Muslimbrüder sehen Assads Ende nahen
Auch in der Hauptstadt Damaskus wird nun gekämpft: Bild aus dem Stadtteil Tadamon. (Reuters)
Der Volksaufstand in Syrien ist nach 17 Monaten mit voller Wucht in der Hauptstadt Damaskus angekommen. Gepanzerte Fahrzeuge und Schützenpanzer rollten nach Berichten von Augenzeugen am Montag in den südlichen Stadtbezirk Midan, wo es zu heftigen Gefechten zwischen der Armee und Rebellen kam. Auf den Dächern bezogen Scharfschützen Position. Einwohner sprachen von den heftigsten Kämpfen seit Beginn der gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Keine Informationen über Opfer
In den Strassen mehrerer Stadtteile waren der Gefechtslärm schwerer Waffen und Explosionen zu hören. Die Regierungstruppen schlossen nach Darstellung von Augenzeugen die Strasse zum Flughafen.
«Die Sicherheitskräfte sind in das Wohngebiet eingerückt, das ist ein richtiger Krieg, was da abläuft», sagte ein Bewohner Midans. Bewohner sollen Strassen mit Barrikaden blockiert haben, um den Truppen den Weg nach Midan zu erschweren, wo vor allem Sunniten leben.
Nach Angaben von Oppositionellen starben am Sonntag mindestens fünf Menschen, viele seien verletzt worden. Über Opfer der Kämpfe am Montag gab es zunächst keine Informationen. Die meisten Berichte aus dem Kampfgebiet stammen von Aktivisten der Opposition und Einwohnern. Journalisten haben offiziell keinen Zugang.
Konflikt weitet sich auf Religionsgruppen aus
Die sunnitische Muslimbruderschaft wertete die Kämpfe in Damaskus als Zeichen dafür, dass der Sturz des Regimes von Präsident Assad nicht mehr lange auf sich warten lasse. Sie riefen die Bewohner von Damaskus auf, Strassen zu blockieren und Brandbomben auf Fahrzeuge der Sicherheitskräfte zu werfen.
In dem Konflikt spielen seit einiger Zeit die Differenzen zwischen den Religionsgruppen eine zunehmende Rolle. Die Führung um Assad sind Alawiten, die zur schiitischen Glaubensrichtung des Islam gehören. Viele Aufständische sind Sunniten.
Assad geht seit fast eineinhalb Jahren mit militärischer Gewalt gegen den Volksaufstand vor. Dabei wurden nach Berechnungen syrischer Menschenrechtler mehr als 17'000 Menschen getötet. (nab;pet, dpa/reuters)
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