OECD will Billionen-Schutzwall gegen Euro-Krise
Höher müsse er sein, der Schutzwall, findet OECD-Generalsekretär Gurria. (Keystone)
Die OECD fordert einen Fonds für klamme Eurostaaten mit einem Umfang von einer Billion Euro: «Wenn man mit Märkten zu tun hat, sollte man lieber über das Ziel hinausschiessen», sagte Generalsekretär Angel Gurria in Brüssel.
Der Fonds müsse gross genug sein, um künftige Finanzhilfen stemmen zu können. Und diese könnten sich in den kommenden zwei Jahren auf mehr als eine Billion Euro belaufen, so Gurria.
Grösse soll Spekulanten abschrecken
Den Appell richtete der OECD-Vertreter vor allem an die Euro-Finanzminister, die Ende Woche in Kopenhagen zusammenkommen: Die Mauer sollte «stark genug, breit genug, tief genug, hoch genug, einfach gross» sein, um letztlich nicht genutzt zu werden, sagte Gurria. So könnten Spekulanten von Spekulationsversuchen abgehalten werden.
Die Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit macht sich schon seit längerem für hohe Schutzwälle gegen die Schuldenkrise stark. Sie schätzt, dass angeschlagene Euro-Länder in den nächsten zwei Jahren einen Finanzierungsbedarf von 1000 Milliarden Euro haben. Hinzu kämen Beiträge zur Rekapitalisierung der Banken.
Verdoppelung des Kreditvolumens angestrebt
Bislang sind die EU-Krisen-Kassen weniger gut gefüllt: Der bisherige Fonds EFSF kann insgesamt 440 Milliarden Euro einsetzen. Im Sommer tritt dann der ESM in Kraft, der schrittweise bis zu 500 Milliarden Euro erhalten soll.
Deutschland trat bisher bei der Aufstockung auf die Bremse. Die Regierung Merkel ist nun aber bereit, die beiden Rettungsfonds zeitweise parallel laufen zu lassen. Je nach Rechenmodell käme dadurch ein Gesamtvolumen von 700 bis 940 Milliarden zusammen.
Entscheid am Wochenende erwartet
EU-Währungskommissar Olli Rehn zeigte sich zuversichtlich, beim informellen Treffen der Euro-Finanzminister am Freitag in Kopenhagen einen Kompromiss zu finden. Auch Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker bekräftigte, das Volumen zur Rettung verschuldeter Euro-Länder müsse erhöht werden.(smus;pet, reuters/dpa)
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