Weber verteidigt Antrittsprämie
Der neue UBS-Präsident Axel Weber. (Keystone)
Von Wirtschaftsredaktorin Eveline Kobler
Axel Weber, Sie vollziehen einen ziemlichen Rollenwechsel: Sie kommen von der Deutschen Bundesbank, dort haben sie gegen zu grosse Bankenrisiken gekämpft. Jetzt sind sie selber Banker - geht das?
Das geht hoffentlich gut. Ich glaube, diejenigen, die immer dasselbe machen, werden irgendwann feststellen, dass es langweilig wird. Ich habe früher zehn Jahre an der Universität zugebracht, ich war fast zehn Jahre in der Politik, davon sieben Jahre in der Notenbank. Jetzt werde ich zehn Jahre in den Privatbanken zubringen. Das ist ein erfülltes und ein spannendes Leben und ich freue mich auf diese neue Phase.
Sie haben schon durchblicken lassen, dass Sie die eingeschlagene Strategie der UBS von CEO Sergio Ermotti und ihrem Vorgänger Kaspar Villiger grundsätzlich weiterführen. Hat denn die UBS die Risiken schon genügend abgebaut?
Genügend noch nicht, aber wir sind auf dem Weg. Genügend in dem Sinne, dass wir vor dem Plan liegen. Im jetzigen Marktumfeld, das ja durch neue Volatilität gekennzeichnet ist, ist uns das eigentlich besser gelungen als wir noch letztes Jahr erwartet haben. Diesen Weg werden wir konsequent weiter beschreiten. Kapitalstärkung ist die erste Pflicht. Zweitens müssen wir Risikoaktiven abbauen. Und drittens - und das hat die Generalversammlung gezeigt - müssen wir die Aktionäre zufriedener stellen als sie es zurzeit sind. Das ist für mich eine wichtige Verpflichtung.
Mit den Vergütungsfragen sind die Aktionäre ganz und gar nicht zufrieden. 40 Prozent der Aktionäre haben nein gesagt zum Vergütungsbericht. Tragen Sie da eine Mitschuld mit ihrem «Golden Handshake»? Vier Millionen lassen sie sich auszahlen, nur damit sie den Job überhaupt antreten.
Ich glaube, dass die Eigenkapitalrenditen im Bankensystem deutlich nach unten gegangen sind. Bei einer Institution wie der UBS, die vom Steuerzahler gerettet werden musste, wurden natürlich die Aktionäre massiv verwässert. Insofern haben sie jetzt über Jahre keine Renditen gesehen und der Aktienkurs ist nur noch ein Bruchteil dessen, was er war, als sie eingestiegen sind. Ich kann diese Verärgerung verstehen und wir sind natürlich hier auch verpflichtet nachzusteuern. Unser Problem ist, dass in vielen anderen Märkten, wie etwa in den USA, die Gehälter sich noch nicht nach unten bewegt haben. Das wird kommen. Aber die UBS ist eben in diesem Prozess auch jemand, der sich im Marktumfeld bewegen muss. Die Entlohnung wird mit der Eigenkapitalrendite sinken.
Gehen Sie davon aus, dass diese vier Millionen, die Sie sich auszahlen lassen, etwas mit dem Abstimmungsergebnis an der GV zu tun haben?
Es ist sicherlich ein Teil der Diskussion, dem will ich mich gar nicht entziehen. Aber es ist sicherlich nicht der Hauptgrund. (luek)
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