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  • Was ist ein «Staatsbankrott»?:

Glossar: Die Krise von A bis Z

Die wichtigsten Begriffe zur Krise

Rezession, Staatsbankrott, Interbankenhandel - die Finanzkrise hat ihr eigenes Vokabular. Wichtige Begriffe im Überblick.

A Abschreibung Aktien Asset Backed Securities (ABS)

B Bad Bank Bankensystem Bankgeheimnis Basel III Basler Ausschuss für Bankenaufsicht Börse Bretton WoodsBruttoinlandsprodukt Bürgschaft

C Carry Trades Credit Default Swaps (CDS) CoCo Bonds

D Deflation Depression Derivate E Eidgenössische Bankenkommission (EBK) Einlagensicherung Eurobonds F Finanzmärkte Futures

GG-8 G-20Geldpolitik H Hedge-Funds I/JInflation Interbankenhandel Investmentbank IWF

K KonjunkturprognoseKonsumentenpreiseKreditklemme L LeerverkäufeLeitzins Libor M Mindestreserve

N Notenbank O Optionen Optionsscheine P/Q

R Realwirtschaft Repo-Geschäft Rezession S Schweizerische Nationalbank (SNB) Sichtguthaben Staatsanleihe Staatsbankrott Strukturierte Produkte Subprime Swaps T Too big to fail

U Universalbanken V Verstaatlichung W Wandelanleihe Weltbank

X/Y/Z ZentralbankZweckgesellschaft

Abschreibung
Allgemein: der Wertverlust von Vermögen, etwas muss «abgeschrieben» werden. Konkret: In den Zeiten des Immobilien-Booms in den USA hatten viele Banken rund um die Welt Geld in Finanzprodukte gesteckt, die direkt oder indirekt mit den faulen US-Hypotheken zu tun hatten.

Als die Häuserpreise zu sinken begannen, platzte die Blase. Plötzlich wollte niemand mehr solche Wertpapiere kaufen. Die Banken blieben auf ihnen sitzen. Viele Finanzkonzerne mussten Milliarden abschreiben - einige so viel, dass sie in die roten Zahlen rutschten.


Aktien
Einfach gesagt gehen Unternehmen an die Börse, um sich dort Kapital zu beschaffen. Für einen Börsengang wird das Grundkapital des Unternehmens - in der Schweiz mindestens 100 000 Franken - in viele Teile geteilt. Diese Teile werden anschliessend verbrieft, das heisst, aus ihnen werden Wertpapiere gemacht, die an der Börse gehandelt werden können.

Jede Aktie entspricht einem bestimmten Anteil am Grundkapital. Sie hat einen so genannten Nennwert, der aber nichts mit dem Preis zu tun hat, zu dem die Anteile an der Börse gehandelt werden. Dieser Aktienkurs wird von diversen Faktoren bestimmt: Im Vordergrund stehen die Gewinn-Erwartungen der Anleger. Je optimistischer diese sind, desto höher steigen die Kurse.

Über die Aktie ist ihr Besitzer - der Anteilseigner oder Anleger - nicht nur am Grundkapital der Gesellschaft beteiligt, sondern in der Regel auch an ihren Gewinnausschüttungen oder Kapitalaufstockungen.


Asset Backed Securities (ABS)
So genannte «forderungsbesicherte Wertpapiere», die während der Finanzkrise zu zweifelhafter Bekanntheit kamen. Die Papiere setzen sich zusammen aus Forderungen (Assets), die von eigens gegründeten Zweckgesellschaften gekauft und neu strukturiert werden.

Die Zweckgesellschaften haben dafür beispielsweise Forderungen aus Hypotheken, Kreditkarten, Lizenzgeschäften oder Leasing-Verträgen erworben, sie neu gebündelt, in einem Pool gute mit riskanteren gemischt und die auf diese Weise neu entstandenen Wertpapiere verkauft. Der Käufer wiederum erwirbt damit Zahlungsansprüche an die Zweckgesellschaft.

In der Finanzkrise landeten auf diesem Weg viele US-Hypotheken bei Investoren auf der ganzen Welt. Als die Hausbesitzer ihre Kredite reihenweise nicht mehr zurückzahlen konnten, verloren die ABS dramatisch an Wert und rissen alle Beteiligten mit nach unten.

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Bad Bank
Die so genannten Bad Banks sind keine neue Erfindung. In Grundzügen wurden sie bereits während der Weltwirtschaftskrise in den USA angewandt. In Schweden, wo es in den neunziger Jahren zu einer schweren Bankenkrise gekommen war, operierte die Regierung ebenfalls mit Bad Banks - erfolgreich. Damals wurden die faulen Kredite mehrerer Banken in Auffanggesellschaften ausgelagert.

Die Idee hinter diesem Vorgehen klingt simpel: Die Risikopositionen der Banken – so genannte toxische Papiere – haben in der Krise stark an Wert verloren und sind nicht mehr handelbar. Die Papiere müssen ständig abgewertet werden, was das Eigenkapital aufzehrt und im Extremfall zur Schliessung der Bank führt. Weil niemand weiss, wie viele Schrottpapiere in den Bilanzen der Banken schlummern, wächst zudem das Misstrauen der Banken untereinander - sie leihen sich kein Geld mehr, der so genannte Interbankenhandel kommt praktisch zum Erliegen.

Die Geschäftsbanken werden sich in der Folge zurückhalten, ihren eigenen Kunden Geld zu leihen, eine Kreditklemme droht. Hier kommt der Staat ins Spiel: Im Prinzip übernimmt der die schlechten Papiere der Bank vorübergehend. Dafür wird eine gegründet.


