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Grosser Hunger in Äthiopien

Bilder von zu Skeletten abgemagerten Menschen, sterbenden Säuglingen und Kindern mit zündholzdünnen Beinen rüttelten in den 1980er Jahren die Weltöffentlichkeit  auf. Am 23. Oktober 1984 erreichten die Aufnahmen über die BBC erstmals ein Millionenpublikum.

Eine Hungerkatastrophe hatte Äthiopien im Griff, einmal mehr. Der Grosse Hunger im Jahr 1984 sprengte aber die Dimensionen des alltäglichen Elends und anderer Katastrophen in Afrika.

Rund eine Million Menschen starben laut Schätzungen im Hungerwinter 1984/1985. Als die ersten Fernsehbilder um die Welt gingen, war die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten. Der Kreislauf von Dürre, Missernten und viel zu wenig Regen, unter dem Äthiopien immer wieder zu leiden hatte, mündete einmal mehr im Desaster.

Weltweite Solidarität

Der grosse Hunger löste die bis dahin grösste weltweite Mobilisierung von Künstlern und Prominenten aus, die um Spenden warben. «Do they know it's Christmas?» fragte Bob Geldof gemeinsam mit den bekanntesten Namen der britischen Popszene.

In der «Band Aid» waren von Bruce Springsteen über Michael Jackson, Bono und Sting alle vertreten, die im internationalen Musikgeschäft Rang und Namen hatten. Gemeinsam sangen sie «We are the World». Doch zu dem Zeitpunkt waren viele Menschen schon tot.

Gefahr nicht gebannt
Die damalige Regierung unter dem Sozialisten Haile Mengistu, die in der besonders betroffenen Hochlandregion Tigray gegen Rebellen kämpfte, hatte mit Landenteignungen und Zwangsumsiedlungen nicht gerade zu einer stabilen Landwirtschaft beigetragen. Vielmehr blockierte sie Lebensmittellieferungen in Rebellengebiete, was die Krise noch verschärfte.

Ein Vierteljahrhundert später lebt der gestürzte Mengistu im Exil in Simbabwe, und die einstigen Rebellen regieren in Addis Abeba, doch die Gefahr des Hungers ist nicht gebannt. In den vergangenen Jahren fiel am Horn von Afrika nicht genügend Regen, die Ernten sind schlecht.

Nicht genug Geld für Hilfe
Eine Konsequenz des Grossen Hungers in Äthiopien waren die Bemühungen um ein verbessertes Frühwarnsystem. Doch das nützt nur wenig, wenn Welternährungsprogramm (WFP) und Hilfsorganisationen die Mittel zum Helfen nicht haben. (cdm, dpa)

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