Sarkozy - Kampfbereitschaft bis zuletzt
Alle Umfragen sagten Sarkozy eine deutliche Niederlage auch in der Stichwahl voraus. Somit geht für Sarkozy eine steile politische Karriere zu Ende.
Bereits mit 28 Jahren wurde der Sohn eines ungarischen Einwanderers Bürgermeister des Pariser Nobelvorortes Neuilly. Dabei hat der Anwalt nicht wie andere Spitzenpolitiker die Elite-Hochschulen des Landes absolviert. Dennoch wurde der ehrgeizige Jungpolitiker 1993 Haushaltsminister und Sprecher des konservativen Regierungschefs Edouard Balladur.
Beissende Rhetorik
Zwei Jahre später übernahm der für seine beissende Rhetorik bekannte Sarkozy das Sprecheramt für die Präsidentschaftskandidatur Balladurs. Damit brach Sarkozy mit seinem früheren Mentor Jacques Chirac, der schliesslich die Präsidentschaftswahl 1995 gewann.
Nach Jahren der Eiszeit holte Chirac seinen Zögling 2002 als Innenminister an seine Seite. Aus dieser Zeit sind Sarkozys Eingreifen bei den Vorstadtkrawallen und seine markigen Sprüche zur Bekämpfung der Kriminalität in Erinnerung geblieben.
Nach einem kurzen Zwischenspiel als Wirtschafts- und Finanzminister wurde Sarkozy im November 2004 Parteichef der konservativen UMP und sicherte sich damit die Machtbasis für die Präsidentschaftskandidatur. 2007 gewann Sarkozy die zweite Runde der Präsidentschaftswahl gegen die Sozialistin Ségolène Royal.
«Präsident der Reichen»
Bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit verschaffte der Staatschef sich den Ruf, ein «Präsident der Reichen» zu sein. Er feierte seinen Wahlsieg in einem Pariser Nobelrestaurant und machte Ferien auf der Luxusyacht eines Millionärsfreundes.
Auch privat waren die ersten Monate im Elysée-Palast für Sarkozy turbulent: Seine zweite Frau Cécilia verliess ihn. Wenige Monate später heiratete der begeisterte Jogger das Ex-Model Carla Bruni. Der Vater dreier Söhne aus zwei früheren Ehen bekam im Oktober 2011 zusammen mit Bruni eine kleine Tochter.
Als politisch grösstes Reformwerk setzte der für seinen Aktionismus bekannte Präsident ein höheres Renteneintrittsalter durch. Aussenpolitisch profilierte Sarkozy sich in der Finanzkrise an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wahlkampfauftritte der Kanzlerin lehnte Sarkozy aber mit der Begründung ab: «Der Wahlkampf ist Sache der Franzosen.» (basn, sda/afp)
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