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Mittwoch, 25.4.2012

Finma rügt Valiant wegen Marktmanipulation

Happige Vorwürfe an die Berner Valiant Bank: Die Finanzmarktaufsicht Finma wirft der grössten Schweizer Regionalbank vor, ihren Aktienkurs manipuliert zu haben. Bei der Valiant wehrt man sich gegen diese Kritik.

Der Eingang der Valiant-Bank in Bern. (Keystone Archiv)

Von Wirtschaftsredaktor Klaus Bonanomi

Die Gewerbekasse in Bern, die Spar und Leihkasse Bern, die Bank Belp oder die Ersparniskasse Murten - aus diesen Wurzeln entstand in den 90-er Jahren die Valiant Banken Holding. Sie vergibt Hypotheken und Geschäftskredite und führt Sparhefte ihrer Kunden. Mit diesem soliden konservativen Geschäftsmodell trotzte die Valiant auch der internationalen Finanzkrise. Oder schien es nur so?

Jedenfalls blieb ihr Aktienkurs auch im Herbst 2010 auf konstant hohem Niveau, als ringsum alle Bankaktien tauchten. Dann aber, innert weniger Tage, brach der Kurs um rund einen Viertel ein.

Für die Finanzmarktaufsicht Finma steht fest: Die Valiant-Bank hat den Aktienkurs über Monate künstlich hochgehalten, indem sie in grossem Stil eigene Aktien kaufte - zu einem überhöhten Preis. «Es wurde mit Aktien in einer Art und Weise gehandelt, die den Börsenkurs verzerrte. Diese Manipulation ist nicht zulässig», sagt Finma-Sprecher Tobias Lux.

Valiant wehrt sich
Diesen Rüffel will Valiant nicht auf sich sitzen lassen. Man überlege sich, die Verfügung der Finma weiterzuziehen, sagt Kurt Streit, Verwaltungsratspräsident der Valiant. Denn: Die Bank habe nur rund 1,7 Prozent der frei gehandelten Valiant-Aktien aufgekauft. «Da kann man sich sehr fragen, ob dies den Kurs effektiv beeinflussen kann», sagt Streit.

Den Vorwurf der Markt-Manipulation akzeptiert Valiant also nicht. Die von der Aufsicht geforderten Massnahmen billigt die Bank jedoch. «Die Auflagen sind für uns völlig in Ordnung», sagt Streit. Die Bank muss Organisation und interne Vorschriften so anpassen, dass sich so etwas nicht wiederholen kann.

Dies sei bereits umgesetzt. Die Valiant habe Ende 2010 den Handel mit Eigenbeständen an eine Drittbank ausgelagert. So will man künftig mögliche Interessenkonflikte zwischen der Bank und ihren Kunden vermeiden.

Manager entlastet
Der konstant hohe Kurs der Valiant-Aktie vor dem Kurssturz vom Oktober 2010 führte auch zum Vorwurf, das Management und der Verwaltungsrat der Valiant-Bank hätten zuvor stark vom hohen Aktienkurs profitiert. Insgesamt sollen sie über Jahre rund 50 Millionen Gewinn eingefahren haben.

Ob sich das Management damit einen ungerechtfertigten Vorteil auf Kosten der Aktionäre verschaffte, hat die Finma nicht untersucht. «Zu diesem Sachverhalt können wir gar keine Stellung nehmen», sagt Lux.

Klar ist aber nach der Finma-Untersuchung: Es gibt keinerlei Hinweise auf ein strafbares Verhalten. Auch Valiant sieht sich in der Hinsicht entlastet. Die Bank betont denn auch, personelle Konsequenzen habe der Fall keine. Dass Verwaltungsratspräsident Streit in einem Jahr zurücktritt und durch Postchef Jürg Bucher ersetzt wird, habe hiermit nichts zu tun; diesen Wechsel habe man bereits vor einiger Zeit mitgeteilt. (fors;bru)

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