Der Terror erreicht Syriens Haupstadt
Tatort in Damaskus: Die Täter zündeten mitten im morgendlichen Berufsverkehr zwei Bomben. (Reuters)
Von Nahost-Korrespondentin Iren Meier
Zwei tiefe Krater, ausgebrannte Autos, skelettierte Gebäude und schreiende Menschen. Die Toten, so sagen einige der wenigen ausländischen Journalisten in Damaskus, seien bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und verbrannt, Verletzte kämpften ums Überleben. Der syrische Journalist Alaa Ibrahim schildert die Ereignisse in der BBC so: Nach einer ersten kleineren Explosion seien viele leute herbeigeströmt. Genau dann sei dort die zweite Bombe gezündet worden und habe viele Menschen in den Tod gerrissen.
Diesen Terror haben viele gefürchtet
Diesen Terror haben viele in Damaskus und ausserhalb Syriens befürchtet: Mitten im Stadtzentrum, am Morgen, wenn die Leute zur Arbeit und die Kinder zur Schule gehen. Das Ziel des Anschlages war offensichtlich eine Zentrale des militärischen Geheimdienstes. Aber auch das nahe Wohngebiet ist betroffen, in den Trümmern zoomten die Fernsehkameras auf halbverkohlte Schulhefte.
Vertreter der Opposition erklären den Friedensplan von Kofi Annan für gescheitert und behaupten, das zynische Assad-Regime selber habe die Bomben gezündet. Die Staatsmedien beschuldigen im Namen des Regimes «Terroristen». In der Nähe des Tatorts schrieen wütende Menschen Parolen gegen Saudi-Arabien und Qatar, die in ihren Augen diesen Terror förderten.
USA vermuten Al-Qaida-Ableger in Syrien
Dimension und Art des Anschlages deuten auf terrorerfahrene Täter hin. Dass al-Qaida-Ableger in Syrien aktiv sind, glaubt auch der amerikanische Geheimdienst seit längerem, US-Aussenministerin Hillary Clinton hat es dieser Tage wieder bestätigt.
Der Chef der Uno-Beobachtermission, General Robert Mood, eilte zum Tatort. Allen Beteiligten in Syrien und ausserhalb des Landes müsse klar sein, dass diese Gewalt nur das Leiden der Zivilisten vergrössere. Die Gewalt müsse enden. (ank)
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