Swiss Re: Gewinneinbruch wegen US-Abschreiber
Hauptsitz des Rückversicherers Swiss Re in Zürich. (Archiv Keystone)
Ein Abschreiber von einer Milliarde Dollar beim Verkauf der Admin Re-Sparte in den USA drückt das Resultat von Swiss Re im zweiten Quartal auf 83 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch 960 Millionen Dollar verdient.
Den Verkauf der Admin Re-Geschäfte in den USA hatte der Konzern bereits Ende Mai bekannt gegeben und dabei über einen zu erwartenden Abschreibungsverlust informiert. Über die Abteilung Admin Re verwaltet der Konzern Lebens- und Krankenversicherungsprodukte, die von Erstversicherern nicht mehr verkauft werden.
Dieses Geschäft kann für den Rückversicherer lukrativ sein, wenn er die Anlagerisiken im Griff hat. Allerdings fordert Admin Re auch eine hohe Kapitalunterlegung. Durch den Verkauf der US-Portfolios an das Unternehmen Prudential setzte Swiss Re 900 Millionen Dollar Kapital frei.
Aktie im Minus
In der klassischen Rückversicherung belasteten nur wenig Naturkatastrophen-Schäden die Kassen des Konzerns. Dazu konnte der weltweite Branchenzweite Rückstellungen aus früheren Jahren auflösen und verdiente gut an den Kapitalmärkten.
Auf diese Weise übertraf die Swiss Re die Erwartungen der Analysten, die wegen Admin Re einen Verlust erwartete hatten. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten waren im Schnitt von einem Minus von 168 Millionen Dollar ausgegangen.
Analyst Fabrizio Croce vom Brokerhaus Kepler schrieb aber nach der Ergebnispräsentation, die Qualität der Zahlen sei schwach. Die Reserveauflösungen, welche Swiss Re-Finanzchef George Quinn auf 300 Millionen Dollar bezifferte, hätten das Ergebnis aufgeblasen. Der Aktienkurs der Swiss Re sank nach Handelsstart denn auch um über ein Prozent.
Mehr Prämien
Bei den Einnahmen profitiert die Swiss Re von steigenden Preisen auf dem Markt für Risikoschutz. Die verdienten Prämien stiegen um 14 Prozent auf 6,13 Milliarden Dollar. Analysten hatten etwas weniger vorausgesagt.
Der Anteil von Schadenleistungen und Verwaltungskosten am Prämienvolumen (Combined Ratio) betrug im Quartal 85,7 Prozent, womit die Swiss Re die Prognosen ebenfalls übertraf: Die Analysten hatten eine für den Konzern schlechtere Combined Ratio von etwa 90 Prozent vorausgesagt. Im zweiten Quartal 2011 waren das Verhältnis mit 81,4 Prozent allerdings noch besser gewesen. (bru;basn, sda/reuters)
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