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Montag, 3.10.2011

Drastische Strafen gegen Regierungsgegner

In Bahrain hat ein Sondergericht 36 Personen zu langen Haftstrafen verurteilt, die an Protesten teilgenommen hatten. Die Uno kritisierte die Urteile. Die Anwälte hätten zu wenig Vorbereitungszeit gehabt.
Karte: Unruhen im arabischen Raum

Ungeachtet internationaler Kritik sind in Bahrain 36 schiitische Demonstranten von einem Sicherheitsgericht zu langen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Sie hatten an den Protesten teilgenommen, die im Februar und März den Inselstaat im persischen Golf erschüttert hatten.

In einem von insgesamt drei Prozessen verurteilte das Gericht 14 Männer wegen des Mordes an einem Pakistaner und der Teilnahme an «illegalen Versammlungen» zu 25 Jahren Haft, wie die amtliche Nachrichtenagentur BNA schreibt. Die Männer hätten den Pakistaner aus «terroristischer Absicht» totgeschlagen, hiess es.

Gefängnisstrafen in zweitem Prozess
In einem zweiten Prozess sprach das Gericht 15 Männer des versuchten Mordes an Soldaten, der Teilnahme an Demonstrationen und Vandalenakten an der Universität von Bahrain schuldig. Nach Angaben der BNA müssen sie für 15 Jahre ins Gefängnis.

Sieben weitere Mitglieder der Protestbewegung mussten sich in einem dritten Prozess wegen des versuchten Mordes an mehreren Menschen an der Universität verantworten. Einer erhielt eine Haftstrafe von 18 Jahren, die sechs anderen wurden zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Uno kritisiert Urteile
Bereits vergangene Woche waren dutzende Teilnehmer der wochenlangen Proteste verurteilt worden, die im Februar und März Bahrain erschüttert hatten. Die Uno hatte am Wochenende die harten Urteile kritisiert. Die Angeklagten hätten nur begrenzten Zugang zu Anwälten gehabt, und die Anwälte hätten zu wenig Zeit zur Vorbereitung der Verteidigung gehabt, hatte ein Sprecher des Uno-Hochkommissariats für Menschenrechte am Freitag in Genf gesagt.

In Bahrain waren im Februar und März vor allem Schiiten gegen das sunnitische Königshaus und die von Sunniten dominierte Regierung auf die Strassen gegangen. Zu Beginn waren vor allem demokratische Reformen gefordert worden, später wurde auch die Forderung nach Abschaffung der Monarchie laut. Die Schiiten stellen die Bevölkerungsmehrheit in Bahrain.

Mit Hilfe Saudi-Arabiens wurden die Proteste niedergeschlagen und etwa 30 Menschen getötet. Bahrain ist auch ein enger Verbündeter der USA. In dem Inselstaat befindet sich das Hauptquartier der Fünften US-Flotte, die eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Handelswege im für die USA strategisch bedeutsamen Persischen Golf spielt. (inap, sda/dpa/afp)

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Sonntag, 17.7.2011

Rückschlag für die Versöhnung in Bahrain

In Bahrain hat sich die grösste Oppositionsgruppe aus dem Dialog mit der Regierung zurückgezogen. Bei Demonstrationen kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei.  Mehr

Chronologie: Die Proteste in Bahrain

Dossier: Arabische Regime unter Druck


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