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Freitag, 10.8.2012

Ehemaliger Ghadhafi-Gegner neuer Staatschef

Die neu gebildete Nationalversammlung in Libyen hat den früheren Oppositionsführer Mohammed al-Magarief zum Parlamentspräsidenten und damit zum Staatschef gewählt. Magarief setzte sich gegen einen anderen Oppositionspolitiker durch.

Mohammed al-Magarief. (Keystone)

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Der frühere Dissident Mohammed al-Magarief ist zum Präsidenten des libyschen Nationalkongresses gewählt worden. Dies berichtete die offizielle libysche Nachrichtenagentur Libyan News Agency. Der als gemässigter Islamist geltende Magarief gewann die Wahl am frühen Freitagmorgen gegen einen anderen Oppositionspolitiker, Ali Sidan.

Magarief ist Vorsitzender der Partei der Nationalen Front, die drei der 200 Abgeordneten im Kongress stellt. Der frühere Botschafter in Indien spielte eine führende Rolle in der Opposition zum Langzeitdiktator Muammar Ghadhafi.

Diplomat im Exil
Magarief und Sidan sind ehemalige Diplomaten, die seit den 80er-Jahren im Exil lebten. Al-Magarief war ein führender Kopf der ältesten Oppositionsbewegung des Landes, der Nationalen Front für die Rettung Libyens, die mehrere Versuche unternahm, den langjährigen Machthaber Ghadhafi zu stürzen.

Al-Magarief folgt dem Vorsitzenden des scheidenden Übergangsrats, Mustafa Abdul Jalil. Das Gremium hatte am Mittwoch seine Befugnisse an die 200-köpfige, im Juli gewählte Nationalversammlung abgetreten. Sie soll einen funktionierenden Staat aufbauen, die Milizen unter Kontrolle bringen und Sicherheit für alle Bürger schaffen.

Seit dem Sieg der Aufständischen über Ghadhafi hatte der Übergangsrat das Land regiert. Der vor rund einem Jahr gestürzte autokratische Herrscher war 1969 in einem unblutigen Putsch gegen König Idris an die Macht gekommen.

Regierung bestimmen
Die Abgeordneten der neuen Nationalversammlung müssen eine Regierung bestimmen, die Wahl einer verfassunggebenden Versammlung vorbereiten und ein Referendum über die künftige Verfassung abhalten. Auf deren Grundlage soll dann ein neues Parlament gewählt werden.

Der Nationalkongress ist die erste frei gewählte Volksvertretung in der Geschichte des Landes. 120 Mandate gingen an Einzelkandidaten ohne klare politische Zuordnung. 80 Sitze wurde unter den Parteien verteilt.

Stärkste Fraktion wurde die reformorientierte Gruppierung des Technokraten und Regierungschefs der Aufstandszeit, Mahmud Jibril. (basn;pet, sda/dpa/dapd)

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Libyen-Kenner Beat Stauffer über den neuen Mann an der Spitze Libyens. (Ivana Pribakovic, 10.8.2012)
Hören (3:46)

Dossier, Letztes Update: Mittwoch, 31.10.2012

Libyens Aufbruch in eine ungewisse Zukunft

Ermutigt von den Protesten in der arabischen Welt gehen ab Februar 2011 auch in Libyen immer mehr Menschen auf die Strasse. Machthaber Ghadhafi setzt die Armee in Bewegung, die Nato schaltet sich ein. Nach monatelangen Kämpfen wird Ghadhafi am 20. Oktober 2011 in Sirte getötet. Doch die Lage im Land bleibt labil.


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