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Syrien (Teil 1)

Präsident Bashar al-Assad galt lange als Hoffnungsträger. Doch der Sohn des Langzeitherrschers Hafis al-Assad enttäuschte viele Syrer. Seit März 2011 fordern Regimekritiker bessere Lebensbedingungen und mehr Demokratie. Das Regime reagiert mit Gewalt, der Konflikt eskaliert.
Karte: Syrien

Hier geht's direkt zum Teil 2 der Chronologie zum syrischen Aufstand (ab Juni 2012)

Nach offiziellen Angaben leben 14 Prozent der 22 Millionen Einwohner Syriens in Armut, jede fünfte Person ist arbeitslos. Präsident Bashar al-Assad regiert das Land seit dem Jahr 2000, zuvor war sein Vater drei Jahrzehnte lang an der Macht.

Um mittellosen Familien zu helfen, legt die Regierung schon im Januar einen millionenschweren Hilfsplan auf. Trotzdem rufen syrische Oppositionelle für den 4. Februar 2011 zu einer Grossdemonstration gegen die Regierung von Präsident Bashir al-Assad auf. Doch die Menschen gehen nicht auf die Strassen.

Assad lässt auf die Menschen schiessen
Am 18. März kommt es in Daraa und anderen Städten zu ersten Massenkundgebungen. Die Sicherheitskräfte schiessen in die Menge; gemäss Menschenrechtlern werden dabei mehr als 60 Menschen getötet. Nach tagelangen blutigen Unruhen deutet die syrische Führung am 24. März Reformen an.

Am 30. März hält Assad eine mit Spannung erwartete Rede im Parlament, ohne aber auf die Forderungen der Demonstranten einzugehen.

In den folgenden Tagen und Wochen kommt es in mehreren Städten zu weiteren Unruhen. Die Sicherheitskräfte gehen weiterhin mit äusserster Brutalität vor und schiessen in die Menge. Dabei werden immer wieder Menschen getötet oder verletzt.

Assad leitet zögerlich Reformen ein
Unter dem Druck der Proteste ernennt Präsident Assad am 14. April eine neue Regierung. Zuvor lässt er hunderte Oppositionelle frei. Viele von ihnen berichten, sie seien gefoltert worden.

Am 21. April hebt Präsident Assad den Ausnahmezustand und das Staatssicherheitsgericht auf. Ein neues Gesetz erlaubt zudem friedliche Proteste, wenn sie vom Innenministerium genehmigt sind. Doch der Opposition reicht das nicht mehr: Sie fordert einen Regimewechsel.

Die Situation eskaliert
Am 22. April gehen landesweit Hunderttausende auf die Strassen - so viele wie noch nie. Das Regime reagiert mit grosser Härte. Beim bis dahin gewaltsamsten Vorgehen des Sicherheitsapparates sterben nach Angaben der Regimegegner mindestens 70 Menschen, Hunderte werden verletzt.

Wo es Tote gibt, schildern Augenzeugen ein immer gleiches Muster: Nicht Polizisten in Uniform feuern die tödlichen Schüsse ab, sondern Heckenschützen in Zivil, die auf Hausdächern lauern und willkürlich in die Menschenmengen schiessen, um Panik und Furcht auszulösen.

Ende Mai gewährt Assad allen Mitgliedern politischer Bewegungen eine Generalamnestie. Ob die schätzungsweise 10'000 seit Beginn der Proteste Verhafteten freikommen, ist allerdings unklar.

Im Norden des Landes, rund um die Stadt Jisr al-Shugur kommt es Anfang Juni zu schweren Zusammenstössen zwischen Aufständischen und Regimeanhängern. Assad schickt schwer bewaffnete Einheiten in die Gegend. Tausende Menschen ergreifen daraufhin die Flucht; viele von ihnen gehen in die benachbarte Türkei.

Menschen fliehen in die Türkei
Innerhalb kurzer Zeit erreichen Tausende Syrer die Türkei. Die türkische Regierung, die bislang enge Beziehungen zur syrischen Führung pflegte, kritisiert das Vorgehen des Regimes Assad scharf.

Die syrische Regierung eröffnet Anfang Juli einen Gesprächskanal mit der Opposition. Ziel der Gespräche sei es, aus Syrien einen «pluralistischen, demokratischen Staat» zu machen, sagt die Regierung. Doch die bekannten Oppositionellen bleiben dem Treffen in Damaskus fern.

Am 17. Juli einigt sich die Opposition bei ihrer bislang grössten Konferenz auf eine Strategie zum Sturz des Regimes. Die Macht soll an eine nationale Übergangsregierung übertragen und der Polizeistaat aufgelöst werden. Der Umsturz soll friedlich erfolgen, eine ausländische Militärintervention lehnen die Regimegegner ab.

Grossoffensive gegen Hama
Seit Ende Juli führt das Regime einen Feldzug mit schwerem Geschütz gegen die Protesthochburg Hama. Laut Aktivisten schiessen die Soldaten mit scharfer Munition in die Menge und überall sind Panzer stationiert. Mehrere hundert Menschen seien getötet worden.

Hama hatte sich zuvor fast zwei Monate lang in einer Art befreitem Zustand befunden, weil sich die Sicherheitskräfte in dieser Zeit völlig aus der Stadt zurückgezogen hatten. Die Grossoffensive stellte das Regime als «Wiederherstellung von Recht und Ordnung» dar.

Die Offensive startete mit dem Ramadan. Vermutlich will das Regime verhindern, dass es zu grossen Ansammlungen von Menschen kommt.

Opposition bittet Ausland um Hilfe
Ende Juli kommt es erneut zu grossen Protesten der Regimegegner. Zehntausende gehen auf die Strassen im ganzen Land. Sie fordern ein Ende der brutalen Unterdrückung der Opposition. Die Demonstranten beklagen aber auch das Nichtstun anderer arabischer Länder - «Euer Schweigen tötet uns» heisst es.

Auf internationaler Ebene bemüht sich der Uno-Sicherheitsrat Anfang August um eine Resolution gegen das Regime Assad. Grundsätzlich sind sich die 15 Mitgliedsländer einig, dass auf die Gewalt in Syrien reagiert werden muss. Form und Wortwahl dieser Reaktion bleiben aber umstritten, vor allem Russland und China sind skeptisch.

Neue Parteien werden zugelassen
Anfang August kündigt die syrische Führung «freie und transparente» Wahlen an und stellt in Aussicht, diese noch im Jahr 2011 durchzuführen. Gleichzeitig erlaubt Assad per Dekret die Gründung von neuen Parteien. Damit reagiert er auf eine der Hauptforderung der Demonstranten nach einem Mehrparteiensystem. Den neuen Regeln zufolge dürfen die Parteien nicht religiös sein oder vom Ausland unterstütz werden.

Nach Italien berufen weitere Staaten ihre Botschafter aus Syrien ab, darunter Saudi-Arabien und Kuwait. Damit gerät Assad erstmals auch durch arabische Staaten unter Druck.

