielen für die Unterzeichnerstaaten auch mögliche Instrumente, die so genannten flexiblen Mechanismen, anhand derer die Staaten ihre Emissionen reduzieren können.

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Treibhauseffekt
Die Erwärmung der Atmosphäre durch den Ausstoss von Treibhausgasen wird Treibhauseffekt genannt und zwar, weil der Vorgang dem eines Treibhauses von Gärtnereien gleicht. Der natürliche Effekt ist per se nichts schlechtes. Allerdings verstärkt der Mensch diesen mittlerweile so sehr, dass sich die Erde zu stark erwärmt, mit katastrophalen Folgen wie Dürreperioden, Hitzewellen, Abschmelzen der Gletscher und Überschwemmungen.

Der natürliche Treibhauseffekt funktioniert so: Von der Sonne kommende kurzwellige Strahlung wird von dem Glasdach, also den Treibhausgasen, hindurch gelassen und trifft auf die Erde. Die Erdoberfläche wird dadurch erwärmt. Die erwärmte Erde gibt Energie in Form von langwelliger Wärmestrahlung wieder ab, welche nun aber teilweise von dem Glasdach (den Treibhausgasen) nicht hindurch gelassen wird. So wird die Abstrahlung in den Weltraum behindert. Dieser Effekt trägt zur Erwärmung des Treibhausinneren, also der Atmosphäre, bei.

Der natürliche Treibhauseffekt ist lebenswichtig. Denn er erhöht die Temperatur auf der Erde von –18°C auf 15°C und ermöglicht damit erst höhere Lebensformen auf der Erde. Problematisch ist aber der anthropogene oder menschgemachte Treibhauseffekt, der durch den Ausstoss zusätzlicher Treibhausgase die Erderwärmung verstärkt. Dadurch wird das Strahlungsgleichgewicht gestört.


Treibhausgase
Der Ausstoss von Treibhausgasen ist die Hauptursache der globalen Erwärmung. Sie sind verantwortlich für den Treibhauseffekt. Und dass immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, daran hat vor allem der Mensch Schuld. Durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe, Viehhaltung und Rodung von Wäldern steigt die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre an. Es wird wärmer, weil die Treibhausgase ein Auskühlen der Erdoberfläche verhindern.

Das Kyoto-Protokoll regelt den Ausstoss von sechs Treibhausgasen, nämlich von Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), Perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFKW), Schwefelhexafluorid (SF6). CO2, Methan und Stickstoffoxid sind zusammen für 70–80 % des Treibhauseffekts verantwortlich, die anderen drei Gase für rund 2 %. Letzere wurden auf das besondere Betreiben der USA einbezogen.

Methan entsteht durch intensive Rinderhaltung, Reisfelder, Mülldeponien und es entweicht bei der Förderung von Kohle, Öl und Gas in die Atmosphäre. Beim Verbrennen dieser fossilen Energieträger und durch Verbrennung von Biomasse wie beispielsweise bei der Brandrodung von Wäldern wird vor allem CO2 freigesetzt. Distickstoffoxid entsteht zum Beispiel durch die Verbrennung fossiler Energieträger und bei der Düngerherstellung.

HFKW sind rein menschlichen Ursprungs, sie dienen als Ersatzstoffe für FCKW und werden beispielsweise in Kühlanlagen verwendet. PFKW sind ebenfalls rein menschgemacht und entstehen beispielsweise beim Schmelzen von Aluminium und in der Halbleiterherstellung. Schwefelhexafluorid wird unter anderem für Isolationsvorrichtungen verwendet.

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UNFCCC
Siehe unter Klimarahmenkonvention.


Uno-Klimarat
Siehe unter IPCC.


Vertragsstaatenkonferenz
Die Vertragsstaatenkonferenz oder Conference of the Parties (COP) ist das höchste Gremium der Uno-Klimarahmenkonvention. Die meisten Staaten der Welt nehmen daran teil, deshalb wird sie auch als Weltklimagipfel bezeichnet.

Bei den jährlich stattfindenden Zusammenkünften soll die Umsetzung der 1994 in Kraft getretenen Klimakonvention gefördert und überprüft werden. Ziel der Klimakonferenzen ist mittlerweile, eine Nachfolgeregelung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu entwickeln. Dies ist bislang das einzige völkerrechtlich verbindliche Instrument der Klimaschutzpolitik.

Die erste Vertragsstaatenkonferenz (COP1) fand 1995 in Berlin statt. Es folgten 1996 Genf (COP 2), 1997 Kyoto (COP 3), 1998 Buenos Aires (COP 4), 1999 Bonn (COP 5), 2000 Den Haag (COP 6), im Juli 2001 Bonn (COP 6-Teil2) als Fortsetzung der in Den Haag unterbrochenen Konferenz. Die vorletzte Vertragsstaatenkonferenz (COP13) fand 2007 in Bali, die letzte (COP14) in Posen statt. Die Weltklimakonferenz von Kopenhagen 2009 ist das 15. Treffen.

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(acd)

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