40 Jahre bis Fukushima ruht
Der zerstörte Reaktor 4 des AKW Fukushima in einer Aufnahme von Mitte November. (Keystone)
Die japanische Regierung plant für die vollständige und sichere Abschaltung des von Erdbeben und Tsunami schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima 40 Jahre ein.
Handelsminister Yukio Edano sagte in Tokio, die Regierung wolle das Konzept entschieden und sicher abarbeiten und dabei auch die Ansichten der mehr als 100'000 Anwohner berücksichtigen, die wegen des Gaus ihre Häuser verlassen mussten.
Der Plan wurde wenige Tage nach der Erklärung der Regierung veröffentlicht, die Anlage sei stabil. Experten zufolge sind die Reaktoren allerdings weiterhin anfällig für zukünftige Katastrophen.
Tepco bald verstaatlicht?
Keine Angaben machte die Regierung über die Zukunft der AKW-Betreiberin Tepco. Spekulationen über eine allfällige Verstaatlichung machen in Japan schon länger die Runde. Nun berichtete die Zeitung «Yomiuri», die Regierung plane zwei Drittel des Energieunternehmens Tokyo Electric Power - kurz Tepco - zu übernehmen.
Die Zeitung schrieb weiter, der Staat wolle eine Billion Yen (umgerechnet fast zwölf Milliarden Franken) in das Unternehmen einbringen. Ausserdem würden Banken gebeten, dieselbe Summe an Krediten zur Verfügung zu stellen. Die konkreten Verhandlungen würden demnach im nächsten Jahr beginnen und bis März abgeschlossen sein.
Das Blatt berief sich dabei auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Eine Tepco-Sprecherin sagte, der Bericht entspreche nicht den Tatsachen. Die Tepco-Aktie verlor dennoch umgehend zehn Prozent an Wert.
Die Reaktoren des Kraftwerks waren nach dem Tsunami im März ausser Kontrolle geraten. In mindestens einem kam es zu einer Kernschmelze. Tepco sieht sich mit hohen Entschädigungszahlungen und Kosten für die Dekontaminierung verstrahlter Gebiete konfrontiert. (brar, sda/reuters)
