Mehrere Tote bei Autobomben-Anschlag
Feuerwehrmänner löschen ein brennendes Auto. Eine Autobombe riss mindestens neun Menschen in den Tod im Osten Syriens. (Keystone)
Im Osten Syriens ist eine Autobombe explodiert. Dabei kamen mindestens neun Menschen ums Leben. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana gab die Zahl der Verletzten mit fast 100 an. Ein Aktivist erklärte, ein Mann sei ums Leben gekommen, als die Wucht der Explosion das Dach seines Hauses einstürzen liess.
«Es wirkte wie ein gut durchgeplanter Angriff», sagte ein Mitglied der Opposition in Deir-al-Sur. Die Explosion habe das hintere Tor des Militär-Geheimdienst-Komplexes getroffen.
600 Kilogramm Sprengstoff
Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, in den Gebäuden am Explosionsort seien Zentralen der Geheimdienste, der Luftwaffe und des Heeres sowie ein Lazarett untergebracht.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Sana war das Bombenfahrzeug mit 600 Kilogramm Sprengstoff beladen. Laut dem staatlichen Fersehen haben in der Stadt stationierte Uno-Beobachter, die die am 12. April verkündete Waffenruhe überwachen sollen, den Anschlagsort besichtigt. Der Anschlagsort sei erst kürzlich von UNO-Beobachtern besichtigt worden, die die am 12. April verkündete Waffenruhe überwachen sollen.
Auf Fernsehbildern waren erhebliche Gebäudeschäden und zahlreiche zerstörte Autos zu sehen. Die Explosion habe einen fünf Meter tiefen und zweieinhalb Meter breiten Krater in den Erdboden gesprengt.
Täter unbekannt
Wer hinter dem Anschlag steckt, war unklar. Aktivisten der Untergrund-Opposition erklärten, das Gelände um das Hauptquartier des Geheimdienstes sei seit vier Monaten von Militärposten abgeriegelt und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Der zur Freien Syrischen Armee übergelaufene frühere syrische Offizier Abu Mustafa al-Shami bestreitet die Existenz von al-Qaida-Kämpfer in den Rängen des Widerstands. «Ich kann Ihnen versichern, dass diese Anschläge vom Sicherheitsapparat des Regimes geplant und ausgeführt werden», sagte er.
Gebäude der Geheimdienste waren schon mehrfach Ziel blutiger Anschläge in Syrien. Die Regierung macht dafür regelmässig die Opposition und al-Qaida verantwortlich; die Opposition unterstellt dem Regime, die Attentate selbst zu inszenieren.
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat erklärt, hinter den Anschlägen könnten radikale Islamisten der al-Qaida stecken. Der Sprecher des internationalen Syriengesandten Kofi Annan, Ahmed Fausi, sagte am Freitag in Genf, es gebe in Syrien Aktivitäten Dritter, ausser der Opposition und der Regierung. Wer diese Dritten seien, die Bombenanschläge verübten, sei zurzeit unbekannt.
Kämpfe zwischen Armee und Opposition
Auch am Samstag kam es wieder zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Oppositionellen. In Sarmada in der Region Idlib wurden nach Angaben der Opposition mehrere Militärfahrzeuge zerstört. In Homs sei die Stadt Al-Rastan den fünften Tag in Folge von den Streitkräften beschossen worden.
Der Militärberater von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon traf am Samstag zu einem dreitägigen Besuch in Damaskus ein. Generalleutnant Babacar Gaye werde Gespräche mit der Uno-Beobachtermission führen, erklärte ein Uno-Sprecher. Auch der Annan, der die von Anfang an brüchige Waffenruhe vermittelt hatte, wird demnächst in Syrien erwartet.
Seit Beginn des Volksaufstands im März 2011 kamen nach Angaben der Uno 10'000 Menschen in Syrien ums Leben. Die syrische Opposition spricht von mehr als 12'000 Toten. (basn, sda/dapd/reuters/dpa)
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