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  • Katastrophe in Japan
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Samstag, 10.3.2012

Regierung war früh über Kernschmelze informiert

Bereits am Tag des Erdbebens hat die japanische Regierung von der möglichen Kernschmelze im AKW Fukushima gewusst. Die Öffentlichkeit wurde aber erst zwei Monate später informiert.

Das Unglückskraftwerk Fukushima Daiichi. (Reuters)

Fukushima: Normalität sieht anders aus

Morgen Sonntag ist es ein Jahr her seit dem Atomunfall im japanischen Fukushima. Die Verstrahlung macht ein Gebiet mit einem Radius von 20 Kilometer noch immer unbewohnbar. Etwas weiter von der Reaktorruine entfernt hat man schon viele Häuser dekontaminiert, also von der Verstrahlung gereinigt. Doch Normalität sieht anders aus. Eine Reportage aus dem Nordosten Japans.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Samstag, 10.3.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Mehr zum Thema
  • Freitag, 14.9.2012: Japan will aus der Atomenergie aussteigen
  • Montag, 23.7.2012: Experten: Japans AKW nicht genügend geschützt
  • Donnerstag, 5.7.2012: «Ein Desaster von Menschenhand»
  • Samstag, 5.5.2012: Japan vorübergehend ohne Atomstrom

Die japanische Regierung hat bereits wenige Stunden nach dem Erdbeben vom 11. März 2011 von der drohenden Kernschmelze in Fukushima gewusst. Dies geht aus dem Protokoll einer Krisensitzung gut vier Stunden nach dem verheerenden Erdbeben hervor, das nun veröffentlicht wurde.

Erst im Mai informiert
«Wenn die Temperatur des Reaktorkerns acht Stunden lang steigt, besteht die Möglichkeit, dass sich eine Kernschmelze ereignet», sagte den Aufzeichnungen zufolge ein namentlich nicht genannter Teilnehmer des ersten Treffens des Krisenstabs, der vom damaligen Regierungschef Naoto Kan geleitet wurde.

Die japanische Regierung und der Atomkraftwerksbetreiber Tepco hatten erst Mitte Mai, also zwei Monate nach Beginn der Katastrophe eingeräumt, dass es in drei von sechs Reaktoren zur Kernschmelze gekommen war. Experten hatten dies schon länger vermutet.

Entschuldigung
Der damalige Regierungssprecher Yukio Edano entschuldigte sich nun für das lange Schweigen der Regierung: «Ich nehme die Kritik, dass ich Ihnen nichts über die Möglichkeit einer Kernschmelze sagen konnte, demütig entgegen», sagte der heutige Wirtschaftsminister.

Am Sonntag ist der erste Jahrestag des Unglücks, das durch ein Erdbeben und einen darauffolgenden Tsunami ausgelöst wurde. Wegen der Atomkatastrophe mussten zehntausende Menschen ihre Häuser in einer 20-Kilometer-Sperrzone rund um das Atomkraftwerk Fukushima Eins verlassen. Es wird erwartet, dass die vollständige Säuberung der verstrahlten Gebiete Jahrzehnte dauern wird.

Noch 3000 Menschen vermisst
Mit einer Gedenkzeremonie und vereinzelten Demonstrationen gegen die Atomenergie begehen die Japaner den ersten Jahrestag Katastophe.

Um 14.46 Uhr Ortszeit legen vor allem die Menschen in den vom Tsunami verwüsteten Küstengebieten im Nordosten des Inselreiches eine Schweigeminute für die mehr als 15'800 Todesopfer ein; mehr als 3000 Menschen werden auch ein Jahr danach noch immer vermisst. (luek;basn, sda/afp/dpa)

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Dossier, Letztes Update: Sonntag, 11.3.2012

Japan: Erdbeben- und Atomkatastrophe

Am 11. März 2011 löste ein Beben der Stärke 9,0 vor der Ostküste Japans einen Tsunami aus, der weite Küstenstriche und ganze Städte zerstörte. Er beschädigte auch ein AKW und löste damit den atomaren Notstand aus.

Die Atomkatastrophe in Japan (Bildstrecke)
Die Atomkatastrophe in Japan
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Die Tage nach dem Tsunami in Japan (Bildstrecke)
Die Tage nach dem Tsunami in Japan
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11. März 2011: Erdbeben und Tsunami suchen Japan heim
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