Am 10. August zieht die syrische Armee zahlreiche Soldaten aus der Stadt Hama ab, da nach Angaben der Armee die Demonstranten aus der Stadt vertrieben worden seien. In anderen Städten setzen die Soldaten den Beschuss allerdings fort.

Regime geht weiter brutal gegen Bürger vor
Auch die Belagerungen diverser Städte und Hausdurchsuchungen durch die Sicherheitskräfte gehen mit unverminderter Brutalität weiter. Nach Angaben von geflüchteten Regimegegnern werden Dutzende Menschen - darunter auch in Spitäler eingelieferte Verletzte - von syrischen Sicherheitskräften erschossen.

Laut der Uno wurden seit Beginn der Unruhen Mitte März bis am 20. September mindestens 2700 Syrierinnen und Syrer von Sicherheitskräften getötet, Tausende weitere wurden festgenommen und verschleppt.

Immer mehr Deserteure
Ende September mehren sich die Berichte, wonach immer mehr regimetreue Soldaten desertieren und sich dem bewaffneten Widerstand gegen Assad anschliessen. Das Regime reagiert erneut mit Gewalt: Die Stadt Rastan, in der sich viele Deserteure verschanzt halten, wird laut Oppositionsangaben praktisch dem Erdboden gleichgemacht.

Die syrische Opposition schliesst sich derweil zusammen und bildet am 2. Oktober in der türkischen Stadt Istanbul den Nationalrat. Ziel des Gremiums soll sein, die Revolte gegen das Regime zu steuern.

Keine Uno-Resolution
Der Uno-Sicherheitsrat wird sich nicht einig über Sanktionen gegen Syrien. Eine Resolution findet am 4. Oktober zwar eine Mehrheit im Rat, wird aber durch Russland und China mit einem Veto zu Fall gebracht.

Am 7. Oktober wird in Syrien der kurdische Oppositionsführer Meschaal Timo ermordet. Beobachter gehen davon aus, dass die Attentäter dem Geheimdienst oder regimetreuen Truppen angehören. Aus Protest dringen kurdisch-syrische Regimegegner in die syrischen Botschaften in Berlin und Wien sowie die syrische Uno-Mission in Genf ein. Bei der Beerdigung Timos werden durch Soldatenschüsse auf den Trauerzug fünf Menschen getötet.

Täglich werden Menschen erschossen
Die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Syrien gehen weiter, täglich werden Menschen getötet. Mitte Oktober gibt die Uno an, in Syrien seien seit Beginn der Unruhen mindestens 3000 Menschen umgekommen. Im ganzen Land wird laut unüberprüfbaren Berichten von Oppositionellen jede sich regende Opposition gegen das Assad-Regime brutal niedergewalzt und -geschossen.

Am 18. Oktober riegeln Tausende Sicherheitskräfte nach Angaben von Aktivisten mehrere Ortschaften rund um Damaskus ab und durchsuchen Häuser und Felder. Dutzende junger Männer werden abgeführt. Dabei kommt es den Angaben zufolge auch zu Gefechten zwischen Assad-Kräften und desertierten Soldaten. Bereits am Vortag kam es in Homs zu Schiessereien zwischen Deserteuren und Regime-Anhängern, bei denen mehr als 30 Menschen umgekommen sein sollen.

Irans Ahmadinejad verurteilt die Gewalt
Als am 21. Oktober der Tod Ghadhafis bekannt wird, beteiligen sich nach dem Freitagsgebet in Syrien noch mehr Menschen als sonst an den Protesten gegen Assad. Laut Oppositionellen sind aber auch die Sicherheitskräfte stärker präsent. Allein an diesem Tag werden den Angaben zufolge in Homs und Hama mindestens 25 Menschen getötet.

Am 23. Oktober verurteilt Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad erstmals die blutige Gewalt in Syrien. Der Iran ist einer der wichtigsten Verbündeten von Damaskus. Am 24. Oktober ziehen die USA ihren Botschafter aus Damaskus ab, seine Sicherheit sei durch Anhänger Assads ernsthaft bedroht, heisst es aus Washington.

30'000 politische Gefangene?
Laut den Aussagen des prominenten Menschenrechtlers Radwan Ziadeh vom Damaskus-Zentrum für Menschenrechte hat das Assad-Regime die grossen Fussballstadien des Landes in Gefängnisse umgewandelt. Dort würden 30'000 Menschen festgehalten.

Amnesty Interational spricht von Misshandlungen und Folter in syrischen Spitälern. Betroffen davon seien nicht nur verletzte Regimegegner, sondern auch das medizinische Personal, das die Patienten versorgt.

Assad-Anhänger und -Gegner machen mobil
Am 26. Oktober demonstrieren in Damaskus zehntausende Anhänger Assads ihre Unterstützung für den Präsidenten. Die Veranstaltung wurde staatlich organisiert. Gleichzeitig kommt es in anderen Städten des Landes zu Streiks von Regierungsgegnern. Auch sie mobilisieren zehntausende Menschen in ganz Syrien.

Immer öfter kommt es laut Angaben von syrischen Aktivisten im Exil zu Kämpfen zwischen Deserteuren und Soldaten. Dabei setzen die Deserteure offenbar auch vermehrt schwere Waffen wie Raketenwerfer ein.

Assad akzeptiert Friedensplan der Arabischen Liga
Am 2. November akzeptiert die syrische Regierung einen Vermittlungsvorschlag der Arabischen Liga. Das Assad-Regime akzeptiert darin ein Ende der Gewalt und verspricht, die Armee aus den Städten zurückzuziehen. Beobachter und Journalisten sollen sich im Land frei bewegen können, alle verhafteten Regimegegner sollen binnen zwei Wochen freikommen.

Trotz dem Abkommen gehen die Proteste gegen Assad und die Gewalteinsätze seiner Sicherheitskräfte vorerst weiter. Regimegegner misstrauen Assad und erklären, man dürfe den Friedensabsichten des Präsidenten nicht glauben, er wolle nur Zeit gewinnen.

Arabische Liga suspendiert Syrien
Auch die Arabische Liga verliert nun langsam die Geduld mit Assad und sistiert die Mitgliedschaft Syriens bis auf Weiteres. Am 12. November beschliesst die Organisation, dass Syrien erst wieder mitreden darf, wenn der Vermittlungsplan vom 2. November umgesetzt wird.

Am 15. November wendet sich auch die Türkei von Assad ab und droht damit, die Stromlieferungen ins Nachbarland zu kappen. Derweil sucht die Arabische Liga den Kontakt zur syrischen Opposition um über Pläne zur Machtübergabe im Land zu diskutieren.

Fast täglich gibt es - zwar unbestätigte - Berichte aus Syrien über Demonstrationen und Todesopfer. Zudem nehmen offenbar die Angriffe von desertierten Soldaten auf Armee-Einrichtungen im Land zu. Auch dabei kommen auf beiden Seiten fast täglich Menschen ums Leben. Die Uno spricht nun von einem Bürgerkrieg im Land und gibt die Zahl der bestätigten Todesopfer der Unruhen mit mindestens 4000 an.