Bankgeheimnis
Die Verpflichtung der Bank, Kundendaten mit Verschwiegenheit zu behandeln. Das heisst, Banken dürfen gegenüber Dritten wie zum Beispiel Finanzbehörden in der Regel keine Auskunft geben über die persönlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse ihrer Kunden. Kreditinstitute dürfen und müssen nur in gesetzlich geregelten Fällen Auskunft erteilen und bestimmten Institutionen auf Verlangen Informationen zur Verfügung stellen.


Bankensystem
Das System aus Zentralbank und Kreditinstituten. Grob gesagt lassen sich in der Schweiz private, öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Banken unterscheiden. Zu den privaten gehören die beiden grossen Schweizer Universalbanken Credit Suisse und UBS sowie kleinere Privatbanken, Vermögensverwalter, Börsen- oder Effektenbanken.

Zur zweiten Bankengruppe - den öffentlich-rechtlichen Instituten - zählen die Kantonalbanken. Sie sind echte Schwergewichte, schätzungsweise ein Drittel des inländischen Bankengeschäfts läuft über sie. Ihre Eigentümer sind - mehrheitlich oder vollständig - die Kantone.

Zur dritten Gruppe der genossenschaftlichen Banken gehören zum Beispiel die Mitglieder von Raiffeisen Schweiz.

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Basel III
Der Begriff Basel III bezeichnet ein Regelwerk des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht. Es basiert einerseits auf den Erfahrungen mit dem Abkommen Basel II und andererseits auf den Erkenntnissen und Erfahrungen aus der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Ziel des Reformpakets der Notenbanker und Bankenaufseher aus 27 Ländern ist es, mit strengeren Vorschriften die Stabilität der Banken zu erhöhen. In Kraft treten werden sie voraussichtlich 2013, mit mehrjährigen Übergangsfristen.

Mit den neuen Regeln müssen Banken mehr eigenes Geld besitzen, um künftig Kreditausfälle und Börsenturbulenzen in Krisen abfedern zu können. Dabei spielt auch die Qualität dieses Geldes eine Rolle. Bisher rechneten Banken alles Mögliche zum Eigenkapital. Ein Teil – wie etwa Steuergutschriften für die nächsten Jahre oder Anleihen - ist im Notfall unbrauchbar. Das ändert sich mit Basel III: Der grösste Teil des Kapitalpolsters muss in Krisen schnell verfügbar sein.

Es gibt Bedenken, dass Basel III eine künftige Finanzkrise nicht verhindern kann. Schliesslich hatte die Finanzkrise ihren Ursprung in den US-Banken, die sich bereits schon nicht an Basel II gehalten haben.

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Basler Ausschuss für Bankenaufsicht
Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht ist ein Gremium, dem Zentralbanker und Bankenaufseher aus 27 Ländern angehören. Es wurde 1974 nach dem Zusammenbruch des deutschen Bankhauses Herstatt gegründet. Der Ausschuss ist bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel angesiedelt.

1988 empfahl der Basler Ausschuss erstmals Mindestanforderungen für die Kapitalausstattung von Banken im Abkommen Basel I.

Im Jahr 2004 verabschiedete der Ausschuss für Bankenaufsicht die Basel-II-Regeln, die 2007 in Kraft getreten sind. Sie sollten die Risiken besser erfassen und so für mehr Wettbewerbsgleichheit sorgen. Basel II hat aber die Risiken der Banken nur unvollständig festgehalten.

Mit dem Regelwerk Basel III vom September 2010 werden die Spielregeln für die Finanzbranche verschärft. Banken müssen künftig über deutlich mehr Geld für Notsituationen wie Finanzkrisen verfügen. Die neuen Vorschriften sollen die vielen Schwachstellen des bisher geltenden Rahmenwerks korrigieren.


Börse
Einfach gesagt: ein Marktplatz für Aktien. An der Börse treffen potenzielle Anteilseigner mit den Anbietern dieser Anteile aufeinander. Das Angebot und die Nachfrage bestimmen den Kurs. Wichtigster «Marktplatz» in der Schweiz ist die Swiss Exchange SWX, die Schweizer Börse, mit Sitz in Zürich.

Sie entstand 1995 aus dem Zusammenschluss der Börsen in Genf, Basel und Zürich. An der SWX sind rund 20 000 Titel notiert. Die 20 grössten und liquidesten, die so genannten Blue Chips, bilden den Leitindex Swiss Market Index (SMI).

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Bretton Woods
In Bretton Woods wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Grundlagen für das heutige Weltwirtschaftssystem gelegt. Der damalige US-Finanzminister Henry Morgenthau hatte mehr als 700 Vertreter der damals 44 Uno-Staaten an den Ort im US-Bundesstaat New Hampshire eingeladen. Zusammen gründeten sie die Weltbank und den Währungsfonds (IWF). Ausserdem einigten sich die Länder auf ein Regime der fixen Wechelkurse.

Das neue System beruhte im Wesentlichen auf der Bindung des US-Dollars an das Gold. Alle anderen Mitglieder setzen ihre Währung in einen festen Wechselkurs entweder zum Dollar oder zum Gold. Sie verpflichteten sich ausserdem, Wechselkursschwankungen in engen Grenzen zu halten. Das taten sie, indem ihre Notenbanken bei Auf- oder Abwertungsdruck die eigene Währung entweder schwächten oder stützten. Die amerikanische Nationalbank (Fed) wiederum verpflichtete sich, alle Dollarguthaben auf Wunsch zum abgemachten Kurs in Gold einzulösen.

