Dutzende Nachbeben in Italien
Bald werden Helfer die Feuerwehrleute unterstützen. (Keystone)
Nach dem Beben vom Sonntag mussten Tausende Menschen die Nacht auf Montag in Notunterkünften der bei Freunden und Verwandten verbringen. Der Zivilschutz stellte in Sporthallen und Schulen 4500 Bettplätze zur Verfügung.
Helfer sind unterwegs
Mittlerweile sind über 650 Helfer auf dem Weg in das Erdbebengebiet. Laut einem Bericht des Portals «reppubblica.it» kommen die Helfer aus den umliegeden Regionen Lombardei, Venetien, der Toskana und Latium.
Der Regen erschwerte die Arbeit der Rettungsmannschaften, die die Stabilität der vom Erdbeben betroffenen Gebäude überprüfen mussten. Das Gefängnis von Ferrara wurde vorsorglich evakuiert, wie das Fernsehen RAI berichtete. Manche Menschen berichteten dem Sender, dass sie die Nacht aus Angst vor Nachbeben im Auto verbracht hätten. Viele Schulen im Erdbebengebiet bleiben geschlossen.
Mehrere Nachbeben und Sorge um Kulturgüter
Die schwersten Nachbeben in der Nacht auf Montag erreichten eine Stärke von 3,7. Insgesamt gab es der Website «corriere.it» zufolge mehr als hundert kleinere Nachbeben. Am Sonntagnachmittag war es zu einem Nachbeben der Stärke 5,0 gekommen.
Am frühen Sonntagmorgen hatte ein Beben der Stärke 6,0 die Region erschüttert. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben, 50 Personen wurden verletzt. Besonders betroffen waren Modena, Ferrara, Bologna und Mantua. Die Schadenhöhe ist noch unbekannt.
Vor allem aber gibt es Sorge wegen der Schäden an den unschätzbaren Kulturgütern der Region. «Die Schäden an dem kulturellen Erbe sind nach ersten Erkenntnissen beachtlich», sagte der Minister für Kulturgüter, Lorenzo Ornaghi, laut der Nachrichtenagentur Ansa. Unter anderen gab es Schäden in der Renaissancestadt Ferrara, deren historischer Stadtkern zum Weltkulturerbe gehört. Das Schloss von Ferrara sowie Kirchen wurden beschädigt.
Monti reist vorzeitig aus Chicago ab
Regierungschef Mario Monti sagte den Opfern Hilfe zu. «In diesen Momenten fühlt das ganze Land mit denen, die leiden», sagte Monti.
Wegen des Erdbebens und des Bombenanschlags auf eine Berufsschule im süditalienischen Brindisi, bei dem am Samstag eine 16-Jährige getötet worden war, will Monti vorzeitig vom Nato-Gipfel in Chicago abreisen und noch am Montagnachmittag wieder in Italien sein. (bat,webs;pet, dpa)
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