Arabische Staaten verhängen Sanktionen gegen Damaskus

Ein Ultimatum der Arabischen Liga zur Erfüllung der Forderungen lässt Syrien am 25. November verstreichen. Daraufhin beschliesst die Liga Wirtschaftssanktionen gegen Syrien. Vermögenswerte syrischer Regierungsmitglieder werden eingefroren, die Geschäfte mit der Zentralbank eingestellt und Investitionen im Land gestoppt. Damit soll Präsident Assad zur Beendigung der Gewalt gedrängt und eine Einmischung des Westens wie im Fall Libyen verhindert werden. Auch der Westen verschärft seine Sanktionen gegen das syrische Regime.

In Syrien selber geht das Blutvergiessen unvermindert weiter. Täglich wird von Zusammenstössen, bewaffneten Auseinandersetzungen oder Massakern berichtet. Nach wie vor können die Meldungen aber nicht verifiziert werden, ausländische Reporter dürfen im Land nicht frei arbeiten.

Bürgerkriegsähnliche Zustände
Offenbar nehmen die Kämpfe zwischen desertierten Soldaten und regulären Armeeeinheiten des Regimes zu. So wird etwa am 3. Dezember von heftigen Gefechten in Idlib nahe der Grenze zur Türkei berichtet. Dabei sollen mindestens 15 Menschen getötet worden sein. Drei Tage später meldet ein Anhänger der Opposition aus Homs, mehr als 30 sunnitische Zivilisten seien in Homs von der dem Assad-Regime nahe stehenden Shabiha-Miliz hingerichtet worden.

«Komplett von der Realität abgekoppelt»
In einem Interview mit dem US-Sender ABC weist Assad am 7. Dezember jede Verantwortung an den Übergriffen der Sicherheitskräfte auf Zivilisten von sich. Er habe keinen Befehl zur Unterdrückung der Protestbewegung gegeben. Auch seien die meisten Todesopfer gar nicht Oppositionelle, sondern Anhänger des Regimes oder Sicherheitskräfte, so Assad weiter.

Es bleibt offen, ob Assad wirklich nicht weiss, was in seinem Land passiert, oder ob er ganz einfach lügt. Die USA jedenfalls werfen Assad Realitätsverlust vor. Assad habe entweder «jegliche Macht verloren oder sich komplett von der Realität abgekoppelt», heisst es aus dem US-Aussenministerium als Reaktion auf das Interview.

Das Töten im Land geht weiter
Derweil gehen die blutigen Auseinandersetzungen weiter. Am 9. Dezember sterben nach dem Freitagsgebet laut Oppositions-Angaben mindestens 24 Menschen, als Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstranten in Homs, Deir az-Zur und in Vorstädten von Damaskus eröffnen. Am 10. Dezember sterben den gleichen Quellen zufolge mindestens weitere 12 Menschen im Kugelhagel.

Am Tag darauf wird vom bisher heftigsten Gefecht zwischen Deserteuren und regierungstreuen Soldaten im Süden des Landes berichtet.

Uno gibt Zahl der Todesopfer neu mit über 5000 an
Am 12. Dezember veröffentlicht das Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte neue Zahlen zu den Opfern in Syrien. Demnach wurden seit Beginn des Aufstandes im März 2011 mindestens 5000 Zivilisten getötet, darunter mehr als 300 Kinder. Zudem sei eine «gewaltige Anzahl» von Syrern in Lagern interniert.

Basierend auf ihren Informationen glaube sie, dass in Syrien Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen werden, sagt die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay. Sie habe dem Sicherheitsrat in New York deshalb empfohlen, den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anzurufen.

Russland mit Resolutionsentwurf
Mitte Dezember verlieren auch Russland und China die Geduld. Russland legt dem Uno-Sicherheitsrat überraschend einen Resolutionsentwurf zur Verurteilung Syriens vor. Noch Anfang Oktober hatten die Länder mit ihren Vetos eine Resolution verhindert.

Der Entwurf Russlands stösst im Westen auf Ablehnung, da er die Gewalt der Regierungsgegner und des Regimes auf die gleiche Stufe stellt.

Beobachter werden zugelassen
Die Arabische Liga verstärkt den Druck: Am 18. Dezember setzt sie dem syrischen Regime eine letzte Frist, um Beobachter ins Land zu lassen. Ansonsten werde sie sich an den Uno-Sicherheitsrat wenden. Syrien stimmt danach der Entsendung von arabischen Beobachtern zu.

Die rund 150 Beobachter, die bis Ende Dezember in Syrien eintreffen sollen, werden die Aufgabe haben, die Freilassung der Regimegegner und den Abzug der Armee aus den Städten zu überwachen.

Gewaltexzesse vor Eintreffen der Beobachter
Kurz bevor die Beobachter ins Land gelassen werden, kommt es zu weiteren Gewaltexzessen: Aktivisten berichten von mehreren hundert Toten, darunter viele Deserteure. Von Kämpfen betroffen sind vor allem die Provinzen Idlib und Homs.

Die ersten 50 Beobachter der Arabischen Liga treffen am 27. Dezember in Syrien ein und begeben sich sogleich in die Protesthochburg Homs. Dort stellen die Assad-Truppen das Feuer offenbar ein, Zehntausende Bewohner gehen auf die Strasse und demonstrieren gegen das Regime.

Beobachter können Tötungen nicht stoppen
Am 6. Januar 2012 reisst in Damaskus ein Selbstmordattentäter mehr als 20 Menschen mit sich in den Tod. Mehr als 40 Menschen werden verletzt. Das Regime sieht Islamisten am Werk, die Opposition hingegen glaubt an einen Racheakt des Regimes. Das Attentat ereignet sich in al-Midan, einer Hochburg der Protestbewegung gegen das Regime Assad.

Die Arabische Liga verstärkt ihre Mission auf 134 Beobachter. Trotz des Beobachtereinsatzes und wiederholter Appelle für ein Ende der Gewalt von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon, schiessen syrische Sicherheitskräfte weiter auf Menschen.

Mitte Januar werden erstmals in der Arabischen Liga Stimmen laut, die einen Einsatz ausländischer Streitkräfte in Syrien fordern. Der Emir von Katar, Scheich Hamad Bin Khalifa al-Thani, sagt wenige Tage vor dem Ende der Beobachtermission US-Sender CBS News, die arabischen Staaten sollten Soldaten einsetzen, um das Blutvergiessen zu beenden. Katar leitet in der Liga den für die Syrien-Krise zuständigen Ausschuss.

Regime droht mit einem Blutbad
Als Reaktion auf die Aussage al-Thanis droht die syrische Regierung mit einem Blutbad, sollten ausländische Soldaten das Land betreten. «Es wäre bedauerlich, wenn arabisches Blut auf syrischem Boden vergossen würde, um ausländischer Interessenpolitik zu dienen, nachdem die Verschwörung gegen Syrien offensichtlich geworden ist.» Das stolze syrische Volk werde keine ausländische Einmischung dulden, sagt ein Regierungssprecher.

