Wirtschaftkrise könnte Unruhen in China auslösen
Die Volksrepublik China ist nach Einschätzung des Politbüro-Mitglieds Zhou Yongkang nicht ausreichend auf soziale Konflikte im Land vorbereitet. Die Regierung benötige bessere Ansätze, um mit «den negativen Effekten» der Marktwirtschaft umzugehen, sagte Zhou laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in einer Rede vor Regionalpolitikern.
Zhou forderte innovative Herangehensweisen für «soziales Management». Dies sei eine «grosse und dringende Aufgabe» für die Regierung. Er verlangte von den Provinzen, auf unnötige Ausgaben zu verzichten, die in der Vergangenheit zu Streiks und Protestaktionen führten.
Wichtige Indizes geben nach
Wenige Studnen später gab Xinhua bekannt, der Einkaufsmanager-Index (PMI) für das nichtverarbeitende Gewerbe sei auf 49,7 Punkte gefallen. Er lag damit unter der neutralen Marke von 50 Punkten, die den Unterschied zwischen Expansion und Schrumpfung eines Sektors ausmacht. Der Index hatte im Oktober noch 57,7 Prozentpunkte betragen.
Für den massiven Rückgang machten chinesische Wirtschaftsexperten die flaue Nachfrage in der heimischen Bauindustrie verantwortlich. Seit dem Frühling versucht die Regierung in Peking, den punktuell überhitzten Immobilienmarkt abzukühlen. Kaufbeschränkungen für die Bürger und eine Verknappung der Hypotheken setzen die Baufirmen des Landes derzeit unter Druck. Dazu sei im November noch ein saisonaler Konsumrückgang gekommen.
Am Mittwoch war bereits bekannt geworden, dass auch der Index für Chinas Industrieproduktion im November auf 49 Punkte abgesackt war. Die sinkende Nachfrage in der Eurozone und aus den USA machen Chinas Exporteuren zu schaffen. So war Chinas Wachstumsrate im dritten Quartal auf 9,1 Prozent gesunken, von 9,5 Prozent im zweiten und 9,7 Prozent im ersten Quartal. (bat, dpa/sda)
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