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Sonntag, 21.10.2012

Jüngster Sohn Ghadhafis getötet

In der libyschen Stadt Bani Walid wurde Muammar al-Ghadhafis jüngster Sohn Chamis getötet, wie das libysche Fernsehen meldete. Ob zugleich Ghadhafis früherer Sprecher tatsächlich festgenommen wurde, ist unklar. Er selbst dementierte dies via Facebook.

Mitglieder der libyschen Armee rückten am 18. 10. 2012 nach Bani Walid ein. (Reuters)

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Bei Kämpfen zwischen Milizen und der libyschen Armee in der Stadt Bani Walid ist Chamis Ghadhafi, der jüngste Sohn des Ex-Diktator getötet worden. Gleichzeitig wurde gemeldet, Muammar Ghadhafis ehemaliger Sprecher sei verhaftet worden. Dieser widersprach allerdings.

Jahrestag des Todes
Libyen feiert den Jahrestag des Todes von Ex-Diktator Ghadhafi. In der Hauptstadt Tripolis versammelten sich am Samstagabend Hunderte von Menschen, um den Jahrestag von Ghadhafis Tod zu feiern. Sie schwenkten Fahnen und zündeten Feuerwerksraketen.

Kommandant einer Brigade
Nach Angaben des Fernsehsenders Lybia TV starb Ghadhafis Sohn Chamis, der bereits während des Bürgerkrieges im vergangenen Jahr totgesagt worden war, bei einem Gefecht zwischen Milizionären in der Stadt Bani Walid. Der 29-Jährige hatte während der Herrschaftszeit seines Vaters eine Brigade der Regimetruppen kommandiert.

Ein Reporter des libyschen TV-Senders sagte, er habe die Leiche von Chamis al-Ghadhafi mit eigenen Augen gesehen. Der stellvertretende Ministerpräsident Mustafa Abu Schagur erklärte in der Nacht über den Kurznachrichtendienst Twitter, die Leiche sei in ein Krankenhaus in der Stadt Misrata gebracht worden.

Bani Walid hatte 2011 zu den letzten Hochburgen der Truppen des Regimes von Langzeitmachthaber Muammar al-Ghadhafi gehört. Der Diktator war am 20. Oktober 2011 in seiner Heimatstadt Sirte von Rebellen gefangen genommen und getötet worden.

Kämpfe in Bani Walid
Die libysche Armee hatte am Samstag Milizen in der Wüstenstadt Bani Walid angegriffen. Bei den heftigen Kämpfen gab es mehrere Tote, mehr als 120 Menschen wurden verletzt. Die 180 Kilometer südöstlich von Tripolis gelegene Stadt wird seit zwei Wochen von Milizen belagert, die Befehle aus der Stadt Misrata erhalten.

Grund für den aktuellen Konflikt war die Entführung eines jungen Mannes aus Misrata, der am 20. Oktober 2011 das Versteck Ghadhafis in Sirte entdeckt hatte.

Omran Schaaban war vor einigen Wochen angeschossen, nach Bani Walid verschleppt und dort gefoltert worden. Er starb nach seiner Freilassung im Krankenhaus an den Folgen der schweren Misshandlungen.

Moussa Ibrahim per Facebook
Für Verwirrung sorgte ein Bericht über die Festnahme von Ghadhafis früherem Regierungssprecher Moussa Ibrahim. Ibrahim war Sprecher des Ghadhafi-Regimes während der Zeit des Bürgerkriegs. Er wurde nach Angaben aus dem Kabinett vom Samstag in Tarhouna, 70 Kilometer südöstlich von Tripolis, gefasst.

Am Abend wurde auf einer ihm zugeordneten Seite im sozialen Netzwerk Facebook eine Tonbandaufnahme veröffentlicht, in der er seine Festnahme dementiert. Allerdings konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob dies tatsächlich die Stimme Ibrahims war. (lin, dpa)

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Dossier, Letztes Update: Mittwoch, 31.10.2012

Libyens Aufbruch in eine ungewisse Zukunft

Ermutigt von den Protesten in der arabischen Welt gehen ab Februar 2011 auch in Libyen immer mehr Menschen auf die Strasse. Machthaber Ghadhafi setzt die Armee in Bewegung, die Nato schaltet sich ein. Nach monatelangen Kämpfen wird Ghadhafi am 20. Oktober 2011 in Sirte getötet. Doch die Lage im Land bleibt labil.


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