Funktionäre und Soldaten kehren Assad den Rücken
Die von Deserteuren gegründete Freie Syrische Armee erhält immer mehr Zulauf. Desertierte Offiziere melden im Januar, zur Armee der Fahnenflüchtigen gehörten inzwischen 20‘000 Soldaten. Immer wieder werden aus der Provinz Idlib und auch im Gebiet um die Hauptstadt Damaskus Kämpfe zwischen Deserteuren und der regulären Armee gemeldet.

Derweil wächst auch die Zahl der Funktionäre, die sich von Präsident Assad distanzieren. Der aus Homs stammende Parlamentsabgeordnete Imad Ghalioun erklärt in einem Interview mit dem Nachrichtensender al-Arabia am 15. Januar, er habe aus Protest gegen die Politik der Korruption und Unterdrückung beschlossen, sich der Opposition anzuschliessen. Deshalb habe er sich nach Ägypten abgesetzt.

Er kenne viele Abgeordnete, die sich innerlich ebenfalls von der Führungsclique abgewandt hätten. Wegen eines kürzlich von Assad erlassenen Reiseverbotes für Parlamentarier hielten sie jedoch still, da sie ansonsten mit harten Strafen gegen sich und ihre Familien rechnen müssten.

Iran liefert illegal Waffen an Assad
Uno-Experten beschuldigen Iran, gegen ein Waffenembargo verstossen und illegal Waffen an das Regime in Syrien geliefert zu haben. Die Verstösse gegen die Uno-Resolutionen 1747 und 1929 seien den Mitgliedern des Sicherheitsrates gemeldet worden, teilt das französische Aussenministerium am 16. Januar mit.

Der Sprecher bezeichnet die Waffenlieferungen als zutiefst schockierend. Konkrete Angaben zu Art und Menge der nach Syrien gebrachten Waffen macht er nicht.

Kämpfe weiten sich zum Bürgerkrieg aus
Syrien bewegt sich unerbittlich auf einen Bürgerkrieg in vollem Umfang zu. Der Spielraum für Verhandlungen ist geringer als je zuvor. Die Arabische Liga setzt ihre Beobachtermission zunächst für eine Woche aus, am 29. Januar wird der Unterbruch verlängert. Es gebe eine «dramatische Eskalation der Gewalt», sagte der Leiter der Mission.

Inzwischen toben auch in den Vororten von Damaskus heftige Kämpfe. Gegner des Regimes von Assad sollen auch weite Gebiete in der Provinz erobert haben. Die Regierung antwortet mit brutaler Gewalt. Nach Angaben der Beobachter der Arabischen Liga wurden in wenigen Stunden mehr als 200 Menschen getötet.

Warten auf den Uno-Sicherheitsrat
Nun ist der Uno-Sicherheitsrat gefordert. Bis anhin war er in der Syrien-Frage zerstritten. Vor allem Russland und China schlugen sich auf die Seite des syrischen Regimes. Doch diese Solidarität scheint nun – angesichts der brutalen Eingriffe – ins Wanken zu geraten.

Die syrische Opposition fordert erneut eine Schutzzone für Aktivisten und Deserteure an der türkischen Grenze. Seit Beginn des Konfliktes im März 2011 wurden nach Uno-Schätzungen in Syrien mehr als 5600 Menschen getötet.

Unruhen breiten sich weiter aus
Anfang Februar 2012 werden auch aus der zweitgrössten syrischen Stadt, Aleppo, Unruhen gemeldet. In mehreren Vierteln der Wirtschaftsmetropole seien Schüsse zu hören, berichteten Oppositionelle. Auch soll es zu Verhaftungen gekommen sein.

Zudem wird bekannt, dass die Exil-Führung der radikal-islamischen Palästinenser-Bewegung Hamas Syrien inzwischen verlassen hat. Offenbar setzten sich die Hamas-Kader nach Katar und Jordanien ab.

Russisches Veto trotz Massaker in Homs
Am 4. Februar berichten Oppositionelle, dass die Armee Homs massiv mit Artillerie beschossen habe. Dabei seien mindestens 250 Menschen getötet worden, hunderte weitere seien verletzt worden. Am gleichen Tag stimmt der Uno-Sicherheitsrat über eine Resolution zu Syrien ab, die im Vorfeld bereits stark verwässert worden war. Trotzdem legen Russland und China ihr Veto gegen den Sicherheitsrats-Beschluss ein.

Das Veto gegen eine Syrien-Resolution ruft scharfe internationale Kritik hervor, vor allem aus den westlichen Staaten. Derweil geht der Beschuss von Homs weiter, in den folgenden Tagen sterben nach Oppositionsangaben jeden Tag gegen 50 Menschen im Granatenhagel der Regierungstruppen.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow besucht am 7. Februar Damaskus und spricht mit Präsident Assad. Danach verkündet er, auch mit der Opposition das Gespräch suchen zu wollen. Trotzdem geht die Gewalt im Land weiter.

Beobachter der Arabischen Liga ziehen ab
Am 8. Februar bricht die Arabische Liga ihre Beobachtermission endgültig ab, sie fordert die Beobachter dazu auf, Syrien zu verlassen. Die Frustration über die Untätigkeit des Uno-Sicherheitsrats ist gross. Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon bringt die Idee einer eigenen Uno-Beobachtermission ins Spiel.

Derweil geht das Blutvergiessen in Syriens drittgrösster Stadt Homs unvermindert weiter. Laut Angaben der Opposition ist die Stadt mit 650'000 Einwohnern von der Armee umzingelt und unter Dauerbeschuss. Jeden Tag werden Dutzende Todesopfer gemeldet. US-Präsident Obama verlangt, das «abscheuliche Blutvergiessen» in Syrien müsse beendet werden, Bundeskanzlerin Merkel äussert sich zutiefst betroffen über die Zustände im Land Assads.

Anschlag auf Regierungsgebäude in Aleppo
Am 10. Februar werden bei zwei Bombenexplosionen in Aleppo laut offiziellen Angaben mindestens 25 Menschen getötet und gegen 200 verletzt. Das Regime macht «Terrorgruppen» für die Anschläge auf zwei Gebäude der Sicherheitskräfte verantwortlich. Oppositionelle dagegen orten die Urheber der Bluttaten beim Regime, ähnlich wie bereits beim letzten Anschlag in Damaskus Anfang Januar. Sie sprechen von einem «weiteren schwarzen Theaterstück des Regimes».

Al-Qaida mischt sich in Syrien ein
Gemäss den US-Geheimdiensten könnte es sich bei den Urhebern aber auch um die al-Qaida handeln. Die Anschläge in Damaskus und Aleppo trügen die Handschrift der Terrororganisation, hiess es. Demnach infiltrieren al-Qaida-Anhänger und sunnitische Extremisten die Oppositionsgruppen.

Offenbar gelangen sie u.a. über die schlecht gesicherte Grenze zum Irak nach Syrien. Unter ihnen sollen sich auch Libyer befinden. Wenig später meldet sich auch al-Qaida-Chef Ayman al-Zawahri in einer Videobotschaft zu Wort. Er ruft das syrische Volk zu verstärktem Widerstand gegen Assad auf.