Das System funktionierte reibungslos bis Ende der 1960er-Jahre, als der Dollar durch den Vietnam-Krieg stark an Wert verlor. 1971 war US-Präsident Richard Nixon gezwungen, die Gold-Bindung des Dollars zu lösen. Seitdem wurde das System schrittweise umgebaut und ein System freier Wechselkurse eingeführt.

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Bruttoinlandsprodukt
Das BIP misst den gesamtwirtschaftlichen Zustand. Es gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen an, die in einem Land innerhalb eines bestimmten Zeitraums hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Anders als beim Bruttonationaleinkommen werden für das BIP die Leistungen von In- und Ausländern erfasst.

Das BIP wird in tatsächlichen Preisen und preisbereinigt berechnet (nominal und real). Bereinigt bedeutet, dass die Preisentwicklung berücksichtigt und Preisveränderungen herausgerechnet wurden. Die prozentuale Veränderung des realen BIP ist ein wichtiger Indikator für Wachstum und Konjunkturverlauf.


Bürgschaft
Eine Bürgschaft ist die einseitige Verpflichtung einer Seite, für die Verbindlichkeiten des anderen aufzukommen. Bürgen sollen einem Gläubiger zusätzliche Sicherheit gegenüber seinem Schuldner geben.

Im Zuge der Finanzkrise haben zahlreiche Staaten Bürgschaften für Banken übernommen. Sie wollten auf diese Weise unter anderem den Interbankenhandel wieder ankurbeln, der aus Angst vor immer neuen Hiobsbotschaften praktisch zum Erliegen gekommen war.

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Carry Trades
Carry Trading ist eine Anlagestrategie auf dem Devisenmarkt. Bei Carry Trades werden die Zinsunterschiede zwischen einzelnen Währungsräumen ausgenutzt. Konkret nimmt ein Investor Geld in niedrig verzinsten Währungen auf und investiert in höher verzinsten Währungen.

In der Vergangenheit wurden mit Carry Trades mittelfristig sehr hohe Renditen erzielt. Doch nun wirbelt die Finanzkrise den Währungsmarkt immer stärker durcheinander, die Wechselkursrelationen sind nicht mehr stabil und damit wächst das Risiko, herbe Verluste zu erleiden.

Viele Anleger hatten sich in den vergangenen Jahren beispielsweise in Yen oder Schweizer Franken verschuldet, um die Gelder dann in höher verzinsten Währungen anzulegen. Mit der Auflösung der Carry Trades schossen der Yen und der Franken in die Höhe.


Credit Default Swaps (CDS)
Mit Credit Default Swaps (CDS) sichern sich Gläubiger gegen den Ausfall eines Kredites oder einer Anleihe ab. Sie verringern damit das Risiko, das mit einer Pleite des Schuldners verbunden ist.

Inzwischen hat sich ein milliardenschwerer Markt für die Ausfallversicherungen entwickelt, und Investoren können die CDS halten, ohne auch die dazu gehörende Anleihe zu besitzen. Kritiker vergleichen das mit einer Feuerversicherung auf das Haus des Nachbarn, bei der man dann Geld bekommt, wenn das Haus des Nachbarn abbrennt.


CoCo Bonds
Abkürzung für Contingent Convertible Bond.
Gleichwertige Begriffe: Wandelobligation, Wandelanleihe, Wandelschuldverschreibung.

Es handelt sich bei CoCo Bonds um eine spezielle Art von Obligationen. Sie werden von Grossbanken ausgegeben. Das Spezielle daran: wenn die Eigenkapitalquote der betreffenden Bank unter einen bestimmten Wert fällt, werden die CoCo Bonds automatisch in Aktien der Bank umgewandelt.

Mit der Umwandlung der Obligationen in Aktien erhöht sich die Eigenkapitalquote der Bank. Mit der Umwandlung werden deren Halter automatisch stärker an den Risiken der Bank beteiligt. Dadurch wird das Risiko kleiner, dass der Staat der Bank zu Hilfe eilen muss.

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Deflation
Im Gegensatz zur Inflation sinken bei einer Deflation die Verbraucherpreise auf breiter Front. Was zunächst wie eine gute Sache für die Konsumenten klingt, bereitet Experten grosse Sorgen. Aus der Erfahrung früherer Krisen wissen sie, dass sich die Verbraucher in Phasen des allgemeinen Preisverfalls erst recht zurückhalten: Weil diese mit immer weiter sinkenden Preisen rechnen können, geben sie ihr Geld zunächst nicht aus. Im schlimmsten Fall setzt sich so eine Deflationsspirale in Gang, die durch sinkende Preise und nachlassende Nachfrage geprägt ist.

Anders als eine Inflation begünstigt eine Deflation die Gläubiger und benachteiligt die Schuldner. Gläubiger profitieren davon, dass ihr verliehenes Geld mehr wert ist. Schuldner hingegen müssen geliehenes Geld zurückzahlen, obgleich das dafür gekaufte Haus, das neue Auto oder der Fernseher in der Zwischenzeit an Wert verloren haben.

Eine Deflation tritt in der Regel zusammen mit einer wirtschaftlichen Depression auf und verlangt somit grundsätzlich wirtschaftspolitische Gegenmassnahmen - Beispiele sind die so genannte «Politik des billigen Geldes» oder Defizitfinanzierung.


