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Dienstag, 22.5.2012

Angespannte Lage in Libanon

Der Konflikt in Syrien schwappt zunehmend auch auf das Nachbarland Libanon über. In Syrien selber ist kein Ende der Gewalt in Sicht, trotz der Präsenz von Uno-Beobachtern. In Damaskus explodierte eine Bombe und tötete fünf Menschen.

Hunderte von Studierenden demonstrierten am Montag in Beirut für Frieden. (Keystone Archiv)

Im Libanon ist die Lage angespannt. Wütende Anwohner blockierten in der nördlichen Region Akkar Strassen mit brennenden Autoreifen und Sandsäcken. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete, die Schulen in dem Gebiet seien geschlossen worden.

Scharmützel in Tripoli
Am Montagabend hatte es erneut vereinzelt Artilleriefeuer in der nördlichen Stadt Tripoli gegeben, in der Sunniten und alawitische Anhänger des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad in zwei benachbarten Vierteln leben.

In der Nacht zum Montag waren bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Assad-Anhängern und Sunniten in Beirut zwei Menschen getötet worden. Anlass für die Gewalt war der Tod von zwei sunnitischen Geistlichen. Sie waren am Sonntag an einer Strassensperre erschossen worden.

Bombe in Damaskus tötet fünf Menschen
In Syrien selbst nimmt die Gewalt kein Ende. Bei einer Explosion in der syrischen Hauptstadt Damaskus starben laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens fünf Menschen. Es sei ein Anschlag von Terroristen gewesen, meldete der Sender und zeigte dazu Bilder eines zerstörten Restaurants. Mit dem Begriff Terroristen charakterisiert die Regierung alle Angehörigen der bewaffneten Opposition.

Der nördliche Stadtbezirk Kabun, wo sich die Explosion ereignete, ist ein Zentrum des Widerstands gegen Präsident Assad. Dort gab es schon mehrfach Kämpfe zwischen Gegnern und Anhängern von Assad.

Uno kann nicht vor Gefechten schützen
Im Osten Syriens schossen Polizisten unter den Augen von Uno-Beobachtern in eine jubelnde Menschenmenge. Dabei sind nach Angaben der Opposition zwei Personen getötet worden. In Busaira in der ostsyrischen Provinz Deir al-Zur seien Hunderte begeisterte Menschen aus ihren Häusern gestürmt, um die Uno-Beobachter zu begrüssen. «Binnen Minutenfrist gerieten sie ins Feuer», sagte der Sprecher der überwiegend aus Deserteuren gebildeten Freien Syrischen Armee (FSA).

Nahe der türkischen Grenze wurden mindestens 18 Soldaten bei Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und bewaffneten Aufständischen getötet. Dies berichteten syrische Aktivisten in Beirut. Über Verluste der Rebellen bei dem Gefecht in der Region Karkamin (Provinz Idlib) verlautete zunächst nichts.

Für Experten ist der Uno-Friedensplan ein «Strohhalm»
Trotz der anhaltenden Gewalt wollten Regierung und Opposition am Uno-Friedensplan festhalten. Dies teilte die Uno in New York nach verschiedenen Gesprächen mit Vertretern beider Parteien mit. Experten geben diesem Plan indes kaum noch eine Chance.

Aus Sicht der grossen deutschen Friedensforschungsinstitute stellt dieser Plan lediglich noch ein «Strohhalm» dar. Daran klammere sich die internationale Gemeinschaft, schreiben die vier Institute im Jahresgutachten, das am Dienstag veröffentlicht wurde (bat, sda/reuters/dpa/dapd)

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