Derweil geht die Belagerung von Homs unvermindert weiter, die Armee beschiesst vor allem das Oppositionsviertel Baba Amro. Auch in anderen Landesteilen - darunter in Damaskus - gehen die Kämpfe weiter.

Viertel Baba Amro unter Dauerbeschuss
Nach dem Scheitern der Beobachtermission der Arabischen Liga strebt diese nun eine Blauhelm-Mission der Uno für Syrien an. Damit eine solche zustande kommen könnte, müsste allerdings zuerst ein Waffenstillstand vereinbart werden. Damaskus weist den Vorschlag als Einmischung in innere Angelegenheiten empört zurück. Mitte Februar melden Oppositionelle aus Homs, das Viertel Baba Amro stehe unter Dauerbeschuss, auch in Hama und Deraa greifen Panzer offenbar Wohnviertel an.

Assad kündigt für den 26. Februar eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung an. Wie die Abstimmung angesichts der bürgerkriegsähnlichen Zustände im Land allerdings abgehalten werden soll, ist völlig unklar. Angesichts der sich Damaskus nähernden Kämpfe kündigt die Schweiz die Schliessung ihrer Botschaft in der syrischen Hauptstadt an.

Uno-Vollversammlung verurteilt Regime Assad
Am 16. Februar verurteilt die Uno-Vollversammlung die Gewalt des syrischen Regimes mit grosser Mehrheit. Allerdings ist das Papier nicht verbindlich. Vor den Delegierten spricht Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, welche vom Regime in Damaskus verübt würden. Doch ungeachtet der Resolution geht das Blutvergiessen in Syrien weiter, jeden Tag sterben nach Oppositionsangaben Dutzende Menschen im Kugelhagel. Auch von Massakern an der Zivilbevölkerung wird berichtet.

Massiver Beschuss von Homs geht weiter
Vor allem in den von der Armee in die Zange genommenen Hochburgen der Opposition wird die Lage für die Zivilbevölkerung zunehmend kritisch. Deshalb bemüht sich das Rote Kreuz (IKRK) um eine Waffenruhe, um die Eingeschlossenen mit lebenswichtigen Gütern versorgen zu können. Derweil verstärken die Truppen Assads ihre Präsenz in den Strassen von Damaskus, offenbar um eine Ausweitung des Aufstands in der Hauptstadt zu verhindern.

Am 22. Februar sterben zwei westliche Journalisten im Granatenbeschuss in Homs. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy spricht von Mord an den Journalisten: «Dieses Regime muss gehen», sagt Sarkozy weiter. Gleichentags sagt ein Führungsmitglied des oppositionellen Syrischen Nationalrats, man neige immer mehr zur Einschätzung, dass nur eine militärische Intervention aus dem Ausland einen langwierigen Bürgerkrieg in Syrien verhindern könne.

Uno: Regime steckt hinter Gräueltaten
Laut einem Bericht zuhanden des Uno-Menschenrechtsrats werden die Gräueltaten in Syrien auf Anordnung der Staatsführung verübt. Demnach würden Kinder und unbewaffnete Demonstranten auf Befehl erschossen, Verwundete in Spitälern gefoltert und Soldaten getötet, die sich weigern, auf Demonstranten zu schiessen. Der Bericht fordert die Anklage gegen die Verantwortlichen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die vom Brasilianer Paulo Pinheiro geleitete Kommission befindet zwar, dass auch die Aufständischen Verbrechen begangen haben. Diese seien aber «vom Ausmass und der Organisation her nicht mit denen des Staates vergleichbar». Aufständische sollen etwa mehrmals Angerhörige der Regierungstruppen gefoltert und hingerichtet haben.

Syrien-Kontaktgruppe trifft sich in Tunis
Am 24. Februar setzt Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon seinen Vorgänger Kofi Annan als Sondergesandten für Syrien ein. Gleichentags trifft sich in Syrien eine internationale Kontaktgruppe. An der Zusammenkunft nehmen Vertreter aus mehr als 70 Ländern teil, nicht aber China und Russland. Die «Freunde Syriens» fordern ein sofortiges Ende der Gewalt im Land. Der oppositionelle Syrische Nationalrat wird von der Kontaktgruppe als legitime Vertretung Syriens bezeichnet.

Referendum und Bomben
Am 26. Februar wird in Syrien das Referendum über die Verfassungsänderungen durchgeführt, allerdings nur in den nicht durch den Bürgerkrieg beeinträchtigten Landesteilen. Es sieht vor, dass Präsident Assad «nur» noch maximal 14 Jahre weitere Präsident bleiben könnte.

Gleichzeitig sterben an diesem Wochenende laut Oppositionsangaben mehr als 130 Menschen im Kugelhagel. Laut Menschenrechtlern starben seit Beginn des Aufstandes im März 2011 mehr als 7000 Syrer bei Zusammenstössen, Kämpfen und in Gefängnissen.

Mehr als 7500 Tote seit Beginn des Aufstands
Auch in Kreisen der Uno wird nun davon ausgegangen, dass im Zuge des Aufstands bislang mehr als 7500 Menschen zum Opfer gefallen sind. Vor dem Uno-Sicherheitsrat sagt Untergeneralsekretär Lynn Pascoe am 28. Februar, dass in Syrien nach «zuverlässigen Berichten» pro Tag bis zu 100 Menschen getötet würden.

Anfang März verabschiedet auch der Uno-Menschenrechtsrat eine Resolution, in der das syrische Regime zu einem sofortigen Ende der Gewalt aufgefordert wird. Auch müsse Assad die Versorgung der Zivilbevölkerung in den belagerten Städten zulassen. Russland und China stimmen wie erwartet gegen den u.a. von Katar, Saudi-Arabien und der Türkei eingebrachten Entschluss. Darin wird dem Regime in Damaskus mit internationaler Strafverfolgung wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gedroht.

Armee-Offensive in Homs
In Homs verstärken die Regierungstruppen zur gleichen Zeit ihre Offensive. Die oppositionellen Kämpfer ziehen sich daraufhin aus dem Stadtteil Baba Amr zurück, die Assad-Soldaten rücken in den Stadtteil ein. Was dort danach geschieht, ist unklar. Es gibt Berichte von Massentötungen und Folterungen. Das IKRK ist mit einem Konvoi an Hilfsgütern vor Ort, wird aber während Tagen nicht in den Stadtteil hineingelassen.

Am 10. März reist der Sonderbeauftragte von Uno und Arabischer Liga, Ex-Uno-Generalsekretär Kofi Annan, nach Damaskus, wo er auch mit Assad zusammentrifft. Annan zeigt sich nach dem Treffen vorsichtig optimistisch. «Es wird schwierig werden, aber wir müssen die Hoffnung bewahren», so Annan bei seiner Abreise aus Syrien.

