Schweizer Film gewinnt in Berlin Sonderpreis
Ursula Meier nimmt den Silbernen Bären entgegen. (Keystone)
Ein Walliser Märchen an der Berlinale
Gewinner des Hauptpreises der 62. Berlinale ist «Cäsar muss sterben» («Cesare deve morire») der Regie-Brüder Paolo und Vittorio Taviani.
Silbernen Bären für Meier
Der Silberne Bär der Internationalen Filmfestspiele Berlin geht in die Schweiz. Mit Ursula Meiers «L'enfant d'en haut», der in Berlin unter dem Titel «Sister» gezeigt wurde, war die Schweiz erstmals seit zehn Jahren wieder im Wettbewerb der Berlinale vertreten.
Die Koproduktion mit Frankreich wurde von der Kritik als einer der besten Schweizer Filme seit Jahren gewürdigt.
Geschwisterpaar
Die Hauptfiguren sind der zwölfjährige Simon und seine erwachsene Schwester Louise, die in einer schäbigen Wohnung hausen. Den kleinen Simon zieht es auf die Berge zu den Leuten an der Sonne. Seine Schwester hingegen hat längst resigniert; sie lässt sich von zwielichtigen Liebhabern aushalten und säuft sich, wenn sie gerade mal Geld hat, ins Koma.
Tristes Dasein
Konsequent und kompromisslos folgt der Film in unspektakulären Bildern dem täglichen Weg des kleinen Diebes mit der Seilbahn von unten nach oben und wieder hinunter, und dem tristen Dasein seiner Schwester, der selbst die Nähe zum vielbeschäftigten Simon zu viel ist.
Während Meiers hoch gelobter erster Film «Home» in einer konstruierten Welt an einem stillgelegten Stück Autobahn spielt, ist «L'enfant d'en haut» in der realen Welt verortet. Gedreht wurde unter anderem in Verbier, im Kanton Wallis. (bat, sda)
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