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Donnerstag, 21.7.2011

Hintergrund: Die Folgen eines Zahlungsausfalles

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder nehmen für weitere Finanzhilfen für Griechenland möglicherweise auch einen Zahlungsausfall des Landes in Kauf. Das Szenario birgt Risiken, bietet aber auch Chancen. Eine Übersicht.

Was ist ein Zahlungsausfall?
Wenn ein Land nicht mehr in der Lage ist, seine Schulden ganz oder teilweise zu bedienen, das Land also zumindest vorübergehend zahlungsunfähig ist, spricht man von einem Zahlungsausfall.

Das zweite Rettungspaket für Athen könnte paradoxerweise zumindest vorübergehend zu einem solchen teilweisen Zahlungsausfall führen.

Wie kommt es dazu?
Auf Druck der deutschen Regierung sollen auch private Gläubiger wie Banken und Versicherungen an dem zweiten Rettungspaket beteiligt werden. Sie sollen so auf einen Teil ihrer Schuldforderungen gegenüber Griechenland verzichten.

Dies würde bedeuten, dass Athen einen Teil seiner Schulden nicht zurückzahlt. Die Ratingagenturen haben angekündigt, dies als teilweisen Zahlungsausfall zu werten.

Welche Folgen hat er für die Banken?
Ein Zahlungsausfall wurde bisher von der Europäischen Zentralbank (EZB) entschieden abgelehnt. Sie fürchtete, dass dies das gesamte Finanzsystem erschüttern könnte - wie etwa die Pleite der US-Bank Lehman Brothers im Jahr 2008, die als Beginn der weltweiten Finanzkrise gilt.

Besonders französische und deutsche Banken besitzen grosse Mengen griechischer Staatsanleihen. Sie könnten aus dem Gleichgewicht geraten, wenn sie auf einen Teil ihrer Schuldforderungen gegenüber Griechenland verzichten müssten.

Was bedeutet das für die Griechen?
Die EZB hat bisher erklärt, dass sie im Fall eines Zahlungsausfalls von den Banken keine griechischen Staatsanleihen mehr als Garantie akzeptieren würde. Sie würde Griechenland auch kein Geld mehr leihen.

Damit würden insbesondere die griechischen Banken riskieren, zahlungsunfähig zu werden. Sie könnten dann Bürgern und Firmen keine Kredite mehr geben - es drohte die völlige Blockade der griechischen Wirtschaft.

Es gibt aber Hinweise darauf, dass die EZB von dieser Haltung abweicht.

Wie kann das Schlimmste verhindert werden?
Wenn die Ratingagenturen die Zahlungsunfähigkeit Athens feststellen, könnte sich die EZB über diese Bewertung hinwegsetzen und weiter Kredite an die Banken vergeben. Vorübergehend könnten aber auch die nationalen Zentralbanken für die EZB einspringen.

Wenn eine rasche Reduzierung der griechischen Schulden gelingt, könnten die Ratingagenturen das Land schon bald wieder als zahlungsfähig einstufen. (inap, sda)

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