Depression
Eine ausgeprägte Form der Konjunkturabkühlung. Kennzeichen: Viele Menschen sind arbeitslos, die Auftragsbücher in den Unternehmen sind leer. Investionen liegen auf Eis.


Derivate
Das Wort Derivat stammt aus dem Lateinischen und heisst übersetzt etwa soviel wie «sich von einem anderen (Vertrag) ableiten». Derivate sind Finanzprodukte, die sich von so genannten Basiswerten ableiten - das können Aktien sein, ein Index wie der SMI, andere Wertpapiere oder Devisen.

Mit Derivaten schliesst man im Prinzip Wetten darüber ab, wie sich der Kurs eines solchen Basiswertes in der Zukunft entwickeln wird. Dabei können Anleger auf steigende genauso wie auf fallende Kurse setzen. Derivate sind zum Beispiel Optionen, Optionsscheine oder Futures. Der Handel mit ihnen wird auch Termingeschäft genannt.

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Eidgenössische Bankenkommission
Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) ist die Aufsichtsbehörde für das Schweizer Banken- und Börsenwesen. Sie hat in erster Linie darüber zu wachen, dass die Anleger, die ihr Geld den Banken anvertrauen, nicht zu schaden kommen.

Die EBK wird vom Bundesrat gewählt und gehört zum Finanzdepartement. Sie setzt die gesetzlichen Spielregeln fest, an die sich Banken und andere Anbieter von Finanzdienstleistungen in der Schweiz halten müssen. Die EBK überwacht, ob sich die Teilnehmer am Schweizer Finanzmarkt auch an diese Spielregeln halten. Auf der Webseite der EBK erfährt man, welches Unternehmen welche Bewilligung hat.


Einlagensicherung
Angesichts der Schockwellen, die die Finanzkrise verbreitet, machen sich viele Sparer Sorgen um ihr Geld bei der Bank. Müssen sie das? In aller Regel nicht. Das liegt daran, dass die Sicherungsmechanismen hierzulande schon in normalen Zeiten viel stärker sind als in vielen anderen Ländern.

Bisher waren die Spareinlagen bis zu 30 000 Franken gesichert. Dafür bürgt nicht der Staat, sondern die Banken, indem sie solidarisch maximal vier Milliarden Franken (Systemgrenze) bereithalten. Keine Begrenzung gibt es bei Postfinance und den meisten Kantonalbanken, wo der Bund bzw. die Kantone die Guthaben garantieren.

Dieses Dispositiv will der Bundesrat nun verstärken, nachdem viele Kunden ihr Erspartes bereits von den Grossbanken zu den Kantonalbanken transferiert haben. Er schlägt vor, den Einlageschutz auf 100 000 Franken und die Systemgrenze auf 6 Milliarden Franken zu erhöhen In der Wintersession soll das Parlament darüber entscheiden.

Zu den gesicherten Einlagen gehören beispielsweise das Girokonto, das Festgeldkonto oder Sparkonten. Anlagen in Aktien sind hingegen nicht erfasst, weil sie zu jedem Zeitpunkt dem Kunden gehören. Die Bank verwaltet sie nur in dessen Auftrag.

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Eurobonds
Die Idee dahinter ist, dass die Euroländer gemeinsame Anleihen herausgeben, für die sie dann auch gemeinsam haften. Damit könnten sich hoch verschuldete Krisenländer wie Griechenland, Spanien oder Italien am Markt zu relativ günstigen Konditionen Kredite besorgen. Im Gegenzug würden die Zinsen für solide Länder wie Deutschland im Vergleich zu den rein deutschen Staatsanleihen ansteigen, denn auch Deutschland würde für die Kredite für weniger solvente Länder mithaften, was das Risiko für die Anleger erhöht.

Kritiker warnen, der Anreiz, sich auf Kosten anderer Staaten zu verschulden, könnte sich durch die gemeinsame Haftung mittels Eurobonds massiv erhöhen. Ausserdem würden z.B. deutsche Steuerzahler für Schulden, welche die Griechen gemacht haben, direkt mithaften.

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Finanzmärkte
Darunter werden alle Märkte zusammengefasst, an denen mit Kapital gehandelt wird. Auf der Nachfrageseite sucht jemand Finanzierungsmittel, um damit ein Geschäft zu finanzieren. Auf der Angebotsseite bietet jemand diese Finanzierungsmittel an. Je nachdem, mit welchen Finanzierungsmittel gehandelt wird, handelt es sich um Geld-, Kapital- oder Devisenmärkte.

An Geldmärkten handeln die Geschäftsbanken ihr Zentralbankgeld und ihre liquiden Mittel. An Kapitalmärkten wird mit langfristigen Wertpapieren gehandelt, zum Beispiel mit Renten und festverzinslichen Anleihen. An Devisenmärkten werden Währungen ausgetauscht.


Futures
Ein so genanntes Termingeschäft. Bei Futures verpflichtet sich eine Vertragspartei, eine bestimmte Menge eines Basiswerts zu einem vorher festgesetzten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt und in festgelegter Qualität an einen bestimmten Ort zu liefern. Die andere Vertragspartei verpflichtet sich zur Abnahme. Futures sind ein Geschäft der Börsenprofis.

Mit vergleichsweise wenig Einsatz wird hier meistens sehr viel Geld bewegt. Ein Beispiel: der SMI-Future. Jeder SMI-Punkt entspricht 10 Franken. Ein Investor kauft nun einen SMI-Future-Kontrakt mit 4000 Punkten. Wenig später kann er den Kontrakt mit 4200 Punkten wieder verkaufen - und streicht einen Gewinn von 2000 Franken einstreichen. Der Handel mit Futures erfolgt an der Terminbörse.

