Nestlé baut weitere Kapselfabrik im Kanton Freiburg
Nespresso-Boutique in Winterthur: Die Nachfrage nach den Kapseln steigt, Nestlé baut nun eine weitere Fabrik im Kanton Freiburg. (Keystone)
Vor Westschweiz-Korrespondent Patrick Mülhauser
Der Boom der Nespresso-Kapsel von Nestlé scheint ungebrochen. Allein im ersten Quartal dieses Jahres stieg der Umsatz um 20 Prozent. Mit Avenches und Orbe hat Nespresso bereits zwei Produktionsstandorte in der Waadt. Nun soll in der Freiburger Gemeinde Romont eine dritte Fabrik entstehen. Nespresso investiert dort 300 Millionen Franken und schafft kurzfristig 200 Arbeitsstellen. Mittelfristig rechnet Nespresso gar mit 400 Arbeitsstellen.
Finanzielle Zugeständnisse
Der Kampf zwischen den Kantonen für die Ansiedlung der neuen Kaffeekapselfabrik war gross. Romont stand in direkter Konkurrenz mit der Berner Gemeinde Lengnau. Ausschlaggebend war unter anderem die Lage direkt an der Bahnlinie. Nespresso will seine Kapseln von Romont aus per Zug transportieren.
Aber auch finanzielle Zugeständnisse sind gemacht worden. Selbstverständlich sei man finanziell und steuermässig Nestlé entgegen gekommen, sagt der Freiburger Staatsrat Beat Vonlanthen. «Das geht aber nicht über den Rahmen der gesetzlichen Grundlagen heraus», betont er. Details geben Néstlé und die Freiburger Regierung jedoch nicht bekannt.
Grosser Erfolg für Freiburg
Trotzdem ist die neue Nespresso-Fabrik für Freiburg ein grosser Erfolg. Der Kanton hat wirtschaftlich Aufholbedarf. Das durchschnittliche Einkommen der Bevölkerung liegt unter dem schweizerischen Durchschnitt. In Romont sollen auch viele Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung geschaffen werden.
Für Freiburg ist es auch ein Sieg innerhalb der Westschweiz. Die Westschweizer Kantone betreiben gemeinsam mit dem Kanton Bern Wirtschaftsförderung vor allem im Ausland. Oft hat Freiburg aber das Nachsehen. Viele Firmen ziehen lieber ans Genferseebecken als nach Freiburg. Die Ansiedlung von Nespresso ist deshalb sehr willkommen. (fors;ank)
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