Annan möchte Iran in Lösung miteinbeziehen
Annan nach dem Treffen mit Assad. (Reuters)
Der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan fordert die Beteiligung Irans an der Bewältigung der Krise in Syrien. Die Regionalmacht Iran müsse bei den Bemühungen um eine Friedenslösung eine Rolle spielen, sagte Annan nach Gesprächen in Teheran.
Der Vorstoss des früheren Uno-Generalsekretärs dürfte bei den Westmächten auf wenig Gegenliebe stossen. Sie verdächtigen die Führung der Islamischen Republik, insgeheim nach Atomwaffen zu streben.
Assad will Gewalt schrittweise eindämmen
Annan hatte zuvor in Damaskus auch mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad konferiert. Dieser wolle die Gewalt in seinem Land schrittweise eindämmen, sagte Annan danach. Beginnend in einigen von den Kämpfen besonders betroffenen Bezirken wolle Assad die Gewalt nach und nach beenden. Wie das konkret funktionieren soll, sagte Annan aber nicht. Zunächst wolle er die Opposition informieren, sagte Annan, der nach einem Abstecher nach Teheran in den Irak weiterreiste.
Syriens Präsident Assad geht seit mehr als 16 Monaten mit grosser Härte gegen einen Volksaufstand vor. Nach Angaben der oppositionellen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden seitdem mehr als 17'000 Menschen getötet. Unter den Opfern seien rund 12'000 Zivilisten.
Moskau beordert Zerstörer nach Syrien
Bislang sind alle Versuche zur Konfliktlösung gescheitert. So hielt ein von Annan vermittelter Friedensplan nur kurze Zeit. Im Juni hatten der Uno-Sicherheitsrat und mehrere Länder die Bildung einer Übergangsregierung gefordert, wobei allerdings zwischen Russland und den Westmächten strittig ist, ob Assad darin eine Rolle spielen soll.
Derweil liess Moskau nach Angaben aus Marinekreisen einen Zerstörer seiner Schwarzmeer-Flotte Richtung Syrien in See stechen. Die «Smetliwij» habe en Hafen in Sewastopol verlassen und werde innert Stunden den Bosporus erreichen. Die russische Marine bestätigte, dass das Kriegsschiff abgelegt habe, äusserte sich aber nicht zu dessen Ziel.
Russland ist einer der wenigen Verbündeten Syriens und unterhält an der Mittelmeerküste des Nahost-Staates einen Marinestützpunkt.
Drei Tote in Libanon nach Beschuss aus Syrien
In Syrien selbst hielt die Gewalt auch am Dienstag unvermindert an. Die Kämpfe drohen sich dabei auch über die Grenze hinaus in das benachbarte Libanon auszuweiten, wo erneut drei Menschen durch syrischen Beschuss getötet wurden. Nach Angaben von Anwohnern starben im Norden des Landes zwei Syrer und ein Libanese durch Werfergranaten, die aus Syrien abgefeuert wurden.
Es ist bereits der zweite tödliche Grenzvorfall innerhalb weniger Tage. So waren bereits am Wochenende drei Menschen in Libanon durch syrischen Beschuss getötet worden. Der libanesische Präsident Michel Suleiman ordnete daraufhin eine Untersuchung an. (pet, reuters)
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