Angriff auf US-Konsulat in Libyen: War es al-Qaida?
Den USA schlägt Wut in der muslimischen Welt entgegen: US-Flagge vor dem zerstörten Konsulat in Benghasi. (Reuters)
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Der Angriff auf das US-Konsulat in der ostlibyschen Metropole Benghasi hat möglicherweise einen terroristischen Hintergrund. Wie aus US-Regierungskreisen verlautete, gehen die Geheimdienste mittlerweile von einem geplanten Angriff aus.
Die Attacke trage «klar» die Handschrift des Terrornetzwerks al-Qaida, sagte der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Mike Rogers, dem Nachrichtensender CNN.
Dass es sich um einen geplanten Angriff handeln könnte, sei «derzeit die Arbeitshypothese», sagte zudem ein ranghoher Regierungsvertreter. Demnach könnten sich extremistische Angreifer die wütende Menge in Benghasi zu Nutze gemacht haben.
Symbolträchtiges Datum
Das amerikanische Konsulat in Benghasi war am Dienstagabend mit Raketen und Granaten beschossen worden. Dabei wurden der US-Botschafter in Libyen und drei seiner Mitarbeiter getötet. Auch mehrere libysche Sicherheitskräfte kamen ums Leben.
Der Angriff erfolgte am elften Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001. Dieses Datum hat für islamistische Terroristen eine hohe Symbolkraft.
Unmittelbar nach dem Angriff hatte es geheissen, der Grund dafür sei ein aus den USA stammender anti-islamischer Film gewesen. Dieser war im Internet veröffentlicht worden.
Proteste halten an
Seit Dienstag gab und gibt es in mehreren arabischen Ländern Proteste gegen den Film: Unweit der tunesischen Hauptstadt Tunis setzte die Polizei Tränengas gegen rund 300 Demonstranten ein, die auf das Gelände der US-Botschaft vordringen wollten. Offiziellen Angaben zufolge wurden fünf Menschen festgenommen, mindestens zwei Polizisten wurden verletzt.
Auch in Kairo protestierten am Mittwochabend erneut hunderte Menschen vor der US-Botschaft. Ebenso in Casablanca in Marokko. Einige dutzend Menschen protestierten zudem im palästinensischen Gazastreifen gegen die USA und zündeten vor dem Sitz der UNO US-Fahnen an.
Laut Angaben des US-Abgeordneten Rogers deutet aber viel auf einen Terroranschlag hin. «Seit Monaten haben wir beobachtet, wie al-Qaida nach westlichen Zielen Ausschau gehalten hat», sagte er.
USA verschärfen Sicherheitsvorkehrungen
Nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Benghasi hat ein US-Kriegsschiff Position vor der libyschen Küste bezogen. Ein weiteres ist auf dem Weg dorthin.
Aus dem Pentagon in Washington verlautete, die Schiffe hätten keine konkreten Aufgabe, könnten aber schnell auf jeden Einsatz reagieren, den Präsident Obama anordne. Die USA liessen zudem die Sicherheit aller ihrer Vertretungen überprüfen. (smus;prus, dpa)
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