Novartis kauft Generika-Spezialisten Fougera
Der Basler Pharmakonzern Novartis kauft für 1,525 Milliarden Dollar eine Firma in den USA. Laut Novartis ist das Unternehmen Fougera Pharmaceuticals spezialisiert auf Generika für Hautkrankheiten. Novartis will den Kauf über seine Generika-Tochtergesellschaft Sandoz abwickeln, falls die Wettbewerbsbehörden der Übernahme zustimmen.
Verkäufer der in Melville im US-Bundesstaat New York ansässigen Firma ist ein Konsortium von Anlagefonds angeführt von Nordic Capital, DLJ Merchant Banking (Credit Suisse) und Avista Capital Partners, wie Novartis mitteilte.
Fougera beschäftigt rund 700 Mitarbeiter und erzielte 2011 mit ihren 45 Produkten einen Umsatz von 429 Millionen Dollar. Der Kaufpreis entspreche dem 8,8-fachen des letztjährigen operativen Betriebsgewinns vor Zinsen, Steuern, Abschreibern und Goodwill-Amortisationen (EBITDA) von 173 Millionen. Franken.
Die Übernahme bilde ein weitere starke Wachstumsplattform für Sandoz, heisst es weiter. Sandoz werde mit der Übernahme die Nummer Eins bei Dermatologie-Generika mit einem jährlichen Umsatz von gegen 620 Millionen Dollar vor allem in den USA.
Die Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden bewilligt werden und soll gemäss Novartis in der zweiten Jahreshälfte 2012 abgeschlossen werden.
Druck an vielen Fronten
Sandoz litt zuletzt unter Einbussen. Der Preisdruck im Generikageschäft liess den Umsatz im ersten Quartal 2012 um 10 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar schrumpfen. Das operative Kernergebnis brach gar um 28 Prozent auf 382 Millionen Dollar ein. Novartis-Chef Joe Jimenez geht aber von einer Erholung im Jahresverlauf aus.
Sandoz kämpfte in drei Werken in den USA und Kanada auch mit internen Problemen. So sprach die US-Gesundheitsbehörde FDA von schweren Nachlässigkeiten in der Produktion sowie von verschmutzten Geräten und drohte mit Konsequenzen. Novartis reagierte mit einem «freiwilligen» Medikamenten-Rückruf.
In der Branche läuft derzeit eine Konsolidierung. So übernahm der US-Generikahersteller Watson kürzlich für 4,25 Milliarden Euro den in Steinhausen im Kanton Zug ansässigen Konkurrenten Actavis. Damit soll nach der israelischen Teva und Sandoz der weltweit drittgrösste Hersteller von Nachahmermedikamenten entstehen. (mz;bru, sda)
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