Berichte von Gräueltaten in Homs und Idlib
Derweil geht die Gewalt in Syrien weiter. Oppositionsangaben zufolge sind vor allem Homs und Idlib betroffen. Aus Idlib werden Angriffe der Assad-Truppen sowie Säuberungen gemeldet, Dutzende Menschen sollen dabei getötet worden sein. Am 12. März wird aus Homs von einem Massaker an mehr als 40 Frauen und Kindern berichtet. Regierungs-Medien und die Opposition machen sich gegenseitig für die Gräueltaten verantwortlich. Auch wird nun von Vergewaltigungen in Homs berichtet.

Am Tag darauf meldet die Opposition den Fund von 50 Leichen in einer Moschee in Idlib. Bei einem Angriff durch Deserteure werden an einem Armee-Kontrollpunkt in der Region zehn Soldaten getötet, auch bei Daraa sollen zwölf Soldaten umgekommen sein. Eine regierungsnahe Zeitung meldet die Einnahme Idlibs durch die Soldaten.

Assad kündigt Wahlen im Mai an
Zugleich gibt das Regime von Assad bekannt, dass am 7. Mai Parlamentswahlen durchgeführt werden sollen. Dies aufgrund der neuen Verfassung, die neu auch andere Parteien zulässt als die seit Jahrzehnten regierende Baath-Partei.

Jahrestag des syrischen Aufstands
Am Jahrestag des syrischen Aufstands, dem 15. März, kommt es nicht nur in Syrien selber, sondern auch in Ländern wie Jordanien zu Kundgebungen gegen das Assad-Regime. In seinem Land lässt aber auch Assad seine Anhänger aufmarschieren.

Derweil gehen die Sicherheitskräfte mit unverminderter Härte gegen Aufständische vor. Die Aktionen konzentrieren sich auf Idlib, wo die «bewaffneten Terroristen» vertrieben worden seien, so die Staatsmedien. Oppositionelle melden am 15. März mindestens 65 Todesopfer landesweit, davon die meisten in Idlib.

In der Türkei kommen an einem einzigen Tag mehr als 1000 Flüchtlinge an. Dies, obschon die Grenze vermint sein soll. Die Uno schätzt am Jahrestag des Aufstands die Zahl der getöteten auf mindestens 8000. 30'000 Syrer sind geflohen, mehr als 200'000 verloren ihr Zuhause.

Wieder Autobomben in Damaskus
Am 17. März erschüttern die Explosionen von zwei Autobomben die Hauptstadt Damaskus. Ziel der Anschläge sind ein Geheimdienst- und ein Polizeigebäude. Laut Angaben des staatlichen Fernsehens werden mindestens 27 Menschen getötet, rund 100 werden verletzt. Das Regime macht «Terroristen» für den Anschlag verantwortlich.

Nur einen Tag später wird ein weiterer Anschlag aus Aleppo gemeldet. Dort sollen durch die Explosion einer Autobombe drei Menschen getötet und rund 30 verletzt worden sein. Die Bombe explodierte in einem vorwiegend von Christen bewohnten Quartier.

Foltervorwürfe an die Adresse der Opposition
Human Rights Watch wirft der syrischen Opposition am 20. März vor, ebenfalls Menschenrechtsverletzungen zu begehen. So sei es zu Folter und Entführungen gekommen. Bis September 2011 sei die Opposition sehr friedlich verlaufen, seither habe sie sich aber stark bewaffnet. Dies mit dem Argument der Selbstverteidigung.

Das Regime seinerseits soll in dem Konflikt Kriegsverbrechen begehen, stellt ebenfalls Human Rights Watch fest. So würden Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Kofi Annans Friedensplan stösst auf Zustimmung
Derweil reist der Sondergesandte von Uno und Arabischer Liga, ex-Uno-Generalsekretär Kofi Annan, in die wichtigen Hauptstädte der Welt und auch nach Damaskus. Er versucht einen gemeinsamen Nenner für einen Friedensplan auszuloten.

Seine Bemühungen scheinen nicht ohne Wirkung zu bleiben: Nachdem Moskau und auch Peking ihre Zustimmung zu Annans Friedensplan gegeben haben, stimmt am 27. März auch Damaskus dem Plan zu. Er sieht u.a. einen Waffenstillstand, den Rückzug der Regierungssoldaten aus den Städten, den ungehinderten Zugang von humanitären Organisationen, die Zulassung von Journalisten im Land und die Freilassung politischer Gefangener vor. Wenig euphorisch reagiert die zersplitterte Opposition: Sie traut den Versprechungen Assads schon lange nicht mehr und befürchtet vom Regime einmal mehr ein Verzögerungsmanöver.

Kämpfe gehen weiter
Trotz der Zusage Assads gehen die Kämpfe im Land zwischen desertierten Soldaten und den Sicherheitskräften des Regimes weiter. Von Assad verlautet, zuerst müssten die oppositionellen Kämpfer entwaffnet werden, erst dann werde er seine Soldaten zurückziehen. Kofi Annan sieht das umgekehrt: Zuerst müssten die Soldaten die Waffen ruhen lassen.

Ende März verlautet aus Damaskus, der Aufstand gegen Assad sei gescheitert. Der Kampf um Wiederherstellung und Stabilität habe nun begonnen, so das Regime. Inzwischen geht die Uno von mindestens 9000 getöteten Syrern seit Beginn des Aufstands aus.

An einer Konferenz der «Freunde Syriens» kündigen am 1. April mehrere Golfstaaten Hilfsmittel für die Aufständischen in Höhe von 100 Millionen Dollar zu. Damit soll den Rebellen Sold bezahlt werden und Angehörige der Regierungstruppen mit Geld zum Überlaufen zu den Deserteuren motiviert werden. Ob damit auch Waffen finanziert werden sollen ist unklar.

Assad verspricht Einhaltung des Annan-Friedensplans
Nur einen Tag später kündigt das Regime Assad an, ab dem 10. April die Waffenruhe einhalten zu wollen. Zuvor hatte auch Moskau Damaskus aufgefordert, die Truppen aus den belagerten Städten im Land abzuziehen. International fällt die Reaktion auf Assads Ankündigung sehr zurückhaltend aus, zu oft schon hat das syrische Regime in den vergangenen Monaten Versprechen nicht eingehalten. Doch zunächst gehen die Kämpfe unvermindert weiter, täglich werden Dutzende Todesopfer aus Syrien gemeldet.

Frist läuft ohne Rückzug der Truppen ab
Wie befürchtet, läuft die Frist vom 10. April ab ohne Anzeichen eines Rückzugs der Regierungstruppen aus den belagerten syrischen Städten. Wenige Tage zuvor hatte das Regime noch verlangt, dass die Aufständischen schriftlich die Aufgabe ihres Kampfes bestätigen müssten, was diese ablehnten. Damit hat Assad nun wieder einen - vorgeschobenen - Grund, die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung fortzusetzen.

Beim Besuch des Sondergesandten Annan in Teheran hält das Mullah-Regime an der Unterstützung des Assad-Regimes in Syrien fest. Man lehne im Fall Syrien jede Einmischung aus dem Ausland ab, erklärt der iranische Aussenminister Ali Akbar Salehi gegenüber Annan.