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G-8
Der G-8 - kurz für Gruppe der Acht - gehören die USA, Japan, Grossbritannien, Kanada, Deutschland, Frankreich, Italien und Russland an. Daneben ist in dem Gremium auch die Europäische Kommission mit einem Beobachterstatus vertreten.

An den G-8-Gipfeltreffen nehmen üblicherweise zahlreiche Staats- und Regierungschefs von ausserhalb der G-8 teil, zudem Vertreter von internationalen Organisationen wie Uno oder Weltbank.

Die Ursprünge des Zusammenschlusses der G-8 geht auf die Ölkrise in den 1970er Jahren zurück. Die Mitglieder trafen sich bald regelmässig, um die Lage der Weltwirtschaft und auch der Weltpolitik zu beraten.

Heute vereinigen die G-8-Länder zwei Drittel des Welthandels und des Weltbruttonationaleinkommens in sich. Von der Weltbevölkerung leben zwischen 13 und 14 Prozent in den G-8-Ländern.


Geldpolitik
Zentrale Aufgabe der Zentralbanken. Über die Geldpolitik streben sie vor allem ein stabiles Preisniveau in ihrem jeweiligen Land oder Währungsraum an. Wichtiges Instrument der Geldpolitik: der Leitzins.


G-20
Die G-20 - kurz für Gruppe der 20 - ist ein Zusammenschluss der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Zur Gruppe gehören 19 Länder: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA.

Mitglied ist zudem die EU, die vom jeweiligen Ratspräsidenten und der Europäischen Zentralbank vertreten wird. Auch die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) sind Mitglieder.

Die G-20 wurde Ende der 1990er Jahre als Reaktion auf die Finanzkrisen in Asien, Brasilien und Russland gegründet.

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Hedge-Funds
Hedge-Funds sind Geldverwalter, die grosse Mengen an Kapital bei ihren Kunden zusammentragen, um es möglichst gewinnbringend anzulegen. Anders als für normale Investmentfonds gibt es für Hedgefunds praktisch keinerlei Vorgaben, was sie kaufen oder verkaufen dürfen. Sie unterliegen geringeren Kontrollen. Derzeit gibt es schätzungsweise 10'000 solcher Fonds weltweit.

Ihr Geld verdienen sie zum einen, in dem sie mit dem zusammengesammelten Geld in grossem Stil an der Börse spekulieren, zum anderen kaufen sie sich aber auch in Unternehmen ein. Weil Hedgs-Funds jeweils auf der Suche nach dem schnellen Geld sind, wurden sie auch schon mit Heuschrecken verglichen, die alles kahl fressen und dann weiterziehen.

Auf der anderen Seite gelingt es vielen von ihnen dank ausgeklügelten und riskanten Anlagestrategien auch in schwierigen Börsen-Zeiten Geld zu verdienen.


Inflation
Steigt das allgemeine Preisniveau, ist also das Geld weniger wert, spricht man von Inflation. In der Schweiz wird das Preisniveau über den Landesindex der Konsumentenpreise gemessen. Der prozentuale Anstieg dieses Index' ist die Inflationsrate. Sinkt das Preisniveau über einen längeren Zeitraum, spricht man von Deflation.


Interbankenhandel
Bezeichnet den Handel der Banken untereinander. Gehandelt werden Geld, Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere. Der Handel ist für die Banken enorm wichtig, weil sie sich damit vergleichsweise billig und schnell mit flüssigen Mitteln versorgen können.

In normalen Zeiten leiht sich beispielsweise die UBS bei der CS für einen Tag einen grösseren Betrag. Die CS kassiert dafür Zinsen, die UBS kommt zu Geld und muss das Geld nicht zu teureren Bedingungen bei der Zentralbank aufnehmen. In normalen Zeiten betragen die Umsätze im Interbankenhandel täglich mehrere Billionen Franken.

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Investmentbank
Investmentbanken sind Spezialisten für Wertpapiergeschäfte aller Art sowie für Fusionen und Übernahmen von Firmen. Reine Investmentbanken gab es jahrzehntelang eigentlich nur im angelsächsischen Raum.

Im Zuge der Finanzkrise hat sich dieses Geschäftsmodell nun allerdings selbst erledigt: Ende September 2008 wurden die letzten beiden verbliebenen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley in normale Geschäftsbanken umgewandelt. Sie unterliegen damit den strengen Regeln der Bankenaufsicht, die den Investmenthäusern zuvor lockere Zügel gelassen hatte.

Mit dem Ende der reinen Investmentbanken ist das Geschäft an sich allerdings nicht beerdigt. Die grossen Universalbanken verfügen auch über einen Investmentbanking-Bereich. Das Geschäft von Investmentbanken besteht im Wesentlichen darin, im Auftrag von Kunden und für sich selbst mit Aktien, Anleihen und anderen Wertpapieren zu handeln. Investmentbanker beraten Unternehmen bei Finanzierungen und Fusionen, und sie begleiten Firmen beim Gang an die Börse.


IWF
Der Internationale Währungsfonds (IWF, International Monetary Fund IMF) ist eine Organisation der Uno und eine Schwesterorganisation der Weltbank. 185 Länder sind Mitglieder des IWF.

