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  • Wirtschaft:

Dienstag, 27.3.2012

Finma will mehr Qualität bei Vermögensverwaltung

Strengere Regeln für Grossbanken und neue Aufgaben als Aufsichtsbehörde - das beschäftigte die Finma 2011. Und weil immer mehr Länder den automatischen Informationsaustausch wollen, wird der Finanzmarktaufsicht die Arbeit nicht ausgehen.

Finma-Direktor Patrick Raaflaub. (Keystone)

Finma bewahrt sich die Unabhängigkeit

Die Finanzmarktaufsicht Finma überwacht Banken und Börsen, Versicherungen und Hedge Funds. Und da geht es um sehr viel Geld. Entsprechend versuchen viele die Entscheide der Finma zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 27.3.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Die Finanzmarktaufsicht (Finma hat im vergangenen Jahr den Banken genauer auf die Finger geschaut und sich vermehrt  vor Ort ein Bild gemacht. Handlungsbedarf sieht die Behörde vor allem bei der Vermögensverwaltung, wo sie Qualität statt Quantität propagiert.

«Es kann kein Geschäftsmodell sein, Steuerhinterziehung von Ausländern zu ermöglichen oder stillschweigend zu dulden», sagte Finma-Direktor Patrick Raaflaub vor den Medien in Bern. Die Finma unterstütze darum die Neuausrichtung des Finanzplatzes auf versteuerte Gelder.

Wie auch immer die Politik das Problem unversteuerter Gelder lösen wird, den Anpassungsprozess beim Geschäft mit der privaten Vermögensverwaltung sieht Raaflaub bereits in Gang. Es sei die grösste Veränderung in den letzten 100 Jahren, seit der Aufstieg des so genannten Wealth Managements begann.

Informationsaustausch
Dass Banken dafür ihre Sorgfaltspflicht ausbauen, sei ein Ansatz. Doch sei dies nur der erste Schritt. Der Trend gehe Richtung Informationsaustausch. Als Aufsichtsbehörde habe die Finma ebenfalls Interesse, Informationen aus dem Ausland zu erhalten.

Gegenüber Radio DRS sagte Raaflaub, er rechne damit, dass die Forderungen nach mehr Information über Konten ausländischer Personen in der Schweiz anhalten: In den USA etwa würden in den nächsten zwei Jahren Gesetze verabschiedet, die eine weitgehend automatische Informationsübermittlung nötig machten.

Der Finma-Direktor sprach damit Fatca an, den «Foreign Account Tax Compliance Act». Ein Gesetz, das die amerikanischen Steuerbehörden in Planung haben: Es hat das Ziel, jeden steuerflüchtigen US-Bürger auf der ganzen Welt ausfindig zu machen; und die Banken sollen dafür eingespannt werden - auch in der Schweiz.

Spitzenplatz weiterhin möglich
Die von Schweizer Banken verwalteten Vermögen belaufen sich inzwischen auf 5,5 Billionen Franken, wovon rund die Hälfte aus dem Ausland stammt. Das Vermögensverwaltungsgeschäft trug 2010 nicht weniger als 15,5 Milliarden Franken zur Wertschöpfung des Bankensektors bei.

Noch könne die Schweiz ihren internationalen Spitzenplatz bezüglich grenzüberschreitender Vermögensverwaltung verteidigen. Doch «was früher als Qualität galt, gilt es heute nicht mehr oder ist zumindest stark relativiert worden», so Raaflaub an der Jahresmedienkonferenz weiter. «Endgültig zu spät ist es jedoch nicht. Noch bleiben der Finanzbranche und der Politik Zeit, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und sich aktiv zu positionieren».

Qualität auf drei Ebenen
Qualität müsse Kern einer Strategie sein, an der die Institute, die Politik, aber auch die Finma zusammenwirken. Gerade die Aufsicht sei dabei kein Hindernis, sondern schaffe die Voraussetzung, dass Finanzdienstleister eine Qualitätsstrategie verfolgen könnten.

Konkret sei es die Aufgabe der Finma, dafür zu sorgen, dass Kunden und Anleger nicht zu Schaden kämen und dass das Finanzsystem als ganzes stabil bleibe.

Bereits im Februar hat die Finma ihren Vorschlag zu einem europakompatiblen Finanzdienstleistungsgesetz vorgestellt. Kunden sollen grundsätzlich transparenter über Chancen und Risiken der Finanzprodukte informiert werden.

Stärkere, intensivere Aufsicht
Im Rahmen ihres Qualitätsanspruchs hat die Finma im vergangenen Jahr die eigene Aufsichtstätigkeit intensiviert. Ihre Experten haben zahlreiche Gespräche geführt und vermehrt Kontrollen vor Ort durchgeführt. Zudem hat das wirtschaftliche Umfeld dazu geführt, dass die Finma neue Formen der Aufsicht einführte.

Zum Beispiel gibt es neu ein Team für die intensive Superversion im Bankenbereich. Doch schreitet die Finma nur ein, wenn Regeln verletzt wurden respektive die Kundensicherheit oder die Stabilität des Systems gefährdet sind. (bru/smus, sda/liec)

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Freitag, 24.2.2012

Finma will schärfere Regeln für Kundenberater

Private Anleger sollen bei der Beratung durch ihre Bank besser geschützt werden. Erfahrung, Ziele und Vermögensverhältnisse von Kunden seien künftig zwingend abzuklären, fordert die Finanzmarktaufsicht.  Mehr


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