Derweil denkt der türkische Premier Erdogan immer lauter darüber nach, eine Pufferzone im Grenzgebiet zu Syrien zu errichten. In den vergangenen Tagen hatten sich Schiessereien zwischen syrischen Aufständischen und Regierungstruppen bis in türkisches Gebiet hinein verlagert. Auch flüchten immer mehr Menschen aus Syrien in die Türkei, nach Libanon und nach Jordanien.

Brüchige Waffenruhe ab 12. April
Ab dem frühen Morgen des 12. April schweigen in Syrien tatsächlich erstmals seit Wochen die Waffen. Allerdings zieht die Armee ihre Panzer nicht aus den Städten zurück und trotz der Waffenruhe werden aus dem ganzen Land 22 Todesopfer gemeldet. Am Tag darauf kommt es nach dem Freitagsgebet zu neuen Demonstrationen gegen das Regime. Dabei schiessen Regime-Truppen auf Protestierende. Mehrere Menschen werden dabei getötet.

Einen Tag später verabschiedet der Uno-Sicherheitsrat eine Resolution, welche die Entsendung von vorerst 30 Uno-Beobachtern nach Syrien billigt. Die ersten Beobachter treffen am 15. April in Damaskus ein. Insgesamt soll die Uno-Beobachtermission rasch bis zu 300 Angehörige umfassen. Trotzdem geht die Gewalt im Land weiter, aus Homs und Hama werden Granatenbeschuss und Kämpfe gemeldet.

Waffenruhe hält nicht, was sie verspricht
Eine knappe Woche später gibt der Sicherheitsrat grünes Licht zur Aufstockung der Uno-Beobachter auf 300 Mann. Allerdings muss Kofi Annan zuerst bestätigen, dass die Waffenruhe hinreichend stabil ist für die unbewaffneten Uno-Beobachter. Dies ist aber bei weitem nicht der Fall: Jeden Tag werden Dutzende Todesopfer aus dem Land gemeldet, die bei Schiessereien, Gefechten und Hinrichtungen umgekommen sein sollen.

Vor dem Uno-Sicherheitsrat in New York berichtet Uno-Untergeneralssekretär Lynn Pascoe, dass die Menschenrechte weiterhin verletzt würden, die Assad-Truppen ihre schweren Geschütze nicht aus den Städten abgezogen hätten und auch die Waffenruhe nicht eingehalten werde. Am 26. April stellt dies auch Kofi Annan fest. Er fordert das Regime auf, die Waffen «umgehend» aus den Städten abzuziehen. Syrien reagiert gereizt auf Annans Vorwürfe.

Norweger soll Uno-Beobachter führen
Trotzdem wird einen Tag später in New York der Norweger Robert Mood zum Chef der künftig bis zu 300 Uno-Beobachter berufen. Der Generalmajor trifft schon wenige Tage später in Damaskus ein. Doch mit dem Ausbau der Beobachtermission geht es nur sehr langsam voran. So sind Ende April erst gut ein Dutzend Uno-Beobachter in Syrien im Einsatz. Für die Verzögerung werden technisch-logistische Schwierigkeiten, aber auch einzelne Visa-Verweigerungen durch Syrien verantwortlich gemacht.

Derweil gehen die Kämpfe im Land weiter, jeden Tag sterben Menschen bei den Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen. Am 30. April kommen bei zwei Sprengstoffanschlägen in der Rebellenhochburg Idlib laut offiziellen Angaben mindestens neun Menschen ums Leben, gegen 100 weitere werden bei den Explosionen vor einem Militärgelände und einem Hotel verletzt. Über die Urheber herrscht Unklarheit, Aufständische und Regierung weisen sich für die Anschläge gegenseitig die Verantwortung zu.

Vorwurf von Massenexekutionen
Trotz des Friedensplans gehen die Kämpfe um die Rebellenhochburgen weiter, täglich werden dutzende Tote und Verletzte auf beiden Seiten gemeldet. Am 2. Mai wirft Human Rights Watch dem Regime Assad vor, kurz vor Beginn der Waffenruhe in der Provinz Idlib gegen 100 Menschen Zivilisten exekutiert und hunderte Häuser zerstört zu haben.

Parlamentswahl trotz Kämpfen
Am 7. Mai zieht das Regime trotz der bürgerkriegsähnlichen Lage in Teilen des Landes die angekündigte Parlamentswahl durch. Erstmals sind dabei auch andere als die regierende Baath-Partei zugelassen. Die Opposition boykottiert die Wahl, sie spricht von einer Farce. Laut dem einige Tage später verkündeten Ergebnis sollen mehr als die Hälfte der wahlberechtigten Syrer teilgenommen haben, was die Opposition vehement bestreitet. 200 der 250 vergebenen Sitze sollen an die Baath-Partei von Assad gegangen sein, heisst es aus Regime-Keisen. Regimekritiker sprachen dagegen von einem «lächerlichen Theaterstück».

Einen Tag nach der Wahl erklärt Kofi Annan vor dem Uno-Sicherheitsrat, die Beobachtermission sei die einzig verbliebene Chance, Syrien zu stabilisieren. Die Lage habe sich nur leicht beruhigt, dies vor allem dort, wo Uno-Beobachter anwesend seien, so Annan.

Verheerender Bombenanschlag in Damaskus
Am 10. Mai wird in Damaskus der bislang schwerste Bombenanschlag verübt: Mehr als 50 Menschen sterben bei zwei Bombenexplosionen, Hunderte werden verletzt. Erneut machen sich Regime und Opposition gegenseitig für die Bluttaten verantwortlich. Wenig später taucht ein Bekenntnis der sunnitischen Extremisten-Organisation Al-Nusra-Front auf. Sie soll mit al-Qaida im Irak verbandelt sein. Später distanziert sich die Organisation von den Anschlägen, das Bekenntnis sei eine Fälschung gewesen, heisst es nun.

Wenige Tage danach werden auch aus dem benachbarten Libanon Kämpfe zwischen Anhängern und Gegnern des syrischen Alawiten-Regimes gemeldet. Dabei sollen Granatwerfer und Schusswaffen eingesetzt worden sein. Mehrere Menschen sterben bei den Kämpfen, mindestens 20 werden verletzt.

Auch in Libanon brechen Kämpfe aus
Am 14. Mai verschärft die EU die Sanktionen gegen Syrien. Derweil werden die Kämpfe um die Rebellen-Hochburg Rastan im Norden Syriens immer heftiger. Es wird von Dauerbeschuss durch die syrischen Elitekräfte berichtet, nachdem die Aufständischen einen Truppenkonvoi angegriffen und mehr als 20 Soldaten getötet hätten. Der Kampf um Rastan geht in den folgenden Tagen unvermindert weiter.

Und auch in Libanon brechen die Kämpfe von Assad-Anhängern und Gegnern am 17. Mai wieder aus, etwa in Beirut. Dabei werden auch Panzerfäuste und Maschinengewehre eingesetzt. Mehrere Menschen sterben, etliche werden verletzt. Die Unruhen und Scharmützel im Nachbarland Syrien halten während mehreren Tagen an.