Der IWF wurde 1944 in Bretton Woods gegründet, um die Stabilität des internationalen Währungs- und Finanzsystems zu gewährleisten. Zu seinen Aufgaben gehören: Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Stabilisierung der Wechselkurse, Sicherung eines geordneten Devisenverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten und zeitweilige Kreditvergabe für Mitgliedsstaaten bei Zahlungsbilanzschwierigkeiten.

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Konsumentenpreise
Statistiker verstehen darunter die Preise für eine Auswahl repräsentativer Güter. Dieser so genannte Warenkorb soll Aufschluss darüber geben, wie teuer das tägliche Leben für die Verbraucher ist. Die Preise der Dinge in dem Korb werden dafür über einen längeren Zeitraum beobachtet. Im aktuellen Warenkorb sind Ausgaben für Miete und Energie genauso enthalten wie die für Gesundheit und Lebensmittel. In geringeren Anteilen erfasst werden aber auch Kosten für Restaurants und Hotels oder für Alkohol und Tabak.


Konjunkturprognose
Werden mehrmals im Jahr von verschiedenen Institutionen in der Schweiz erstellt. Wichtig sind die Veröffentlichungen der Expertengruppe des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), die viermal pro Jahr eine Prognose für die Schweiz erstellt. Daneben erstellen zum Beispiel das Institut Bak Basel Economics und die Konjunktur-Forschungsstelle der ETH Zürich (Kof) Prognosen. Berechnungen kommen auch von der Schweizerischen Nationalbank und den beiden Privatbanken UBS und CS.

Kreditklemme
Wenn bei den Banken das Geld knapp wird, etwa weil sie sich gegenseitig keins mehr leihen oder die Kundschaft ihre angelegten Gelder zurückzieht, werden ihre Mittel knapp, um Kredite zu vergeben. Bei einer Kreditklemme müssen Banken unter Umständen sogar bestehende Kredite kündigen, damit sie der Kundschaft ihr Geld zurückzahlen können.

Besonders betroffen sind Kleinere- und Mittlere Unternehmen (KMU). Sie erhalten keine Kredite mehr oder nur solche zu schlechten Konditionen und können deshalb unter anderem nicht mehr investieren. Dies ist eine der Schwellen, an der sich eine Banken- oder Finanzkrise auch auf die so genannte «Realwirtschaft» auswirkt.

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Leerverkäufe
Bei Leerverkäufen wetten Spekulanten auf fallende Kurse. Sie leihen sich ein Wertpapier (Staatsanleihen oder Unternehmenstitel) gegen eine geringe Gebühr zum Beispiel von einer Bank und verkaufen es am Markt. Vor Ablauf der Leihfrist kaufen sie die Papiere zurück und geben sie dem Eigentümer zurück. Ist die Wette aufgegangen, sind die Papiere dann billiger. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis minus Leihgebühr kassiert der Spekulant.

Bei ungedeckten Leerverkäufen verfügt der Spekulant nicht über das Papier, sondern hofft, es bis zum Ende der Frist billiger kaufen zu können. Mit diesem Instrument ist es rechnerisch möglich, mehr Wertpapiere zu verkaufen als überhaupt auf dem Markt sind. Diese Geschäfte können Kursausschläge einer Aktie drastisch beschleunigen. Leerverkäufe gelten unter anderem als problematisch, weil ins Visier der Spekulanten geratene Titel dadurch zusätzlich unter Druck geraten können.


Leitzins
Eines der wichtigsten Instrumente von Zentralbanken zur Steuerung der Geldpolitik. Ein Leitzins legt fest, zu welchen Konditionen die Zentralbank Geld an Geschäftsbanken verleiht.

Eine Erhöhung oder Senkung des Zinses kann daher das allgemeine Zinsniveau beeinflussen: Können sich die Geschäftsbanken das Geld bei der Zentralbank beispielsweise günstig beschaffen, weil deren Zinsen niedrig sind, geben sie das in der Regel auch an ihre eigenen Kunden weiter.

Ist der Leitzins dagegen hoch, werden die Geschäftsbanken die höheren Zinsen zumindest teilweise an ihre Kunden weiterreichen. Ein hoher Leitzins verlangsamt den Gang der Wirtschaft, ein tiefer beflügelt ihn.

Was genau passiert bei einer Leitzinssenkung?


Libor
Wichtiger Referenz-Zins für viele Finanzmarktgeschäfte, der täglich in London festgelegt wird. Zwölf international tätige Banken melden dafür den Zinssatz, zu dem sie am Markt anderen Banken Geld leihen oder von anderen Geld bekommen. Der Durchschnitt der zwölf Zinssätze ergibt den London Interbank offered rate (Libor).


Mindestreserve
Eine Sicherheit, die die Banken bei der Zentralbank zinslos deponieren müssen. Das Guthaben kann nicht verliehen werden. Früher war die Mindestreserve ein wichtiges Steuerungsinstrument der Nationalbank. Heute ist sie kaum mehr von Bedeutung.

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Notenbank
Auch: Zentralbank. Ist für die Geld- und Währungspolitik eines Landes beziehungsweise eines Währungsraumes (Euro) zuständig. Sie steuert die Geldmengen und sorgt für einen reibungslosen Zahlungsverkehr.

Die wichtigste Aufgabe der Schweizerischen Nationalbank ist es, für stabile Preise zu sorgen. Droht Inflation, erhöht sie den Leitzins und dämpft so das Wirtschaftswachstum und den Preisauftrieb.


Optionen
Mit Optionen erwirbt man zum Beispiel das Recht, einen bestimmten Basiswert innerhalb einer bestimmten Laufzeit zu einer im voraus festgelegten Bedingung zu kaufen oder zu verkaufen - zum Beispiel: «Ich will erst dann kaufen (Call-Option) oder verkaufen (Put-Option), wenn Aktie X bei Preis Y steht.»


