(colourbox.com)
CD-Tipps der Musikredaktion
Kein Konzertpianist, keine Konzertpianistin kommt aus ohne seine Etüden, seine Charakterstücke, seine Sonaten. Neue Liszt-Aufnahmen haben zurzeit Hochkonjunktur; aus den vielen CDs haben wir einige für Sie ausgewählt.
| Nelson Freire: Harmonies du soir |
|
![]() |
Wenn Liszts Virtuosität eine Berechtigung hat, dann die, dass sie Ausdruck einer poetischen Idee ist. So zumindest scheint es, wenn man sich Nelson Freires sehr persönlich zusammengestelltes Liszt-Programm anhört. Freire ist ein Meister der feinen und feinsten Klangtönungen, und manchmal scheint bei ihm sogar die Zeit still zu stehen. Was hier auch deutlich wird: Wie viel ein Debussy oder Ravel von Liszt profitiert haben. |
| Tomas Dratva: Années de Pèlerinage. Première Année: Suisse |
|
![]() |
Das Opus 34304 ist nicht eine Komposition von Liszt, sondern die Nummer des Steinway-Flügels, der seit 1876 in der Villa Wahnfried in Bayreuth steht. Franz Liszt hat darauf bei seinen Besuchen bei Tochter Cosima und Schwiegersohn Richard Wagner gespielt. Auf diesem besonderen Instrument hat der Schweizer Pianist Tomas Dratva das erste Buch der «Pilgerjahre» aufgenommen. Besonders auffallend: die klangschön-sonoren Bässe und die leuchtenden Melodielinien des Wagner-Flügels. |
| Ausschnitt hören |
|
| Andrea Kauten: Sonate h-Moll und Dante-Sonate |
|
![]() |
Gleich beide Klaviersonaten Liszts spielt Andrea Kauten auf ihrer neuen CD, auch sie eine Schweizer Pianistin. Es sind nicht allein die technischen Anforderungen, die hier von den Interpreten Höchstes abverlangen; es locken auch die musikalisch-theatralischen Gesten. Andrea Kauten widersteht der simplen Verführung und baut die Stücke in ihrer eindrucksvollen Grösse auf. |
| Lang Lang: Liszt – My Piano Hero |
|
![]() |
Der chinesisch-amerikanische Pianist Lang Lang ist der meist-gehypte Liszt-Interpret des Jahres. Für ihn ist Liszt das, was er selber ist: ein Popstar. Pianistisch hat sein Spiel seine Qualitäten, es ist schwungvoll und mit farbigem Anschlag. Aber es hat auch den Hang zum Plakativen, und man fragt sich: Warum gerade das musikalisch doppelt unterstreichen, was eh schon jede und jeder aus der Musik heraushört? |
| Pierre-Laurent Aimard: The Liszt Project |
|
![]() |
Pierre-Laurent Aimard wünscht sich, man solle sich seine CD am Stück anhören. Das klingt erstmal etwas anstrengend, wird aber zur spannenden musikalischen Intensiv-Reise, die von der Romantik bis ins 20. Jahrhundert führt, bis hin zu Stücken von Alban Berg und Béla Bartók. Eine überzeugende Aufnahme, bei der Liszt weder Superstar noch Erz-Romantiker ist, sondern schlicht zukunftweisend. |





