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  • Wirtschaft:

Dienstag, 22.5.2012

OECD warnt vor schwerer Rezession

Die OECD macht sich zunehmend Sorgen um die Euro-Zone. Die Experten warnen in ihrem jüngsten Wirtschaftsausblick vor einem Abwärtsstrudel aus übertriebener Sparpolitik. Die Schweiz gewinnt hingegen in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt.

Dunkle Wolken hängen über Europas Wirtschaftshimmel. (Archiv Keystone)

OECD warnt vor Abwärtsstrudel in Eurozone

Die OECD sieht in Europa eine gefährliche Mischung aus Schulden, Sparen und schwachen Banken; dadurch könnte die gesamte Weltwirtschaft in die Tiefe gerissen werden. Die OECD fordert eine aktivere Rolle der EZB.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 22.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Expertenstreit über Rezept zu mehr Wirtschaftswachstum

Die reichen EU-Länder Nordeuropas müssten ihre Ausgaben erhöhen. Auch die Schweiz. Das verlangt der Ökonom Daniel Gros vom Brüsseler Center for European Policy Studies. Schweizer Wirtschaftsexperten reagieren skeptisch.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 22.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht das Risiko einer «schweren Rezession» in der Eurozone. Der Eurozone drohe ein wirtschaftlicher Rückgang von zwei Prozent, erklärte Chefökonom Pier Carlo Padoan.

Es bestehe nur geringe Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung. Warnend heisst es im neuen Konjunkturausblick der Industrieländerorganisation: «Durch die jüngsten Ereignisse haben sich die Abwärtsrisiken zusätzlich erhöht.» Die sich wieder verschärfende Krise im Euroraum stelle nach wie vor den grössten Risikofaktor für die Weltwirtschaft dar, der Prozess des Schuldenabbaus habe noch kaum begonnen.

Teufelskreis
«Die von den Anstrengungen zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen ausgehende Bremswirkung könnte erheblich sein, besonders in einigen Ländern», mahnt Chef-Ökonom Pier Carlo Padoan. Verantwortlich dafür macht er «grundlegende wirtschaftliche, fiskalische und finanzielle Ungleichgewichte innerhalb des Euroraums».

Die Konjunkturerholung in den Ländern mit einer robusteren Verfassung könne kaum das darniederliegende Wachstum in anderen Ländern ausgleichen. «Vor diesem Hintergrund wächst die Gefahr eines Teufelskreises», heisst es in dem Bericht. Strenge Haushaltsdisziplin und eine erfolgreiche Konsolidierung der öffentlichen Finanzen könnten die Rahmenbedingungen zur Schaffung eines «Wachstumspakts» schaffen.

Schweiz mit leichtem Wachstum
Die Schweiz kann sich nach Einschätzung der OECD ab der zweiten Jahreshälfte dank zunehmender Wirtschaftsaktivitäten ihrer wichtigsten Handelspartner auf eine anziehende Wachstumsdynamik einstellen.

Die Arbeitslosenquote dürfte in diesem und im kommenden Jahr leicht zurückgehen und die Teuerung niedrig bleiben, hiess es weiter. Sie rechnet in diesem Jahr mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstum auf 0,9 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dann um 1,9 Prozent steigen und damit wieder so stark wie 2011.

Zwar sei die direkte Exponierung des Schweizer Banksektors gegenüber der Euro-Schuldenkrise moderat. Doch die beiden Grossbanken verfügten nach wie vor nur über sehr wenig Risikokapital, womit das Risikopotenzial für die Wirtschaft des Landes steige, sollten die Turbulenzen an den Finanzmärkten andauern.

Für die deutsche Wirtschaft wird bis 2013 eine weitere Erholung vorausgesagt. Das Wachstum werde 2013 bei zwei Prozent liegen, hiess es. Die Gründe dafür seien eine niedrige Arbeitslosenquote und eine erfolgreiche Haushaltskonsolidierung. (fors, sda/dpa/reuters)

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