Japan vorübergehend ohne Atomstrom
Umweltschützer fordern in Tokio einen definitiven Ausstieg aus der Atomenergie. (Keystone)
Als Folge der Fukushima-Katastrophe muss Japan erstmals seit 42 Jahren komplett ohne Atomstrom auskommen. In der Nacht auf Samstag ging in der weltweit drittgrössten Industrienation der letzte von 54 AKW vom Netz.
Die Atomreaktoren werden in Japan alle 13 Monate für eine Wartung heruntergefahren. Ans Netz kommen die Anlagen erst wieder, wenn die lokalen Regierungen zugestimmt haben. Seit der Atomkatastrophe in Fukushima vor einem Jahr ist dies jedoch nicht mehr geschehen. Sie reagierten damit auf die beträchtlichen Sorgen in der Bevölkerung.
Die Regierung in Tokyo hat sich bislang vergeblich darum bemüht, die Reaktoren wieder hochfahren zu lassen. Die Betreiber haben als Ersatz für die Atomkraftwerke stillgelegte Thermalkraftwerke wieder angefahren.
Umweltschützer sehen in dem erzwungenen Atom-Stopp eine Chance für eine grundlegende Wende in der Energiepolitik des Landes. In der Hauptstadt Tokio gingen am Samstag 5500 Menschen für eine atomfreie Gesellschaft auf die Strasse, wie lokale Medien meldeten. (bat, dpa)
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