Risiko einer Immobilienblase leicht gesunken
Keine Entwarnung in der Region Zürich: Der Immobilienmarkt boomt weiter. (Keystone)
Historisch tiefe Hypothekarzinsen hatten in der Schweiz in den letzten vier Jahren zu einer Überhitzung des Immobilienmarkts geführt. Damit stieg auch die Gefahr einer Immobilienblase. Jetzt hat sich der Markt überraschend abgekühlt. Der Immobilienblasen-Index der UBS sank im zweiten Quartal 2012 überraschend von 0,95 Punkten im Vorquartal auf 0,82 Punkte.
Weniger gefährdete Regionen
Der Rückgang deute auf eine leichte Marktberuhigung hin, jedoch nicht auf eine Trendwende, teilte die UBS mit. Der Immobilienmarkt verharre weiterhin klar in einer Boomphase. Die Preise in Gebieten mit besonders angespanntem Immobilienmarkt legten auch im vergangenen Quartal stark zu.
Die Region Zürich liegt dabei mit durchschnittlichen Jahreszuwachsraten von fast neun Prozent seit 2009 klar an der Spitze. Neben Zürich zählen die Agglomerationen Genf und Lausanne zu den Regionen der Schweiz, in denen die Immobilienpreise besonders schnell steigen.
Die Zahl der Gefahrenregionen verringerte sich jedoch. Das Untere Baselbiet sowie das Gebiet um Gstaad werden aktuell nicht mehr dazu gezählt. Beide Gebiete werden aber weiterhin von der UBS genau beobachtet.
Preise steigen langsamer
Grund für die leichte Abkühlung des Marktes waren unter anderem sinkende Angebotspreise. Die Eigentumswohnungen wurden 1,6 Prozent und die Einfamilienhäuser 0,5 Prozent günstiger als im Vorquartal angeboten. In Verbindung mit steigenden Einkommen und stagnierenden Konsumentenpreisen habe dies den teilweise starken Aufwärtstrend der letzten Quartale gestoppt, hiess es weiter.
Die UBS-Ökonomen erwarten aber keine Trendwende. Sie verweisen auf die historisch günstigen Finanzierungsbedingungen, das hohe Bevölkerungswachstum und die robuste Binnenkonjunktur.
Die Anfang Juli in Kraft getretenen Mindestanforderungen bei der Hypothekarfinanzierung würden die Nachfrage nach Wohneigentum aber möglicherweise dämpfen. Für die nächsten Quartale werden daher «etwas geringere» Preiswachstumsraten erwartet. (nab;pet, sda)
Mehr zu den Stichwörtern:
