EU stockt Nothilfe für Syrien auf
Angesichts des Bürgerkriegs bereitet sich die EU auf einen Ansturm von Flüchtlingen nach Europa und in die Nachbarstaaten Syriens vor. Die EU-Kommission hat zusätzlich 20 Millionen Euro für Unterkünfte, medizinische Hilfe und Lebensmittel bereitgestellt. Rund 125'000 Syrer sind nach Uno-Angaben bisher in die Türkei, den Libanon, nach Jordanien und in den Irak geflohen.
Programm steht, Geld fehlt noch
Ein regionales Programm soll Flüchtlingen in diesen Ländern humanitäre Hilfe und Schutz bieten. Zudem sollen die Rückkehr, die Eingliederung vor Ort oder die neue Ansiedlung etwa in Europa organisiert werden. Die EU-Innenminister hätten diese Pläne «breit unterstützt», sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström bei einem Treffen der Minister in der zyprischen Hauptstadt Nikosia. Nun hänge alles vom Geld ab. Die Minister wollten bei ihrem nächsten Treffen am 19. September darüber beraten.
Dieses Schutzprogramm wird vom Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR geführt und von der EU finanziert. Das UNHCR forderte von den EU-Ländern mehr finanzielle Hilfe. Nach Uno-Schätzung werden aktuell 193 Millionen US-Dollar gebraucht - bislang sei nur ein Teil davon zusammengekommen, auch wegen der Schuldenkrise in Europa.
Die Notfallhilfe der EU-Kommission beziffert sich bislang auf insgesamt 63 Millionen Euro. «Die Bedürfnisse innerhalb des Landes sind gigantisch, aber sie nehmen auch in den Nachbarländern zu», warnte EU-Kommissarin Kristalina Georgieva.
Noch keinen Ansturm auf Europa
Rund eine Million Syrer sind innerhalb des Landes vertrieben worden, sagte Kommissarin Malmström mit Bezug auf UNHCR-Zahlen. Wahrscheinlich seien mehr als die bisher bekannten 125'000 Syrer ins Ausland geflohen.
Bislang habe es keinen grösseren Ansturm auf die EU-Länder gegeben. Nur einige Flüchtlinge seien vor allem nach Deutschland, Belgien, Schweden oder Frankreich weitergereist. Seit Ausbruch des Konflikts vor beinahe 17 Monaten registrierten die EU-Länder laut Statistikamt Eurostat lediglich 12'000 Asylbewerber syrischer Herkunft. (nab, dpa)
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