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Dienstag, 3.7.2012

Mehr Klagen von Ausländern bei Bankenombudsman

Banken in der Schweiz führen immer mehr spezielle Bedingungen für Kunden im Ausland oder Kunden mit ausländischem Pass ein. Auf dem Schreibtisch von Bankenombudsman Hanspeter Häni landeten im vergangenen Jahr verstärkt Klagen von Betroffenen.

Bankenombudsman Hanspeter Häni. (Archiv Keystone)

Viel Arbeit für den Banken-Ombudsmann

Immer mehr ausländische Kunden und Doppelbürger klopfen bei Banken-Ombudsmann Hanspeter Häni an und bekunden Probleme mit den Banken. Mehrheitlich sind es Bankkunden, die einen Bezug zu den USA haben.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 3.7.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Der Bankenombudsmann hat sich im vergangenen Jahr vermehrt mit Fragen des Geldverkehrs und der Kontenführung beschäftigen müssen. Ausländische Bankkunden meldeten sich etwa, wenn die Bank die Kontoführungsgebühren erhöht hatte.

Oft störten sich die Kunden nicht nur daran, dass sie als Ausländer höhere Kosten hätten, sondern sie ärgerten sich auch darüber, dass die Bank sie zu spät oder nur ungenügend informiere, sagte Häni.

Beziehung Knall auf Fall gekündigt
Im Büro des Ombudsmans aufgekreuzt sind auch US-Amerikaner oder Kunden mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, denen die Bank die Kundenbeziehung vor dem Hintergrund des Steuerkonflikts Knall auf Fall aufgekündigt habe. Für verschiedene Schweizer Banken sei das Risiko so genannter US-Personen zu gross geworden, sagte Häni.

Dass Banken US-Personen loswerden wollten, entspreche einem breiten Trend. Da der Ombudsman nur beratend und vermittelnd wirken kann, appelliert Häni an die Banken, Kunden genug Zeit zu lassen. Dann könnten sich diese neu orientieren.

Fragen zur Kundenbeziehung
Häni berichtete aber auch vom Fall einer 27-jährigen Schweizerin, die in den USA geboren wurde, deswegen ebenfalls als US-Person gilt und sich Steuerforderungen aus den USA ausgesetzt sah. «Sie hat nun Probleme, weil Schweizer Banken sie nicht mehr als Kundin wollen», sagte Häni.

Solche und ähnliche Fälle machten 2011 38 Prozent der Anfragen aus, die bei der Ombudsstelle eingingen. Das ist zwar nur ein Anstieg um 1 Prozentpunkt. Die Hauptanliegen von ausländischen Kunden, also Fragen der Kontoführung und des Geldverkehrs, häufen sich generell bei der Ombudsstelle.

28 Prozent der Anfragen betrafen Konto, Zahlungsverkehr oder Karten (Vorjahr: 21 Prozent), während die Kategorie Anlageberatung und Vermögensverwaltung 25 Prozent ausmachten (Vorjahr: 32 Prozent). Anlagethemen waren 2009, im Jahr nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothes mit tausenden Geschädigten, mit 71 Prozent Anfragen noch die Hauptbeschäftigung von Häni und der Ombudsstelle gewesen.

Knapp 1900 Anfragen
Insgesamt bearbeitete die Ombudsstelle im vergangenen Jahr 1889 Fälle, leicht weniger als 2010. Allerdings liegt die Zahl der Anfragen immer noch deutlich über dem Mittel der Zeit vor der Finanzkrise.

Früher gingen beim Ombudsman 1400 bis 1500 Fälle ein. «Vor der Finanzkrise wurden uns pro Monat rund 130 neue Fälle unterbreitet, jetzt sind es fast 160», sagte Häni. Dafür akzeptierten 2011 die Banken 91 Prozent der Lösungsvorschläge des Ombudsmanns. Im Krisenjahr 2009 waren es nur 73 Prozent gewesen. (fors, sda)

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Dossier, Letztes Update: Samstag, 8.12.2012

Steuerstreit und Bankgeheimnis

Unter wachsendem Druck aus dem Ausland hob der Bundesrat 2009 die umstrittene Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug auf - zumindest gegenüber anderen Staaten. In zähen Verhandlungen geht es seither darum, welche Daten Schweizer Banken ausländischen Behörden offenlegen müssen.  Mehr


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