Optionsscheine
Mit einem Optionsschein erwirbt der Käufer das Recht, einen Basiswert zu vorher genau festgelegten Konditionen zu kaufen (Call-Optionsschein) oder zu verkaufen (Put-Optionsschein).

Ein Beispiel: Mit einem Call-Optionsschein setzt man darauf, dass ein Basiswert (Aktie X) zu einem bestimmten Kurs gekauft werden soll. Der Käufer setzt also auf steigende Kurse. Seine Gewinnzone beginnt dann, wenn der Kurs von Aktie X höher liegt als der Preis für den Optionsschein und den Basiswert zusammen.

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Realwirtschaft
Schwammige Bezeichnung für alle Bereiche der Wirtschaft, die weniger virtuell sind als das Finanzwesen. Gemeinhin sind das produzierende und das Dienstleistungsgewerbe gemeint, die die Krise im Finanzsektor spätestens dann spüren, wenn ihre klamme Bank keine Kredite mehr ausgibt. Schlimmstenfalls droht eine Rezession.


Repo-Geschäft
Das wichtigste Geschäft zwischen der Nationalbank und den Geschäftsbanken. Die Nationalbank tritt dabei als Kreditgeberin auf: Sie kauft von den Banken Wertpapiere, allerdings mit der Vereinbarung, dass diese Bank die Papiere später wieder zurückkauft. Die Bank erhält so einen Kredit, die Nationalbank ist im Gegenzug im Besitz von Wertpapieren. Für den Kredit verlangt die Nationalbank eine Art Gebühr - den Repo-Zins.


Rezession
Eine Rezession ist ein allgemeiner wirtschaftlicher Abschwung. Viele Ökonomen sprechen von einer Rezession dann, wenn die Wirtschaft zwei Quartale hintereinander nicht wächst oder schrumpft. Zurückhaltendere Volkswirte sprechen aber erst dann von einer Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung eines kompletten Jahres hinter das Vorjahr zurückfällt.

Während einer Rezession gehen üblicherweise die privaten Investitionen und die Unternehmensgewinne zurück. Dadurch geraten Unternehmen in Schwierigkeiten. Die Löhne der Arbeitnehmer kommen unter Druck und der private Verbrauch sinkt. Eine Rezession hat in der Regel auch Kursverluste an der Börse zur Folge.

Eine ausgeprägte Form der Konjunkturabkühlung ist die Depression. Diese ist gekennzeichnet durch eine hohe Arbeitslosigkeit, geringe Kapazitätsauslastung der Wirtschaft sowie eine geringe Investitionstätigkeit. Die heftigste Form einer Depression war die Weltwirtschaftskrise 1929.

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Schweizerische Nationalbank (SNB)
Die Zentralbank der Schweiz. Artikel 99 der Bundesverfassung hält dazu fest: «Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank eine Geld- und Währungspolitik, die dem Gesamtinteresse des Landes dient. Sie wird unter Mitwirkung und Aufsicht des Bundes verwaltet.» Für ihre Aufgaben gibt es ein spezielles Gesetz, das Nationalbankgesetz. Die Nationalbank verfügt über je einen Sitz in Zürich und in Bern. Ausserdem hat sie Vertretungen in anderen Regionen der Schweiz. Aus ihren Erträgen muss die Nationalbank laut Verfassung ausreichende Währungsreserven bilden, einen Teil davon in Gold. Der Reingewinn der SNB geht zu mindestens zwei Dritteln an die Kantone.


Sichtguthaben
Wenn die Schweizer Nationalbank (SNB) mehr Geld in die Wirtschaft pumpen will, gibt sie Geschäftsbanken wie beispielsweise der UBS, der Credit Suisse oder Kantonalbanken die Gelegenheit, gegen Zins Franken für deren Geschäftstätigkeit auszuleihen. Mit der Höhe der Sichtguthaben kann die SNB die Liquidität innerhalb des Bankensystems kontrollieren. Die Erhöhung der Sichtguthaben birgt auch gewisse Risiken, so etwa jene der Inflation (Geldentwertung).


Staatsanleihe
Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen eines Staates. Im Gegensatz etwa zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und werden zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückbezahlt. Sie werden vom betreffenden Staat in verschiedenen Laufzeiten von zwei bis dreissig Jahren ausgegeben.

Grundsätzlich gelten Staatsanleihen als äusserst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls sehr gering ist. Mit der Schuldenkrise Griechenlands ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.


Staatsbankrott
Ist ein Staat bankrott, pleite oder zahlungsunfähig, sind die unmittelbaren Folgen im Prinzip ähnlich wie bei einem Unternehmen: Der Staat kann seine Verbindlichkeiten - etwa öffentliche Schulden - gar nicht mehr oder nur noch teilweise bedienen.

Betroffen sind davon in erster Linie die Gläubiger, die Folgen spüren früher oder später aber auch der Staat selbst, die Unternehmen und natürlich die Bürger. Zwar kann sich auch ein Staat über eine Insolvenz der Forderungen der Gläubiger entledigen. Allerdings dürfte es in der Folge schwer werden, wieder an frisches Geld zu kommen.

