Allgemeiner Sündenbock: Das «Gemeindekind» muss für vieles den Kopf hinhalten.
«Das Gemeindekind» von Marie von Ebner-Eschenbach
Die Mutter im Zuchthaus, der Vater wegen Mordes gehenkt - die Geschwister Milada und Pavel fallen in die Obhut der Gemeinde. Während Milada das Mitleid einer Gutsbesitzerin erregt und auf ihre Kosten in einer Klosterschule erzogen wird, fällt ihr Bruder Pavel der Gemeinde zur Last.
Hier lässt man ihn den schlechten Ruf seiner Eltern spüren. Pavel wird immer mehr verstockt und schliesslich zum Musterbeispiel eines schwer erziehbaren Jungen - und damit zum allgemeinen Sündenbock. Pavel akzeptiert seinen Status in der Gesellschaft und verwahrlost zusehends.
Als sich die Geschwister nach Jahren wiedersehen, ist Milada erschüttert über den Zustand ihres Bruders. Unter ihrem Einfluss wandelt sich Pavel langsam, beginnt zu lernen und versucht sich in der Gemeinde nützlich zu machen. Er will ein rechtschaffenes Leben führen - eines, das einmal die Achtung seiner Mitmenschen finden wird.

