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Sonntag, 10.6.2012

Berichte über Dutzende Tote bei Kämpfen um Homs

In Syrien wird weiter erbittert gekämpft. Allein in der Provinz Homs - einem der wichtigsten Zentren der Regimegegner - sollen seit Samstag mindestens 35 Menschen getötet worden sein. Israel sprach sich unterdessen so deutlich wie nie für ein internationales Eingreifen aus - und übte harsche Kritik an Russland.

Frauen und Kinder haben in Houla in der Nähe von Homs Zuflucht gefunden. (Reuters)

Bei schweren Gefechten um die syrische Provinz Homs sind nach Angaben von Regimegegnern seit Samstag mindestens 35 Menschen getötet worden. Das syrische Netzwerk für Menschenrechte berichtete von Angriffen in der Stadt Homs und in anderen Orten.

Die Provinz, insbesondere die Stadt Homs, ist seit Monaten schwer umkämpft. Die Gegend gilt als Hochburg der Aufständischen. Immer wieder versuchte die Armee, die Kontrolle über die Region zurückzuerlangen. Allein in der Ortschaft Rastan sollen seit Samstag nach Angaben der Regimegegner mindestens 500 Raketen und Granaten eingeschlagen sein.

Auch in Daraa im Süden des Landes - ebenfalls seit Monaten umkämpft - gingen die Gefechte weiter. Nach Angaben der Opposition wurden beim Beschuss der Stadt am Samstag 18 Menschen getötet - darunter auch Kinder.

Israel fordert internationales Eingreifen
International sorgt das Vorgehen des syrischen Regime weiterhin für harsche Kritik. Israel etwa sprach sich so deutlich wie noch nie für eine internationale Militärintervention aus. Vize-Regierungschef Schaul Mofas forderte die Weltgemeinschaft auf, genauso auf Assads Sturz hinzuarbeiten wie im vergangenen Jahr auf das Ende der Regierung Muammar al-Ghadhafis in Libyen.

Was in Syrien geschehe, sei ein «Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord», sagte Mofas im Armeerundfunk. Das Schweigen der Weltmächte widerspreche aller menschlichen Logik. Kritik übte Mofas vor allem an Russland. Schlimmer noch als das Schweigen der Weltmächte sei das Verhalten der Regierung in Moskau. Das Land liefere weiterhin Waffen an das Regime von Syriens Präsident Bashar al-Assad.

Russland weist Vorwürfe zurück
Russland weist die Vorwürfe zurück. Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat es bislang allerdings alle Sanktionen gegenüber Syrien blockiert. Die Regierung in Moskau fordert stattdessen eine internationale Konferenz. Dies sei sinnvoller als mit Sanktionen oder Gewaltandrohungen den Druck noch weiter zuerhöhen, sagte Vize-Aussenminister Gennadi Gatilow.

Russland will Kräfte an einen Tisch bringen, die auf beide Seiten des Konflikts Einfluss haben - etwa Iran. Dieser Vorschlag dürfte jedoch mit den USA nicht durchsetzbar sein. (ank, reuters)

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