Kämpfe werden trotz Uno-Beobachtern immer blutiger
In Syrien selber gehen die Kämpfe trotz der Anwesenheit von inzwischen knapp 300 Uno-Beobachtern weiter. Diese berichten über ihre Beobachtungen direkt dem Uno-Sicherheitsrat.

Täglich wird von Oppositionsseite von Todesopfern im Land berichtet. So sollen Sicherheitskräfte unter anderem erneut auch auf unbewaffnete Demonstranten geschossen haben. Opfer von Angriffen werden jedoch auch Soldaten des Regimes. Die Uno geht inzwischen von mindestens 10'000 Todesopfern seit Beginn des Aufstandes gegen al-Assad aus.

Massaker von Hula fordert über 100 Tote
Einen neuen Höhepunkt erreicht die Gewalt am 25. Mai, als die syrische Armee die Kleinstadt Hula in der Nähe der Rebellenhochburg Homs mit hunderten Granaten beschiesst: Mehr als 100 Menschen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder, fallen dem Massaker zum Opfer. Rund 300 weitere werden laut der Uno-Beobachtermission verletzt. Laut Oppositionsangaben hatten nach dem Granatenbeschuss Assad-treue Schabiha-Milizionäre wahllos Dorfbewohner massakriert.

Für die Uno-Beobachter gilt als sicher, dass das Regime für die Bluttat verantwortlich ist. Dieses jedoch macht «terroristische Banden» für das Massaker verantwortlich.

In der Folge schliesst sich im Uno-Sicherheitsrat auch Russland einer scharfen Kritik am syrischen Regime an. Darin verurteilt der Sicherheitsrat «mit den stärksten möglichen Worten» das Blutbad mit Dutzenden toten Männern, Frauen und Kindern «bei einem Angriff in Wohngebieten», bei dem es «mehrfachen Artillerie- und Panzerbeschuss von den Regierungstruppen» gegeben habe. Das Massaker löst weltweit Entsetzen aus.

Städte werden mit Granaten beschossen
Doch auch diese Feststellung des Uno-Sicherheitsrates ändert offenbar nichts am Vorgehen der syrischen Armee gegenüber der eigenen Bevölkerung: Nur drei Tage später berichtet die Opposition von mehr als 40 Toten in Hama, die durch Granatenbeschuss umgekommen sein sollen.

Am 28. Mai trifft Uno-Vermittler Annan zu Gesprächen in Damaskus ein. Nach einem Treffen mit Assad sagt Annan einen Tag später, sein Sechs-Punkte-Friedensplan sei bislang nicht umgesetzt worden. Er fordert Assad dazu auf, den Vorgaben des Plans endlich zu folgen. «Meine Botschaft an alle Syrer ist: beginnt einen Dialog», sagt
Annan vor den Medien.

Westliche Staaten weisen Botschafter aus
Am gleichen Tag weisen aus Protest gegen das Massaker von Hula mehrere westliche Staaten, darunter Deutschland, Frankreich, die USA, Kanada Australien und die Schweiz, die syrischen Botschafter aus. Am Tag darauf schliesst sich auch die Türkei dieser Massnahme an, während aus Moskau Kritik an dem Vorgehen laut wird.

Ende Mai drohen die Rebellen, die Gewalt eskalieren zu lassen, wenn Assad die schweren Waffen nicht innert Tagen aus den Städten abziehen sollte. Geschehe dies nicht, fühlten sie sich nicht mehr an den Annan-Friedensplan gebunden, sagt ein Kommandant der Freien Syrischen Armee. Von Seiten der USA heisst es derweil, wenn die Gewalt in Syrien weiter zunehme, müsse man notfalls auch ohne Uno-Mandat eingreifen.

Fronten verhärten sich weiter, die Gewalt nimmt zu
Am 3. Juni hält Assad vor dem neu gewählten Parlament eine Rede. Darin macht er klar, dass er weiterhin mit aller Härte gegen Proteste im Land vorgehen will. Er spricht von einer «Schlacht gegen Terroristen». Einen Dialog mit der Auslandopposition lehnt er ab. Obwohl die Führung deutliche Schritte auf dem Weg zu politischen Reformen unternommen habe, gehe die Gewalt weiter, beklagt er.

Während international die Diskussionen um das weitere Vorgehen weitergehen, intensiviert die bewaffnete Opposition den Kampf gegen das Regime. Allein am Wochenende des 2. und 3. Juni will sie mindestens 80 Soldaten getötet haben. Am 5. Juni erklärt die Freie Syrische Armee, sie fühle sich nicht mehr an den Annan-Plan gebunden. Dies vor allem als Reaktion auf das Massaker von Hula vor zwei Wochen. Auch werden nun offenbar vermehrt Attentate auf Offiziere der Regimetruppen verübt.

Neues Massaker sogt für Entsetzen
Am 6. Juni wird ein neues Massaker bekannt, bei dem im Umland von Hama mindestens 80 Menschen getötet worden sein sollen. Eine kleine Siedlung bei Masraat-al-Kubeir sei zunächst eine Stunde lang von der Armee beschossen worden, anschliessend seien bewaffnete Männer in die Siedlung eingedrunden und hätten die Überlebenden massakriert, berichteten Regimegegner.

Während die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London explizit die Shabbiha-Miliz Assads der Bluttat bezichtigt, macht das Regime «bewaffnete Terroristen» für die Bluttat verantwortlich. Das Neue Massaker sorgt weltweit für Entsetzen. Nach Bekanntwerden der Gräueltat machen sich Uno-Beobachter auf den Weg in den Ort, um die Angaben zu überprüfen. Dort finden sie verlassene, teilweise beschossene und niedergebrannte Gebäude vor.

Uno setzt Beobachter-Mission aus
Trotz Anwesenheit von inzwischen mehr als 300 Uno-Beobachtern im Land geht die Gewalt unvermindert weiter, ja in manchen Fällen geraten gar die Blaumützen selber unter Beschuss. Deshalb ordnet der Missionsleiter, der norwegische General Robert Mood, am 16. Juni an, dass die Beobachtungsmission ausgesetzt werde. Die Blaumützen bleiben zwar in Syrien, werden ihr Quartier vorerst aber nicht mehr verlassen.

Die Gewalt eskaliert in der Folge weiter, allein am Montag, 18. Juni sollen nach Angaben der Opposition in Syrien mehr als 80 Menschen bei Gefechten und dem Beschuss durch Regierungstruppen gestorben sein. Die Uno verlangt die Evakuierung von 1000 Familien aus von der Armee belagerten Quartieren in der Rebellenhochburg Homs. Die Menschen dort sind seit Tagen wegen schwerer Kämpfe zwischen Armee und Rebellen von jeglicher Hilfe von aussen abgeschnitten.

Hier geht's zum Teil 2 der Chronologie zum syrischen Aufstand (ab Juni 2012)

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