Am Kapitalmarkt gelten für Staaten gleiche Bedingungen wie für andere Marktteilnehmer: Ist der Ruf angeschlagen oder gar ruiniert, gibt es Kredit allenfalls zu schlechten Bedingungen. Am meisten betroffen von einem Staatsbankrott sind die einzelnen Bürger: Arbeitslosigkeit und ein Wegfall staatlicher Leistungen sind meistens die Folgen.

Staatsbankrotte hat es in den vergangenen Jahrhunderten nicht häufig, aber doch immer wieder gegeben. Das jüngste Beispiel ist Argentinien, das 2002 faktisch pleite war. Einem Kollaps des Finanzsystems folgten politische Instabilität, Arbeitslosigkeit und Armut. Die Gläubiger des argentinischen Staates mussten damals auf fast Dreiviertel ihrer Forderungen verzichten.

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Strukturierte Produkte
Strukturierte Produkte sind Anlageprodukte, die aus einem Derivat und einem oder mehreren anderen Finanzinstrumenten bestehen. Durch diese Kombination entsteht ein eigenes Produkt, das ein eigenständiges Kursverhalten und Risikoprofil aufweist.

Die Vielfalt ist gross und entsprechend unübersichtlich ist das Angebot. Strukturierte Produkte haben mit der Finanzkrise viel an Attraktivität eingebüsst und werden zunehmend gemieden. Denn Investoren haben mit solchen Anlagen viel Geld verloren oder sitzen plötzlich auf Wertpapieren, die massiv an Wert eingebüsst haben. Strukturierte Produkte können wertlos werden, wenn das Institut, das dahintersteht, Pleite geht, wie beispielsweise bei Lehman Brothers.


Subprime
Bedeutet übersetzt soviel wie «zweitklassig». Solche zweitklassigen Hypotheken gelten aus Auslöser der Immobilienkrise in den USA, die schliesslich zur Finanzkrise auswuchs und den gesamten Globus infizierte.


Swaps
Swaps gehören zu den Derivaten. Mit ihnen wird Tausch von Verbindlichkeiten oder Forderungen möglich. Unterschieden werden Zins- und Währungsswaps. Ein Beispiel: Ein Schweizer Exportunternehmen, das eine Forderung in Dollar hat, kann diese mit einem US-Unternehmen tauschen, das eine Forderung in Franken hat.


Too Big to fail
Übersetzt: «Zu gross, um zu scheitern». Der Begriff wird für Unternehmen verwendet, die so gross sind, dass sie bei einer Insolvenz eine gesamte Volkswirtschaft gefährden würden. Es wird davon ausgegangen, dass diese Unternehmen nicht Konkurs gehen, da sie vom Staat rechtzeitig gerettet werden müssten.

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Universalbanken
Im Gegensatz etwa zu einer Investmentbank betreiben Universalbanken alle klassischen Bank-Geschäfte, vor allem das Kredit- und das Wertpapiergeschäft. In der Schweiz sind die meisten wichtigen Banken Universalbanken. Credit Suisse und UBS gehören dazu.

Ein wichtiger Vorteil des Universalbankengeschäfts hat sich in der Finanzkrise gezeigt: Sie stehen auf mehreren Beinen und sie damit besser abgestützt. So konnte zum Beispiel das Privatkunden- oder Vermögensverwaltungsgeschäft mindestens teilweise die Verluste aus dem Investment-Banking ausgleichen.


Verstaatlichung
Allgemein: Wenn Unternehmen in staatlicher Hand sind. Konkret: Im Zuge der Finanzkrise haben einige Staaten Anteile an Banken übernommen, um diese zu stützen. Je nachdem wie gross der Anteil ist, den der Staat übernommen hat und ob er auch ins operative Geschäft eingreift, kann man von Teil- oder Verstaatlichung sprechen. Island hat im Oktober 2008 kurz hintereinander zwei grosse Banken verstaatlicht.


Wandelanleihe
Zunächst erwirbt ein Käufer mit einer Wandelanleihe eine Schuldverschreibung eines Unternehmens. Zusätzlich hat er mit diesem Papier aber auch das Recht, nicht aber die Pflicht, die Anleihe innerhalb einer vorher festgelegten Zeitspanne in Aktien des Unternehmens zu tauschen - daher der Begriff «wandeln».

Für den Unternehmer wird dann aus Fremdkapital Eigenkapital. Der Anleger kann profitieren, weil aus einer zunächst festverzinslichen Anlage vielleicht ein Wertpapier wird, das sich gut entwickelt.


Weltbank
Die Weltbank ist eine Organisation der Uno. Der Weltbank beitreten kann nur ein Land, das bereits Mitglied des IWF ist. Wie der IWF wurde die Weltbank 1944 in Bretton Woods gegründet.

Hauptaufgabe der Weltbank ist die Verringerung der Armut in der Welt. Sie ist einer der grössten entwicklungspolitischen Akteure weltweit. Sie vergibt Darlehen, Zuschüsse, Beteiligungen, Investitionen und Garantien an ihre Mitglieder und private Investoren in den Mitgliedstaaten.

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Zentralbank
Auch: Notenbank. Ist für die Geld- und Währungspolitik eines Landes beziehungsweise eines Währungsraumes (Euro) zuständig. Sie steuert die Geldmengen und sorgt für einen reibungslosen Zahlungsverkehr.


Zweckgesellschaft
Für besondere Geschäfte nutzen Kreditinstitute die Möglichkeit, eine Zweckgesellschaft («Special Purpose Vehicle») zu gründen. Über solche Konstrukt haben viele Banken in US-Hypotheken investiert - auch, um die riskanten Geschäfte aus der Bilanz herauszuhalten.

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(ank/acd)

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