SNB macht Milliardenverlust im ersten Quartal
Schweizerische Nationalbank in Bern. (SNB)
Die SNB kauft seit Monaten mit grossen Frankenmengen Euro und andere Fremdwährungen auf, um ein weiteres Ansteigen des Kurses der Schweizer Währung zu verhindern.
Gegenüber dem Euro verteidigt sie seit September 2011 einen Mindestkurs von 1,20 Franken. Damit soll vor allem die heimische Exportwirtschaft vor einer weiteren Verteuerung ihrer Waren im Ausland geschützt werden. Zugleich geht es darum, eine Verlagerung von Arbeitsplätzen in das Euro-Umland zu verhindern.
Im ersten Quartal 2012 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) bei den Devisenanlagen einen Verlust von insgesamt 6,4 Milliarden Franken eingefahren. Der Verlust ist auf den Verkauf von Franken gegen Euro, Yen sowie Dollar zurückzuführen. Damit sorgt die SNB für einen Mindestkurs von 1,20 Franken gegenüber dem Euro.
Insgesamt hält die SNB ausländische Währungen im Wert von rund 245 Milliarden Franken. Sie sind zu 51 Prozent in Euro und zu rund 28 Prozent in Dollar angelegt. Der Euro büsste im ersten Quartal 1,1 Prozent an Wert ein und beim Dollar waren es 3,8 Prozent.
Goldwert gleicht teilweise Verluste aus
Kursgewinne und Zinserträge aus Wertpapieren konnten das Minus bei den Devisenanlagen nur teilweise ausgleichen: Am Schluss blieb ein Verlust von 2,6 Milliarden Franken. Dieser Verlust wurde vom steigenden Goldpreis gemildert, so dass der gesamte Verlust der Nationalbank im ersten Jahresquartal 1,7 Milliarden Dollar betrug.
Kantone könnten leer ausgehen
Im Prinzip kann die Schweizer Notenbank endlos gegen die Aufwertung des Frankens mit selbst geschaffenem Geld kämpfen. Doch wenn beispielsweise der Dollar dadurch weiter an Wert verliert, könnte die SNB keinen Gewinn verbuchen. Dies wiederum würden die Kantone zu spüren bekommen. Ohne Gewinnausschüttung der SNB müssten sie die Lücken in ihren Budgets auf den Finanzmärkten decken.
Gewinn beim Stabilisierungsfonds
Einen positiven Beitrag zum SNB-Ergebnis leistete auch der Stabilisierungsfonds, in welchen während der Finanzkrise zur Rettung der UBS die toxischen Wertpapiere der Grossbank ausgelagert wurden. Der Fonds weist einen Quartalsgewinn von 153 Millionen Franken aus, wobei 111 Millionen Franken ins Konzernergebnis der SNB einflossen. (bat;pet, sda) (bat, sda)
Mehr zum Stichwort:
