Handelsskandal kommt JP Morgan teuer zu stehen
JP Morgan-Zentrale in New York: Die Bank verliert nach einem Handelsskandal mindestens zwei Milliarden Dollar. (Reuters)
Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit der US-Grossbank JP Morgan Chase herabgestuft. Die drittgrösste Ratingagentur senkte die Bewertung um eine Stufe von AA- auf A+. Fitch drohte zudem mit einer weiteren Abstufung. JP Morgan hatte am Donnerstag einräumen müssen, dass die Investmentabteilung sich mit Kreditausfallversicherungen verspekuliert hatte und dabei mindestens zwei Milliarden Dollar in den Sand gesetzt hatte.
Die Bank - eine der wenigen, die die Finanzkrise von 2008 mehr oder weniger unbeschadet überstanden hatte - verlor allein am Freitag an der New Yorker Börse 15 Milliarden Dollar an Marktwert. Die Aktien büssten 9,3 Prozent ein und standen bei Handelsschluss bei knapp 37 Dollar. Damit waren sie am Freitag der mit Abstand grösste Verlierer an der Wall Street. Die Nachrichten von JP Morgan belasteten zudem den gesamten Banken-Sektor. Die Aktien von Citigroup, Goldman Sachs und Bank of America beendeten den Handel deutlich schwächer als der Gesamtmarkt.
«Wir wissen, dass wir dumm waren»
JP Morgan-Chef Jamie Dimon räumte in einem Interview mit dem US-Sender NBC Fehler ein. «Wir waren schlampig. Wir wissen, dass wir dumm waren. Wir wissen, dass es eine Fehleinschätzung gab», sagte er in der Sendung «Meet the Press», die am Sonntag ausgestrahlt werden soll. Zuvor hatte der Bankchef bereits angedeutet, dass der Verlust sogar noch um eine Milliarde Dollar höher ausfallen könnte.
Die genaue Ursache ist derzeit noch unklar. Offenbar hat sich ein Händler in London im grossen Stil verspekuliert. Spätestens am Dienstag bei der jährlichen Hauptversammlung dürfte sich Bankchef Dimon genauer zu dem Fall äussern. Nach einem Bericht der «New York Times» hat die US-Börsenaufsicht SEC inzwischen eine erste Untersuchung eingeleitet. (ank, reuters/sda/afp)
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