Lufthansa macht Ernst mit Stellenabbau
Die Lufthansa fliegt im ersten Quartal einen grossen Verlust ein. (Reuters)
Die Lufthansa will im Zuge ihres milliardenschweren Sanierungsprogramms in den kommenden Jahren weltweit 3500 Stellen streichen. Die Kürzungen sollen durchweg die Verwaltung treffen. Mit dem Abbau will die Airline in den nächsten Jahren insgesamt 1,5 Milliarden Euro einsparen.
Stellenabbau sozialverträglich gestalten
Konzernchef Christoph Franz sagte in Frankfurt am Main: «Nur wenn wir jetzt die administrativen Funktionen neu strukturieren und auch einen Stellenabbau in Kauf nehmen, können wir langfristig Arbeitsplätze erhalten und neue Arbeitsplätze schaffen.» Ziel sei, die Stellenstreichungen weitgehend sozialverträglich abzuwickeln.
Der Konzern zählt insgesamt 120'000 Mitarbeiter. Überraschend kommt die Ankündigung nicht. Eine Zeitung machte die Pläne bereits vor einer Woche öffentlich. Die Lufthansa wollte das seinerzeit nicht kommentieren.
Im ersten Quartal flog die Lufthansa wegen hoher Treibstoffkosten und neuer Belastungen durch den Emissionshandel tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich verringerte sich der saisontypische Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um ein Fünftel auf 397 Millionen Euro, wie der Konzern bereits am Mittwochabend mitgeteilt hatte. Der operative Verlust fiel mit 381 Millionen Euro jedoch mehr als doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor.
Einstellungsstopp bei der Swiss
Rote Zahlen schreibt auch die Swiss. Im ersten Quartal verbuchte die Lufthansa-Tochter ein Minus von vier Millionen Franken - nach einem Gewinn von 16 Millionen Franken im gleichen Vorjahresquartal. Zugleich stieg der Umsatz in den ersten drei Monaten 2012 um 2 Prozent auf 1,167 Milliarden Franken. «Die Marktsituation bleibt schwierig, die Volatilität in unserer Industrie hat ein Niveau erreicht, das wir bisher nicht gekannt haben», wurde Swiss-Chef Harry Hohmeister in einer Mitteilung zitiert.
Als Grund für den operativen Verlust gibt die Swiss insbesondere die ungünstige Währungssituation und die hohen Treibstoffpreise an. Deshalb will auch die Swiss sparen. So wird unter anderem ein Einstellungsstopp für Verwaltungsfunktionen verfügt. Ausserdem sollen die Kosten von externen Beratern überprüft werden, wie Hohmeister weiter mitteilen liess. (ank/pet, sda/dpa)
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