UBS-Aktionäre kritisieren Millionenboni
Axel Weber übernimmt das Ruder von Kaspar Villiger. (Reuters)
Die UBS-Aktionäre setzen ein Zeichen gegen Millionenboni: 37 Prozent der Aktionäre, deren Stimmen an der Generalversammlung im Zürcher Hallenstadion vertreten waren, lehnten den Vergütungsbericht ab.
Zu einem «Nein» zum Vergütungsbericht hatten auch grosse Aktionärsverbände aufgerufen. Die Genfer Pensionskassenstiftung Ethos gehörte dazu. Deren Direktor Dominique Biedermann kritisierte, dass der UBS-Aktienkurs innert Jahresfrist um 27 Prozent gesunken sei.
«Es stellt sich die Frage, wie hoch die variablen Vergütungen ausgefallen wären, hätte die UBS ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich gehabt», sagte er.
Weber erinnert an Staatsrettung
«Wir müssen die Diskussion um die Vergütungsberichte ernst nehmen», sagte der Ex-Präsident der deutschen Bundesbank nach seiner Wahl. Gerade die UBS habe als eine der ersten Banken ein transparentes Lohnsystem geschaffen: Da der Wettbewerb aber gewisse Löhne verlange, müsse eine Balance gefunden werden mit den Meinungsbekundungen der Aktionäre.
Er nehme zur Kenntnis, dass das Thema Löhne in der Schweiz stark diskutiert werde. «Sowieso, wenn die Bank vom Staat gerettet werden musste», fügte Weber an. Weber selbst ist allerdings ins Gespräch gekommen, weil er zum Amtsantritt 2 Millionen Franken und 200'000 UBS-Aktien «Begrüssungsgeld» bekommt.
Misstrauen bei Risikokontrolle
Sehr knapp fiel das Aktionärsvotum zur Décharge aus: Knapp 53 Prozent erteilten der UBS-Spitze Entlastung für den Geschäftsgang 2011, über 47 Prozent waren dagegen oder legten leer ein. Auch Grossaktionäre stimmten unter dem Eindruck des Trader-Skandals vom letzten September, als ein Londoner UBS-Investmentbanker 2,3 Milliarden Dollar in den Sand setzte, nicht für die Entlastung.
Der abtretende Präsident Kaspar Villiger und Konzernchef Sergio Ermotti bekräftigten, dass die Bank ihre Risikokontrolle inzwischen verbessert habe. Das Investmentbanking soll Teil der UBS bleiben. Auch Neu-Präsident Weber hält am Investmentbanking fest, will es aber vom Image des «Casinos» und der «Zockerbude», wie er es nannte, befreien.
Er wolle der UBS den Rest seines Berufslebens widmen, erklärte der 55-jährige Weber. Er betrachte sein Wirken als langfristige Verpflichtung zugunsten einer früheren Schweizer Ikone, deren Glanz und Ansehen er restaurieren will.
Die Aktionäre spendeten daraufhin Applaus
Weber würdigte die Leistung Villigers, der das Vertrauen in die UBS wiederaufzubauen half, und auch den ehemaligen Konzernchef Oswald Grübel ausdrücklich und mehrfach. Er nahm die beiden gegen vielfache Kritik in Schutz: Sie seien in der Krise der UBS die Feuerwehr gewesen, nicht die Brandstifter.
An der GV der UBS, die dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert, hatte der seit 2009 amtierende Präsident und ehemalige FDP-Bundesrat Villiger seinen letzten Auftritt. Seine letzte GV war geprägt von zahlreichen Voten der Kleinaktionäre, wie es bei der UBS in den vergangenen Jahren üblich geworden ist. (fors, sda)
Mehr zu den Stichwörtern:
