Spaniens Banken wanken
Die viertgrösste spanische Bank steht vor der Pleite. (Reuters)
Zur Stabilisierung des angeschlagenen Finanzsektors übernimmt Spanien die Kontrolle über die viertgrösste Bankengruppe des Landes. Das Wirtschaftsministerium in Madrid teilte mit, der Staat stütze mit 4,5 Milliarden Euro den schwankenden Sparkassenkonzern Bankia. Dazu habe die Regierung auf Bitten des Unternehmens einen indirekten Anteil von 45 Prozent über den Mutterkonzern BFA gekauft.
Ein Fass ohne Boden
In den Büchern von Bankia schlummern ungedeckte Kredite im Wert von mehr als 30 Milliarden Euro. Es wird damit gerechnet, dass die spanische Regierung mindestens noch weitere zehn Milliarden Euro in die Bank stecken muss. Einige Analysten erwarten sogar einen noch höheren Rettungsbetrag, damit das Institut nicht Pleite geht.
Seit Beginn der Finanzkrise hat die spanische Regierung sieben kleinere Sparkassen übernommen. Der Kauf von Bankia als viertgrösste Bank ist die bislang grösste Übernahme zur Eindämmung der Kredit- und Schuldenkrise in dem Euro-Land.
Spätfolgen der Immobilienkrise
Spanien leidet nicht nur unter einer Rezession und hoher Arbeitslosigkeit, sondern auch unter den Folgen einer geplatzten Immobilienblase.
Spaniens Banken haben für rund 320 Milliarden Euro Immobilienkredite vergeben. Über die Hälfte davon - also rund 180 Milliarden - könnten ausfallen. Die Regierung in Madrid arbeitet mit Hochdruck an der Sanierung des Finanzsektors. Demnächst sollen weitere Massnahmen vorgestellt werden.
Abwärtsspirale befürchtet
Auch wegen der Probleme im Bankensektor befürchtet die EU-Kommission, dass Spanien seine Sparziele dieses und nächstes Jahr verfehlen dürfte. Ministerpräsident Mariano Rajoy hält Regierungskreisen zufolge aber an den Sparvorgaben fest. Es gebe keine Pläne, die Defizitziele abermals zu lockern. (smus, reuters)
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